Durchsuchungen bei NGOs: Bundesregierung protestiert gegen Razzien in Russland

Russlands Präsident Putin: Er hat das Gesetz gegen "ausländische Agenten" initiiert Zur Großansicht
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Russlands Präsident Putin: Er hat das Gesetz gegen "ausländische Agenten" initiiert

Russische Behörden überziehen seit zwei Tagen vom Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen mit Razzien: Justizangestellte und die Steuerpolizei fahnden nach "ausländischen Agenten" unter Menschenrechtlern. Die Bundesregierung ist entsetzt - und protestiert.

Moskau/Berlin - Das entsprechende Gesetz ist erlassen - nun wird es umgesetzt: Um "ausländische Agenten" zu identifizieren, legen Behörden Menschenrechtsorganisationen landesweit mit Razzien lahm. Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft, des Justizministeriums und der Steuerpolizei suchten am Freitag den zweiten Tag hintereinander nach belastendem Material. Das teilte die auch mit deutschem Geld finanzierte Organisation Memorial mit. Kopien von Hunderten Dokumenten seien beschlagnahmt worden.

Die Bundesregierung äußerte sich "sehr beunruhigt". Außenminister Guido Westerwelle forderte die faire Behandlung von Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen (NGOs). Solche "konzertierten Aktionen" seien nicht akzeptabel. Betroffen waren bereits am Donnerstag mehr als 2000 Büros von verschiedenen Organisationen.

Seit vergangenem Jahr müssen NGOs sich als "ausländische Agenten" registrieren, wenn sie Geld von außerhalb Russlands erhalten. Das lehnen Memorial und andere renommierte NGOs wie die Moskauer Helsinki Gruppe, die unabhängigen Wahlbeobachter von Golos sowie weitere Organisationen aber ab. Sie befürchten, als Spione gebrandmarkt zu werden.

Experten warnen ausdrücklich vor dem Titel "ausländischer Agent", da er zusammen mit einem ebenfalls verschärften Hochverratsgesetz leicht eine Anklage wegen Spionage nach sich ziehen könnte. Kremlchef Wladimir Putin, ehemals Geheimoffizier, hatte immer wieder davor gewarnt, dass der Westen über seine Agenten Russland infiltriere.

"Es erzeugt eine Atmosphäre, die eine normale Arbeit unserer Organisation lähmt. Das ist staatlicher Druck auf die Gesellschaft", kritisierte Memorial-Chef Arseni Roginski die Behörden-Razzia. Seine Organisation arbeitet auch die Verbrechen unter dem blutrünstigen Sowjetdiktator Josef Stalin auf.

"Dieses präzedenzlose und aus meiner Sicht willkürliche Vorgehen schüchtert alle ein, die sich in Russland zivilgesellschaftlich engagieren", kritisierte der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning (FDP). Von einer "neuen Dimension im repressiven Vorgehen des Kreml" sprach die Grünen-Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck.

flo/dpa

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insgesamt 207 Beiträge
drancho 22.03.2013
Eine Organisation dessen Mitarbeiter mit Geldern aus dem Ausland bezahlt werden! Ganz richtig, das sind SPIONE! Die Russen rechnen also immer noch richtig! Oder möchte mir der Verfasser mal vorrechnen, dass 1 1 nicht 2 ist?
Eine Organisation dessen Mitarbeiter mit Geldern aus dem Ausland bezahlt werden! Ganz richtig, das sind SPIONE! Die Russen rechnen also immer noch richtig! Oder möchte mir der Verfasser mal vorrechnen, dass 1 1 nicht 2 ist?
... zieht den endgültigen Schlussstrich unter Glasnost und Perestroika. "Es geht die Weltöffentlichkeit doch nichts an, wie wir mit unseren Oppositionellen verfahren, oder wie frei unsere Wahlen wirklich sind! Wer das [...]
Zitat von sysopRussische Behörden überziehen seit zwei Tagen vom Ausland finanzierte Nichtregierungsorganisationen mit Razzien: Justizangestellte und die Steuerpolizei fahnden nach "ausländischen Agenten" unter Menschenrechtlern. Die Bundesregierung ist entsetzt - und protestiert Bundesregierung protestiert gegen Razzien von NGOs in Russland - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundesregierung-protestiert-gegen-razzien-von-ngos-in-russland-a-890523.html)
... zieht den endgültigen Schlussstrich unter Glasnost und Perestroika. "Es geht die Weltöffentlichkeit doch nichts an, wie wir mit unseren Oppositionellen verfahren, oder wie frei unsere Wahlen wirklich sind! Wer das wissen will, ob wir wirklich Demokraten sind, ist ein Spion."
r2t5 22.03.2013
wenn Oppositionelle es nötig haben, aus dem Ausland mit Geld versorgt zu werden, sind sie im Auftrag tätig und nichts weiter als angeworbene ausländische Agenten: wes Brot ich ess, des Lied ich sing. hatten schon USA [...]
Zitat von meinnametutnixzursache... zieht den endgültigen Schlussstrich unter Glasnost und Perestroika. "Es geht die Weltöffentlichkeit doch nichts an, wie wir mit unseren Oppositionellen verfahren, oder wie frei unsere Wahlen wirklich sind! Wer das wissen will, ob wir wirklich Demokraten sind, ist ein Spion."
wenn Oppositionelle es nötig haben, aus dem Ausland mit Geld versorgt zu werden, sind sie im Auftrag tätig und nichts weiter als angeworbene ausländische Agenten: wes Brot ich ess, des Lied ich sing. hatten schon USA vorgemacht, die müssen es wissen.
garderegiment 22.03.2013
machen das genau richtig! Die haben keine Lust auf eine vom feindlichen Ausland bezahlte und gesteuerte "orangene Reolution" wie in der Ukraine. Also folgerichtig, dass sie den Sumpf austrocknen. Das allgemeine [...]
machen das genau richtig! Die haben keine Lust auf eine vom feindlichen Ausland bezahlte und gesteuerte "orangene Reolution" wie in der Ukraine. Also folgerichtig, dass sie den Sumpf austrocknen. Das allgemeine Aufgejaule im westlichen Ausland zeigt, dass sie ins Schwarze getroffen haben.
bvdlinde 22.03.2013
...wäre ich Putin, hätte ich auch keine Lust, dass von den USA oder Deutschland vollfinanzierte Institutionen große Demos gegen mich veranstalten. Man stelle sich das mal lebhaft in Deutschland vor: eine von Russland finanzierte [...]
...wäre ich Putin, hätte ich auch keine Lust, dass von den USA oder Deutschland vollfinanzierte Institutionen große Demos gegen mich veranstalten. Man stelle sich das mal lebhaft in Deutschland vor: eine von Russland finanzierte Organisation, die sich vielleicht "Neue Demokratie" nennt, demonstriert vor unserer nächsten Bundestagswahl öffentlich gegen Merkel und skandiert mit Transparenten "Merkel muss weg!" Das würde ich gern mal sehen.
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  • Freitag, 22.03.2013 – 20:42 Uhr
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Bevölkerung: 142,958 Mio.

Fläche: 17.098.200 km²

Hauptstadt: Moskau

Staatsoberhaupt:
Wladimir Putin

Regierungschef: Dmitrij Medwedew

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