Bürgerkrieg in Syrien Sunniten fliehen aus der Küstenstadt Banias 

Die Angst vor Gewalt treibt Tausende Sunniten aus der syrischen Küstenstadt Banias. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat das Regime erneut Zivilisten massakriert. Die Beobachtungsstelle meldete den Fund von mehr als 60 Leichen.


Damaskus - Aus Furcht vor einem weiteren Massaker sind nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte Hunderte Familien aus der Stadt Banias auf der Flucht. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte am Samstag, die Menschen fürchteten ein neues Massaker.

Laut der Beobachtungsstelle wurde am Donnerstag in dem sunnitischen Dorf Baida am südlichen Rand der Hafenstadt Banias ein Massaker verübt. Dabei sollen mindestens 51 Menschen getötet worden sein, die meisten von ihnen Zivilisten.

Am Samstag seien darüber hinaus mehr als 60 Leichen im sunnitischen Viertel Ras al-Naba gefunden worden. 62 Leichen seien mit ihren Namen, durch Fotos oder Videos identifiziert worden, teilte die den Aufständischen nahestehende Beobachtungsstelle mit.

Unter den Todesopfern seien 14 Kinder. Die Opferzahl könne allerdings weiter steigen, da Dutzende weitere Einwohner noch vermisst würden. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein breites Netzwerk von Aktivisten und Medizinern in Syrien. Ihre Angaben können jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Die staatliche Nachrichtenagentur Sana meldete hingegen, syrische Streitkräfte hätten "Terroristen" und Aufständische getötet.

Die US-Regierung zeigte sich am Samstag entsetzt von den Berichten über das Massaker in Baida und sagte, die syrische Regierung intensiviere die Gewalt gegen die Zivilbevölkerung. Zuletzt hatte Obama am Freitag betont, dass die USA keine Truppen nach Syrien senden werden.

In Banias und Umgebung wird die Bevölkerungsmehrheit von Alawiten gestellt, einer Abspaltung der schiitischen Glaubensrichtung des Islam, zu der auch der Assad-Clan gehört. Südlich der Mittelmeerstadt liegen dagegen mehrere sunnitische Dörfer, deren Bewohner mit den Rebellen sympathisieren.

Der Küstenstreifen mit den drei wichtigsten Städten der Region - Banias, Latakia und Tartus - gilt mitsamt der umliegenden Regionen als "alawitisches Kernland" und mögliches Rückzugsgebiet Assads, falls dessen Regierung stürzen sollte.

sun/AFP/Reuters

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