Bürgerkrieg in Syrien USA fürchten den Einsatz biologischer Waffen

Während der Bürgerkrieg in Syrien tobt, laufen die Verhandlungen bei der Friedenskonferenz in Genf schleppend. US-Geheimdienstdirektor James Clapper warnt derweil vor dem Einsatz biologischer Kampfstoffe. Syrien könne zu einer "begrenzten Herstellung" in der Lage sein.

Fassbomben zerstören Aleppo: Der Bürgerkrieg in Syrien tobt weiter
REUTERS

Fassbomben zerstören Aleppo: Der Bürgerkrieg in Syrien tobt weiter


Washington/ Genf - Auf der Friedenskonferenz in Genf wird zaghaft über eine Annäherung der Konfliktparteien in Syrien diskutiert, in den USA werden Details des Bürgerkriegs thematisiert: US-Geheimdienstdirektor James Clapper hat vor dem möglichen Einsatz von biologischen Kampfstoffen in Syrien gewarnt. Bei einer Anhörung im Senat in Washington sagte er, dass die Führung um Staatschef Baschar al-Assad zu einer "begrenzten Herstellung" von Biowaffen in der Lage sein könnte.

"Einige Bestandteile" des B-Waffenprogramms seien womöglich über das Forschungsstadium hinaus weiterentwickelt worden. Clapper machte die Aussagen bei seinem jährlichen Bericht vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. In Syriens Bürgerkrieg kamen bereits mehrfach Chemiewaffen zum Einsatz. Der Westen macht dafür die Führung in Damaskus verantwortlich. Unter der Aufsicht der Uno und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) soll das syrische Chemiewaffenprogramm bis Juni vollständig aufgelöst werden.

Zaghafte Friedensverhandlungen

In Genf gehen Regierung und Opposition derweil vorsichtig aufeinander zu, beide Seiten bezeichneten die Verhandlungen als "positiv". Eine Woche nach dem Auftakt der Friedensverhandlungen haben die Konfliktparteien erstmals die Bildung einer Übergangsregierung erörtert. Die Regierungsseite habe zugestimmt, das "Genfer Kommuniqué" als Verhandlungsgrundlage zu akzeptieren, sagte Oppositionssprecher Luai Safi am Mittwoch.

In dem 2012 maßgeblich von den USA und Russland vereinbarten "Genfer Kommuniqué" ist die Bildung einer Übergangsregierung unter Beteiligung der Opposition vorgesehen. Dass dies nun angesprochen wurde, sei "ein Schritt nach vorn", sagte Safi. Allerdings wollten die Regimevertreter, dass die Schaffung einer Übergangsregierung nicht - wie im Kommuniqué vorgesehen - am Anfang steht, sondern am Ende. Dies könne die Verhandlungen zu Fall bringen. Auch viele Fragen seien noch offen.

Auch die Regierungsvertreterin Buthaina Schaaban nannte die Gespräche "positiv", hob jedoch den unterschiedlichen Fokus beider Seiten hervor. Es müsse zunächst im Vordergrund stehen, dass die Gewalt gestoppt werde, sagte sie. Im syrischen Staatsfernsehen hieß es, die Abordnung der Regierung sei bereit, alle Bestimmungen des Genf-1-Abkommens "Schritt für Schritt" zu erörtern. Zuvor hatte die Regierungsdelegation in Genf Forderungen der Opposition nach dem Rücktritt Assads kategorisch abgelehnt.

Iran und Türkei bieten humanitäre Hilfe an

Die direkten Gespräche zwischen den Konfliktparteien laufen seit Samstag. Dabei wurde eine Vereinbarung erzielt, den Zivilisten das Verlassen der seit Monaten von den Regierungstruppen belagerten Stadt Homs zu erlauben. Zudem sollen Hilfskonvois in die Stadt gelassen werden.

