Afghanistan Bundesanwaltschaft ermittelt gegen deutschen Taliban-Unterstützer

Bei einer Razzia ging er afghanischen Ermittlern ins Netz: Nun beschäftigt sich auch die deutsche Justiz mit dem Mann, der in Afghanistan die radikalislamischen Taliban beraten haben soll.

Der mutmaßliche Taliban-Berater
AFP/ AFGHAN ARMED FORCES

Der mutmaßliche Taliban-Berater


Wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrorvereinigung hat die Bundesanwaltschaft Ermittlungen zu dem Deutschen aufgenommen, der die Taliban militärisch beraten haben soll. Er war bei einer Razzia Anfang März von afghanischen Spezialeinheiten in der südlichen Unruheprovinz Helmand gefasst worden.

Die Ermittlungen bestätigte eine Sprecherin der Behörde der Nachrichtenagentur AFP.

Zunächst ermittelte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Nach Angabe der Behörde handelte es sich bei dem Mann um einen aus der rheinland-pfälzischen Stadt Worms stammenden, mutmaßlichen Islamisten mit deutscher Staatsangehörigkeit. Laut SWR soll die Bundesanwaltschaft nun das Bundeskriminalamt mit weiteren Ermittlungen in dem Fall beauftragt haben.

Offenbar hätten sich die Hinweise verdichtet, dass der festgenommene Thomas K. ein aktives Mitglied der Taliban gewesen sein könnte, berichtete der SWR. Nach afghanischen Armeeangaben soll der Mann Militärberater des Kommandeurs der Taliban-Elitetruppe "Rote Einheit" in Helmand, Mullah Nasir, gewesen sein. Diese wird für tödliche Anschläge auf afghanische Sicherheitskräfte verantwortlich gemacht.

Nach einem früheren Bericht des Magazins "Focus" halten deutsche Sicherheitskreise auch eine Verwicklung des Mannes in einen schweren Anschlag auf das Diplomatenviertel in der afghanischen Hauptstadt Kabul für möglich. Dabei waren Ende Mai 2017 mehr als 150 Menschen getötet worden. Auch die deutsche Botschaft war bei der Explosion schwer beschädigt worden.

Wie der SWR ebenfalls unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, gibt es dafür aber keine gesicherten Belege. Demnach hatte die Bundesanwaltschaft bereits vor 2010 gegen K. ermittelt. Damals ging es um Aktivitäten für eine Wormser Hilfsorganisation, die im Verdacht stand, Spenden für eine aktive Islamistengruppierung aus dem Kaukasus zu sammeln. Die Ermittlungen wurden wieder eingestellt.

Nach einem früheren Bericht der "Welt" soll der Mann den deutschen Behörden seit 2009 als radikalisierter Islamist bekannt sein. Er reiste nach Informationen der Zeitung bereits 2013 nach Afghanistan oder Pakistan aus.

mho/AFP



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