Bürgerkrieg: Uno zieht Mitarbeiter aus Syrien ab

Die Uno und die EU reduzieren ihre Aktivitäten in Syrien. Grund ist die zunehmend gefährlicher werdende Lage in dem Bürgerkriegsland. In Washington wächst die Sorge, dass das immer weiter in Bedrängnis geratene Assad-Regime Chemiewaffen einsetzen könnte.

Uno-Konvoi in Damaskus: Ein Viertel der Mitarbeiter soll abziehen Zur Großansicht
DPA

Uno-Konvoi in Damaskus: Ein Viertel der Mitarbeiter soll abziehen

New York - Wegen der zunehmenden Gewalt im Syrien-Konflikt ziehen die Vereinten Nationen alle nicht unbedingt vor Ort benötigten Mitarbeiter aus dem Land ab. Zudem würden alle Aktivitäten in Syrien vorerst unterbrochen, sagte ein Uno-Sprecher am Montag in New York. "Die Situation - besonders in Damaskus, aber auch im ganzen Land - ist gefährlicher geworden." Die Leiter der Uno-Mission in Damaskus würden sich nun zusammensetzen und entscheiden, welche Mitarbeiter das Land verlassen sollten. Noch in dieser Woche sollten bis zu 25 der rund hundert Uno-Leute Syrien verlassen.

Die Ankündigung erfolgt wenige Tage nachdem zwei Uno-Konvois auf der Straße zwischen der zuletzt heftig umkämpften Hauptstadt Damaskus und dem internationalen Flughafen von Schüssen getroffen worden waren. Dabei wurden zwei österreichische Blauhelmsoldaten verletzt.

Der Uno-Hilfskoordinator für Syrien, Radhouane Nouicer, sagte laut der Uno-Nachrichtenagentur IRIN, die Sicherheitslage sei "extrem schwierig" geworden, auch in Damaskus. Das verbleibende Personal solle sich nur noch in der Hauptstadt Damaskus aufhalten, hieß es in New York.

Auch die Europäische Union kündigte am Montag an, ihre Aktivitäten in Syrien eindämmen zu wollen. Ein EU-Vertreter sagte, der Einsatz solle auf ein Minimum reduziert werden. Der diplomatische Dienst der EU hat ein Büro in Damaskus, das bisher während der gesamten Krise in Syrien offen geblieben war.

Die "New York Times" berichtete am Montag, die USA und die Europäer seien alarmiert, nachdem Bewegungen bei den syrischen Chemiewaffen-Einheiten beobachtet worden seien. Die Zeitung zitierte einen US-Vertreter, wonach die "Aktivitäten" die Vorbereitung eines Chemiewaffen-Einsatzes vermuten ließen.

Washington fürchtet Einsatz von Chemiewaffen

Am Montag äußerte sich die US-Regierung "zunehmend besorgt", dass das Assad-Regime Chemiewaffen gegen das eigene Volk einsetzen könnte. Die Opposition mache strategische Fortschritte und werde stärker, sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Montag in Washington. Die Führung in Damaskus habe es bisher nicht geschafft, diese Fortschritte durch konventionelle Schritte zu stoppen. Die USA seien daher "zunehmend besorgt über die Möglichkeit, dass das Regime in einer Verzweiflungsaktion chemische Waffen einsetzt", sagte Carney.

Wie zuvor US-Außenministerin Hillary Clinton in Prag bekräftigte auch der Sprecher, dass ein solcher Schritt für US-Präsident Barack Obama die "rote Linie" sei. Die USA beobachteten die Lage in Syrien genau und setzten ihre Konsultationen mit Syriens Nachbarn und Partnern in der internationalen Gemeinschaft fort. "Das Assad-Regime muss wissen, dass die Welt die Situation beobachtet und dass es von den Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft zur Rechenschaft gezogen wird, sollte es chemische Waffen einsetzen oder seinen Verpflichtungen, diese zu sichern, nicht nachkommt", warnte Carney.

ler/dpa/AFP/Reuters

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1. Es wirkt so leer hier!
criticus nixalsverdruss 03.12.2012
Zitat von sysopDPADie Uno und die EU reduzieren ihre Aktivitäten in Syrien. Grund ist die zunehmend gefährlicher werdende Lage in dem Bürgerkriegs-Land. In Washington wächst die Sorge, dass das immer weiter in Bedrängnis geratene Assad-Regime Chemiewaffen einsetzen könnte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-uno-zieht-mitarbeiter-ab-a-870773.html
Wo bleibt die Sana-Wochenschau? Wo die Assad-Apologeten? Wo die Wunderwaffe? Wenn es die Chemiewaffen sein sollten, dann werden wir wohl bald die US-Kavallerie einreiten sehen. Sie sollen schon dabei sein, ihre Pferde zu satteln.
2. scheint ja...
Schroekel 03.12.2012
Zitat von sysopDPADie Uno und die EU reduzieren ihre Aktivitäten in Syrien. Grund ist die zunehmend gefährlicher werdende Lage in dem Bürgerkriegs-Land. In Washington wächst die Sorge, dass das immer weiter in Bedrängnis geratene Assad-Regime Chemiewaffen einsetzen könnte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-uno-zieht-mitarbeiter-ab-a-870773.html
...richtig ungemütlich zu werden jetzt in Damskus. Die Uno zieht ihre Leute ab, der Flughafen nach drei Tagen komplettschließlung heute mal mit einer reinkommenden Maschine, Feuerwechsel an der türkischen und libanesischen Grenze, der Sprecher des Aussenministers setzt sich nach London ab... Kann man ja nur hoffen, dass Assad und sein Mafiaclan endlich ein Einsehen haben und in die schon bereitgestellten hübschen Plattenbauten östlich von Moskau umsiedeln. Die sollen mit Heizungen und Saune ausgerüstet sein und doppelte Stacheldraht Abschirmungen nach aussen verfügen : )
3. Auf jeden Fall steigt die Spannung.
criticus nixalsverdruss 03.12.2012
Zitat von Schroekel...richtig ungemütlich zu werden jetzt in Damskus. Die Uno zieht ihre Leute ab, der Flughafen nach drei Tagen komplettschließlung heute mal mit einer reinkommenden Maschine, Feuerwechsel an der türkischen und libanesischen Grenze, der Sprecher des Aussenministers setzt sich nach London ab... Kann man ja nur hoffen, dass Assad und sein Mafiaclan endlich ein Einsehen haben und in die schon bereitgestellten hübschen Plattenbauten östlich von Moskau umsiedeln. Die sollen mit Heizungen und Saune ausgerüstet sein und doppelte Stacheldraht Abschirmungen nach aussen verfügen : )
Gegen 19:00 Mez tauchte bei Flightradar24.com ein Flug SYR134 ohne Start/Ziel-Angaben ziemlich genau aus Richtung Moskau kommend im Nordosten Syriens auf, flog nach Südwesten und verschwand mitten im Flug kurz vor der irakischen Grenze plötzlich wieder vom Radar. Mit einem leichten Knick in der Route könnte er sich "inoffiziell" weiter nach Damaskus begeben haben. ;)
4. Chemiewaffen schlimmer als Granaten?
bumminrum 03.12.2012
macht es fuer die Bevoelkerung einen Unterschied ob sie durch Granten und Flaechenbombardements oder durch Chemiewaffen stirbt?
5.
schwarzschild 04.12.2012
Ist es zynisch, die Ächtung bestimmter Waffen als zynisch zu betrachten?
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Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

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