Bürgerkrieg Uno warnt vor Hungersnot in Syrien

Die Zahlen sind alarmierend: Jeder fünfte Syrer bekommt wegen der Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen nicht genug zu essen. Die Uno warnt vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Situation in dem Bürgerkriegsland.

Syrer auf einem Markt in Damaskus: Es fehlt an Weizen
DPA

Syrer auf einem Markt in Damaskus: Es fehlt an Weizen


Rom - Die Vereinten Nationen befürchten eine Hungersnot in Syrien, sollte sich der Bürgerkrieg wie bisher fortsetzen. Schon jetzt bekommen vier Millionen Menschen - ein Fünftel der Bevölkerung - nicht ausreichend Nahrung, wie aus einem Uno-Bericht vom Freitag hervorgeht. Die Situation habe sich im vergangenen Jahr deutlich verschärft, könnte jedoch noch weitaus kritischer werden, warnt die Organisation.

"Getreide und Viehbestand, die Verfügbarkeit von und der Zugang zu Nahrungsmitteln" würden immer stärker Opfer des Konflikts, erklärte die Uno und warnt: "Die Produktion der kommenden zwölf Monate ist ernsthaft gefährdet." Für ihren Bericht bereisten Uno-Mitarbeiter des Welternährungsprogramms (WFP) sowie der Ernährungs- und Landwirtschaftshilfe (FAO) zwischen Mai und Juni das Land.

Der Report geht davon aus, dass Syrien innerhalb dieses Zeitraums bis zu 1,5 Millionen Tonnen Weizen importieren müsse. Die Ernteerträge seien zuletzt um rund 2,4 Millionen Tonnen gefallen. Dies seien rund 40 Prozent weniger als zu Friedenszeiten und 15 Prozent weniger als 2011/12. Die jährliche Weizenernte vor dem Ausbruch des Konflikts lag bei etwa vier Millionen Tonnen. Zudem sei in einigen Gebieten Weizenmehl nun doppelt so teuer als noch vor zwei Jahren.

Auch die Viehzucht ist bedroht

Von den Engpässen ist ebenfalls die Viehzucht betroffen: Demnach würden nur noch halb so viele Hühner gezüchtet wie 2011. Auch die Zahl der Schafe und Rinder habe sich deutlich verringert, so die Uno. Um die Lage nicht noch weiter zu verschlechtern, würden dringend Impfstoffe für die Tiere benötigt.

Aufgrund der fehlenden Nahrungsmittel und des Bürgerkriegs sind in Syrien zahlreiche Menschen auf der Flucht: Bis Ende des Jahres könnten laut Uno mehr als zehn Millionen Syrer Flüchtlinge im eigenen Staat oder im Ausland sein.

tob/Reuters

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insgesamt 59 Beiträge
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thinkrice 05.07.2013
1.
Es ist eine Schande! Wann sehen die Regierungen dieser Welt endlich ein, dass sie nicht ihre Machtpolitik auf dem Rücken der syrischen Bevölkerung austragen können. Sie müssen sich jetzt endlich an einen Tisch setzen und über einen Waffenstillstand und Frieden verhandeln. Die Verlängerung des Konflikts durch Waffenlieferungen an die unterlegene Seite vergrößert nur das Leiden der Bevölkerung. Frieden jetzt!
kölschejung72 05.07.2013
2. Warum
braucht man dringend Impfstoffe für Tiere, wenn man eine Hungersnot hat. Das ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar.
kl1678 05.07.2013
3.
Zitat von sysopDPADie Zahlen sind alarmierend: Jeder fünfte Syrer bekommt wegen der Kämpfe zwischen Regierung und Rebellen nicht genug zu essen. Die Uno warnt vor einer weiteren Verschärfung der humanitären Situation in dem Bürgerkriegsland. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-uno-bericht-warnt-vor-hungersnot-a-909618.html
Könnte nicht der Iran Weizen liefern? Und für die Aktivisten könnten doch die "Freunde Syriens" Lunchpakete zu den Munitionskisten packen.
seppel25 05.07.2013
4. Syrien
Es ist so oder so sehr verwunderlich das die Berichterstattung zum Thema Syrien immer mehr abnimmt. Haben die Besserwisser … ehe Politiker dieser Welt langsam begriffen was sie da angestellt haben und welche oppositionellen Kräfte Sie dort unterstützen (Das Köpfen des christlichen oder ortodoxen, bin mir nicht mehr ganz sicher, Mönchs von letzter Woche war eigentlich nirgends Thema). Jetzt zieht man sich langsam und geordnet aber vor allem ganz im Stillen zurück und lässt einen Scheiterhaufen zurück. Ganz grosses Kino
Torkemada 05.07.2013
5. Das ist gewollt
Ich habe mich lange gefragt warum diese "Rebellen" unterstützt und finanziert werden. Aber das Muster ist unübersehbar. Der gesamte Nahe Osdten soll destabilisiert werden und oder unter die Herrschft von entweder Islamisten salafistisch-saudischer Prägung oder katarisch finanzierte Muslimbrüder fallen. inklusive wirtschfatlicher Niedergang Anarchie und Chaos. Siehe Irak, Tunesien, Libyen, Ägypten und eben auch Syrien. Dazu scheint jedes Mittel recht. Nicht umsonst hassen die sonst so gern vorgezeigten modernen "Facebookdemokraten" inzwischen den "Westen" insbesondere die US-Regierung. Die Initiatoren sind nicht dumm, sie wissen genau was sie anrichten.
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