Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Bundespräsident auf Reisen: Gauck verurteilt ethnische Konflikte in Burma

Bundespräsident Gauck: Großer Auftritt in Burma Fotos
AFP

Bundespräsident Gauck hat zum Start seines Burma-Trips die anhaltenden Konflikte im Land kritisiert. Minderheiten würden weiter unterdrückt. Zugleich lobte er den Willen zur Demokratie. Am Nachmittag steht ein Treffen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an.

Naypyidaw - Drei Jahre ist das Ende der Militärherrschaft in Burma her - und das Land hat noch einen langen Weg vor sich. Dies hat Bundespräsident Joachim Gauck bei seinem Besuch in der Hauptstadt Naypyidaw betont. Er verurteilte die anhaltenden Konflikte zwischen Buddhisten und Muslimen. Berichte über Ausschreitungen machten Sorge, die rechtliche Lage der Minderheit der Rohingyas sei weiter ungeklärt, so Gauck am Montag bei einem Empfang zu seinen Ehren. Zuvor war er zum offiziellen Auftakt seines dreitägigen Besuchs von Staatschef Thein Sein mit militärischen Ehren begrüßt worden.

Bei aller Kritik lobte Gauck aber auch den Willen zur Demokratisierung. "Sie können in Zukunft auf Deutschland zählen, wenn Sie den begonnenen Weg fortsetzen", sagte er. Thein Sein dankte für deutsche Unterstützung auch in Zeiten, in denen "gewisse westliche Mächte" massiven Druck auf das Land ausgeübt hätten.

Später am Montag trifft Gauck mit der Friedensnobelpreisträgerin und langjährigen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammen. Nach fast 15 Jahren unter Hausarrest sitzt sie jetzt im Parlament und will im kommenden Jahr bei den Präsidentschaftswahlen antreten. Es ist der zweite Tag der Visite des deutschen Staatsoberhaupts in dem südostasiatischen Land - knapp drei Jahre nach dem Ende der Militärherrschaft.

In Gegenwart der Präsidenten unterzeichneten Vertreter beider Länder in der Hauptstadt Burmas ein Abkommen, das einen Schuldenerlass in Höhe von 500 Millionen Euro vorsieht. Damit will Deutschland seine Unterstützung für die Öffnung des Landes unterstreichen, das über Jahrzehnte von einer Militärdiktatur regiert wurde. Am Dienstag eröffnet Gauck in der Metropole Rangun die neuen Räume des Goethe-Instituts sowie ein Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft.

jok/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Für alle die nicht wissen
redbayer 10.02.2014
was oder wer Myanmar ist, hier der Link http://de.wikipedia.org/wiki/Myanmar Das müssen die Deutschen jetzt auswendig lernen, weil Myanmar seit Januar auch zu der neuen deutschen Weltpolitik zählt, auf die ja die Weltgemeinschaft so lange warten musste. Kurz gesagt, der Bundespfarrer hat dort gleich mal 500 Millionen deutsche Steuergelder ausgegeben (Schuldenerlass, ist ja seine Staatsaufgabe). Gleichzeitig macht er klar, dass Deutschland die Gegnerschaft der Burmesen zu 1,9 Millionen islamischen Einwanderern (ähnlicher Anteil wie in Deutschland) nicht mehr länger hinnehmen wird. Es gehört zu den deutschen Aufgaben, überall in der Welt einzugreifen, wo versucht wird die Ausbreitung des Islam und seiner Ideologie zu stoppen. Burma hat da von deutscher Seite aus gesehen hohe Priorität, ähnlich wie Thailand und China, die man sich später vorknöpfen wird. Im Fall des kleinen Burma (54 Millionen Einwohner) kann man hinter vorgehaltener Hand auch schon mal etwas mit Militäreinsatz drohen. Der gilt ja seit letzten Monat für die deutsche Bundeswehr als weltweit genehmigt. Das hatte ebenfalls der Bundespfarrer verkündet, im Auftrag der "Weltgemeinschaft" (Anm. wer nicht weiß was letztere ist, siehe Wikipedia).
2. Reiseverlängerung
herr minister 10.02.2014
Kann der bitte noch ein bissl da bleiben, zur Situation in dem Land, wo er Präsi ist, hat er ja wohl nichts mehr zu sagen. Ist auch besser so.
3. Gauck bleib daheim ....
Paul-Merlin 10.02.2014
Zitat von sysopAPBundespräsident Gauck hat zum Start seines Burma-Trips die anhaltenden Konflikte im Land kritisiert. Minderheiten würden weiter unterdrückt. Zugleich lobte er den Willen zur Demokratie. Am Nachmittag steht ein Treffen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundespraesident-gauck-verurteilt-ethnische-konflikte-in-burma-a-952479.html
diese Reisen kosten nur viel Geld und bringen Null. Auf solche Laienspielauftritte sollten wir verzichten. Diese "Schönsprecherei" bringt auch den Menschen in Burma nichts. Angesichts der Sinnlosigkeit des Tuns unseres Bundespräsidenten drängt sich vielmehr einmal mehr die Abschaffung dieses Amtes zuzüglich des dranhängenden Verwaltungsapparats auf. Die Gelder könnten in Deutschland wahrhaftig sinnvoller eingesetzt werden.
4. Finde ich gut
mickt 10.02.2014
ist doch gute Geste, der Schuldenerlass und zur Versöhnung/Befriedung der Konflikte aufzurufen. Danke Herr Gauck!
5. Barfuß? Alternative Stadtrundfahrt?
rolandofurioso 10.02.2014
Was uns die Bilder leider nicht zeigen: Durfte er wie jeder andere Besucher ebenfalls vorher die Schuhe ausziehen oder bekam er eine präsidiale, protestantisch-ostelbische Extrawurst gebraten? Weiters: Ich hoffe doch inständig, Gauck hat sich bei seinem Yangon-Besuch nicht die einmalige Gelegenheit entgehen lassen, an folgender in Spiegel Online unlängst beworbene alternativer Stadtrundfahrt teilzunehmen: http://www.spiegel.de/reise/fernweh/rangun-in-burma-taxifahrt-mit-ex-haeftling-a-944557.html Am besten mit Staatschef Thein Sein auf dem Beifahrersitz?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 51,419 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staats- und Regierungschef: Htin Kyaw

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Burma-Reiseseite


Karte

Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: