Bundeswehr Deutsche Soldaten unter Kommando der Niederlande

Es ist der nächste Schritt bei der gemeinsamen Landesverteidigung: Eine Raketengruppe der Luftwaffe in Schleswig-Holstein untersteht jetzt niederländischem Befehl.

Bundeswehrsoldaten mit Stinger-Raketen in Todendorf, Schleswig-Holstein
DPA

Bundeswehrsoldaten mit Stinger-Raketen in Todendorf, Schleswig-Holstein


Im Zuge der Militärkooperation zwischen Berlin und Den Haag wird am Mittwoch eine Flugabwehrraketengruppe der deutschen Luftwaffe dauerhaft unter niederländisches Kommando gestellt.

Betroffen von dem Führungswechsel sind rund 450 deutsche Soldaten. Führen wird sie fortan das Defensie Grondgebonden Luchtverdedigingscommando im niederländischen Vredepeel wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Deutsche Soldatinnen und Soldaten werden allerdings nicht in die Niederlande umziehen, sie bleiben an ihrem Standort im schleswig-holsteinischen Todendorf stationiert.

Flugabwehrpanzer "Gepard" auf dem Schießplatz in Todendorf
DPA

Flugabwehrpanzer "Gepard" auf dem Schießplatz in Todendorf

Die enge Verzahnung der Streitkräfte beider Länder soll unter anderem die Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit der Luftverteidigung vom Boden aus erhöhen. Geplant sind auch eine gemeinsame Ausbildungsakademie sowie Absprachen bei Rüstungsprojekten.

Für Auslandseinsätze und im Ernstfall kann die Flugabwehrraketengruppe 61 weiterhin so genutzt werden, wie es Deutschland will. In einem solchen Fall werden die beteiligten Soldaten dann vom Einsatzführungskommando der Bundeswehr geführt. Zuletzt wurden Soldaten aus Todendorf beispielsweise ins westafrikanische Mali geschickt, um dort mit dem Flugabwehrsystem Mantis die vor Ort stationierten Truppen vor Bedrohungen aus der Luft zu schützen.

cht/dpa



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