Krise in Afrika Uno schickt mehr Blauhelme in den Südsudan

Die Gewalt im Südsudan eskaliert. Jetzt hat der Uno-Sicherheitsrat eine deutliche Aufstockung der Friedenstruppen beschlossen. Einstimmig verabschiedete das Gremium eine entsprechende Resolution. Die 7000 Soldaten bekommen Verstärkung durch 5500 weitere Blauhelme.

Blauhelm-Soldaten im Südsudan: Verstärkung für den Schutz von Zivilisten
REUTERS

Blauhelm-Soldaten im Südsudan: Verstärkung für den Schutz von Zivilisten


New York - Der Uno-Sicherheitsrat hat beschlossen, die Zahl der Blauhelm-Soldaten im Südsudan deutlich zu erhöhen. Künftig wird die Unmiss-Truppe fast doppelt so groß sein wie bisher. 12.500 Soldaten sollen die Zivilbevölkerung in dem von Bürgerkrieg geplagten Land schützen, bislang waren es 7000. Auch die Zahl der Uno-Polizisten wird erhöht, von rund 900 auf 1323.

Die rund 5500 zusätzlichen Soldaten werden von anderen Uno-Missionen in Afrika - unter anderem aus dem Kongo, Darfur und der Elfenbeinküste - abgezogen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte dem Sicherheitsrat den Vorschlag zur Erhöhung der Truppen vorgelegt, die 15 Mitglieder stimmten ihm in einer Dringlichkeitssitzung einstimmig zu. Die Vereinten Nationen wollen außerdem Kampfhubschrauber in den Südsudan verlegen.

Der Rat verurteilte die Gewalt gegen Zivilisten wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Die Mitglieder forderten Rebellen und Regierungstruppen dazu auf, die Kampfhandlungen umgehend einzustellen und Verhandlungen zu beginnen. Nach Einschätzungen der Vereinten Nationen sind in der vergangenen Woche Tausende Menschen getötet worden. Zuvor hatte die Uno bereits von Kriegsverbrechen in dem Land gesprochen.

Seit Beginn der Kämpfe vor gut einer Woche habe es Massenexekutionen gegeben, Menschen würden willkürlich verhaftet. "In den letzten Tagen sind massenweise außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Menschen allein wegen ihrer ethnischen Zugehörigkeit dokumentiert worden", sagte die Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte, Navi Pillay. Hunderte Zivilisten seien in den vergangenen Tagen bei Razzien in Juba verschleppt worden, mehrere hundert Angehörige der Polizeikräfte seien ebenfalls festgenommen worden. Ihr Schicksal ist unklar.

In dem erst 2011 gegründeten Staat war vor gut einer Woche ein Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem früheren Stellvertreter Riek Machar eskaliert, die den verfeindeten Volksgruppen der Dinka und Lou Nuer angehören. Seitdem eroberten die Aufständischen mehrere Städte, Hunderte Menschen wurden getötet, Zehntausende in die Flucht getrieben.

max/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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Michi2010, 24.12.2013
1. Und was ...
machen die Herren da dort? Unsere Gewissen beruhigen? Wie wäre es mal die Nachricht an die Herren Kontrahenten vor Ort ... Wer zuerst schiesst bekommt richtig eins auf´s Dach. Jegliche Gewalt gegen Zivilpersonen wird sofort und unnachsichtig geahndet ... anders kapieren die das nicht.
mulan2255 25.12.2013
2. Pro und contra
Einerseits geschieht, von wem auch immer gesteuert und gefördert, bereits ein neuer Genozid, so dass die Menschen dort in akuter Gefahr sind und gerettet werden müssen - aber mich beschleicht das Gefühl, dass die recht schnellen und ungewöhnlich auch massiven militärischen Maßnahmen pp. nicht nur wegen der Menschen geschieht. Im Südsudan sind bekanntlich beträchtlich Ölvorkommen. ...
Fleetenkieker 25.12.2013
3. Noch mehr Soldaten der UNO in den Sudan?
Das bisher dort stationierte Kontingent verschlingt jährlich mehr als 800 Millionen US-$. Erreicht hat die UNMISS bislang absolut nichts, wie jetzt zu sehen ist. Mit der Aufstockung der Einheiten werden die Kosten auf mehr als 1,5 Milliarden steigen, und es wird sich wiederum nichts in diesem Land ändern. Wäre dieses Geld nicht besser in die dringend erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen des Landes investiert?
mona2 25.12.2013
4. das eigentliche Thema
das eigentliche Thema dieses 'Konfliktes' wurde wieder politisch korrekt umschifft. Kein Wort, wer gemordet wird und wer der Aggressor ist. Wer genauer informiert ist, weiss das die weltweit grössten Friedensstifter dabei sind den renitenten Ungläubigen den 'Frieden' zu bringen. Die Blauhelme dürfen wohlwollend zuschauen ansonsten wartet die Peitsche oder gleich der Baukran....
UdoL 25.12.2013
5.
Zitat von sysopREUTERSDie Gewalt im Südsudan eskaliert. Jetzt hat der Uno-Sicherheitsrat eine deutliche Aufstockung der Friedenstruppen beschlossen. Einstimmig verabschiedete das Gremium eine entsprechende Resolution. Die 7000 Soldaten bekommen Verstärkung durch 5500 weitere Blauhelme. http://www.spiegel.de/politik/ausland/buergerkrieg-uno-stockt-blauhelm-truppe-im-suedsudan-deutlich-auf-a-940807.html
Eine fünfstellige Anzahl von Soldaten und Polizisten kann max. ein paar wichtige Orte sichern. Dagegen könnte auch ein Millionenheer aus deutschen, britischen und französischen Soldaten den Leuten dort nicht beibringen, dass alle im Interesse eines handlungsfähigen Staatswesens irgendwie zusammenwirken müssen und Waffengewalt dort absolut nichts zu suchen hat. Das müssen sie selbst merken. Ich würde nicht jeden Einsatz als "Blauhelm" ablehnen, aber diesen schon.
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