Sofia - Bulgariens Parlament hat den Rücktritt der Mitte-rechts-Regierung von Ministerpräsident Boiko Borissow akzeptiert. Die Abgeordneten in Sofia unterstützten den am Vortag bekanntgegebenen Amtsverzicht mit 209 Ja-Stimmen, fünf Gegenstimmen und eienr Enthaltung. Damit machten sie den Weg für Neuwahlen frei. Diese sind für April vorgesehen.
Massive Proteste hatten zum Rücktritt der Regierung Borissow gut vier Monate vor Auslaufen der Amtszeit geführt. Die Aktivisten setzten ihre Straßenaktionen auch am Mittwochabend fort. Sie protestieren gegen die hohen Strompreise und geringen Löhne. Bulgarien ist das ärmste Land der EU. Der monatliche Durchschnittslohn liegt bei 350 bis 400 Euro. Hohe Arbeitslosigkeit sowie Korruption und Vetternwirtschaft sorgen für Unmut in der Bevölkerung.
Zugleich berieten die Abgeordneten am Donnerstag über die Regierungskrise im Land. Viele Redner riefen zur Wahl einer Großen Volksversammlung auf, die eine neue Verfassung ausarbeiten soll. Das fordern auch die im Internet organisierten Aktivisten.
heb/dpa/AFP
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