Konkrete Pläne äußerten Iran und die Türkei: Die Länder planen eine gemeinsame humanitäre Hilfsaktion für Syrien. Das gab Präsident Hassan Rohani bei einem Treffen mit dem türkischen Regierungschef Recep Tayyip Erdogan in Teheran bekannt. "Humanitäre Hilfe beider Länder, besonders in der Winterzeit, könnte zumindest Teile der Probleme des syrischen Volks lösen", sagte Rohani. Wie die Zusammenarbeit konkret umgesetzt werden soll, sagte er jedoch nicht.

Währenddessen geht die Gewalt in Syrien weiter: Nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo wurden unterdessen mindestens 13 Menschen getötet, als Helikopter der Regierungstruppen sogenannte Fassbomben abwarfen. Das meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Außerdem lieferte sich die radikale Dschihadistengruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (ISIL) heftige Kämpfe mit anderen Rebellen in der Stadt Al-Bab.

vek/AFP/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
NaIche 29.01.2014
1. isses nicht...
Zitat von sysopREUTERSWährend der Bürgerkrieg in Syrien tobt, laufen die Verhandlungen bei der Friedenskonferenz in Genf schleppend. US-Geheimdienstdirektor James Clapper warnt derweil vor dem Einsatz biologischer Kampfstoffe. Syrien könne zu einer "begrenzten Herstellung" in der Lage sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-usa-fuerchten-den-einsatz-biologischer-waffen-a-946278.html
voll der Hammer? Jetzt, nachdem der große Diktator die Chemiewaffen abgeliefert hat, bedroht er die Welt mit Biowaffen??? Na klar, den Amis ist ja die rote Linie abhanden gekommen... Und Steinmeier will jetzt auch fleißig mit dem Säbel, wir sind ja schließlich viel zu wichtig um uns rauszuhalten! Mir wird schlecht...
ein anderer 29.01.2014
2. ...
Zitat von sysopREUTERSWährend der Bürgerkrieg in Syrien tobt, laufen die Verhandlungen bei der Friedenskonferenz in Genf schleppend. US-Geheimdienstdirektor James Clapper warnt derweil vor dem Einsatz biologischer Kampfstoffe. Syrien könne zu einer "begrenzten Herstellung" in der Lage sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-in-syrien-usa-fuerchten-den-einsatz-biologischer-waffen-a-946278.html
Oje, jetzt werden die Rebellen wohl bei jeder Grippe Epidemie oder bei anderen Krankheiten, die aufgrund der zerstörten Infrastruktur unausweichlich auf die Menschen zukommen, sofort Biowaffeneinsatz schreien. Fehlt nur noch Obamas rote Linie, damit Länder wie Saudi-Arabien auch auf "den Zug" aufspringen.
the_informed 29.01.2014
3. clapper
diese biowaffen-geschichte ist wohl die "am wenigsten unwahre version der wahrheit" , um mal clappers eigene worte zu nutzen.
tripler 30.01.2014
4. und wo bleibt die Hilfe aus den
Ländern der arabischen Halbinsel? Ach noe den Saudis ist ja das Geld ausgegangen da sie ja erst vor kurzem fuer 30 Milliarden US Waffen gekauft haben, und die Qataris haben zwar das höchste Pro Kopf einkommen weltweit aber muessen sparen in dem sie Gastarbeitern die Pässe abnehmen und dann versklaven: http://qatarfifaworldcup2022.wordpress.com Die USA muessen ja geld sparen um die ganzen "moderaten" Rebellen zu unterstuetzen (natuerlich non-lethal) und für den nächsten Krieg zu sparen.
Sperberauge 30.01.2014
5. Das B-Waffen-Märchen
Die Amis haben wieder ein False-Flag-Märchen aus der Mottenkiste geholt und versuchen nun, der Welt zu erklären, wie dringend nötig es ist, in Syrien (doch noch) zuzuschlagen, nachdem es mit der Giftgasgeschichte nicht geklappt hat. Diese B-Waffen-Lüge wurde uns schon einmal aufgetischt, als sie Saddam Hussein loswerden wollten. Plumper geht’s nicht mehr!
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