Kurden Peschmerga trainieren ab Montag mit deutschen Waffen

Die Bundeswehr beginnt mit der Ausbildung von Peschmerga-Kämpfern im Irak. 150 Unteroffiziere und Offiziere der kurdischen Miliz sollen nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ab Montag an Gewehren und Panzerfäusten trainieren.

Kurdische Peschmerga-Kämpfer: Bundeswehr will 150 Offiziere trainieren
REUTERS

Kurdische Peschmerga-Kämpfer: Bundeswehr will 150 Offiziere trainieren


Berlin - Die Ausbildung von kurdischen Peschmerga-Kämpfern an deutschen Waffen soll am kommenden Montag im Irak beginnen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE sehen aktuelle Planungen vor, ab dann rund 150 kurdische Offiziere und Unteroffiziere an Gewehren der Typen G3, MG3 und G36 sowie an Panzerfäusten auszubilden. Das Training soll demnach in mehreren Abschnitten zunächst bis Ende November fortgesetzt werden.

Deutschland hat sich im Rahmen des Kampfes gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" bereit erklärt, Waffen in das nordirakische Kurdengebiet zu liefern und die Soldaten vor Ort zu trainieren. Diese sollen dann ihrerseits das gelernte Wissen weitergeben.

Die ersten Gewehre sind am vergangenen Donnerstag in Arbil gelandet, fünf deutsche Ausbilder sowie ein Sanitäter halten sich ebenfalls seit Donnerstag vor Ort auf. Insgesamt sollen rund 10.000 kurdische Kämpfer mit Waffen für 70 Millionen Euro aus Bundeswehrbeständen ausgerüstet werden.

Die Bundesregierung hatte Ende August nach kontroverser Debatte beschlossen, die irakischen Kurden auch mit Waffen im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Außer Waffen sollen sie auch Schutzbrillen und Sanitätsausstattungen erhalten.

gor

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insgesamt 27 Beiträge
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double-U13 27.09.2014
1. Aber benutzen dürfen
sie die Waffen erst, wenn sie die Ausbildung abschlossen und sowohl die theoretische und praktische Prüfung mit mindestens gut bestanden haben, was sie berechtigen würde, einen ordnungsgemäßen Waffenschein zu erhalten.
carolian 27.09.2014
2. Holt die Terroristen nach Deutschland
Es ist doch der reinste Wahnsinn, Milizen von irgendwelchen Volksgruppen an Waffen auszubilden. Das geht voll gegen die sowieso schwache irakische Marionettenregierung und wird im weiteren Verlauf und im folgenden Kampf für den erstrebten Kurdenstaat den ganzen Nahen Osten in Brand setzen. Mit Involvierung der Nato durch den Nato-Partner Türkei: Bündnisfall. Dafür braucht man kein Prophet zu sein: das ist zwangsläufig. Wie es jeder Leser dieser Zeilen spätestens 2016 feststellen wird. Die USA setzt den Nahen Osten in Brand, um das Öl abzuschöpfen. Gut, das Deutschand kein Öl hat, sonst würden die auch hier rumsauen. Permanenter Krieg und Unruhen wird von der selbsternannten Weltmacht angestrebt, für die die Frau Merkel nun den Pudel spielt. Und alles nur um Öl.
zerberus und co. 27.09.2014
3. Manchmal ist es richtig, das Falsche dennoch zu tun
Manchmal ist es richtig, das Falsche dennoch zu tun - und die Lieferung von Waffen in einen bestehenden Konflikt hinein ist immer falsch, weil klar ist, dass sie - jedenfalls zunächst den Konflikt nur verschärfen wird, die Zahl der Toten und Verletzten und Verstümmelten nur erhöhen und das Leid der Menschen, die davon betroffen sind allenfalls anders verteilen, nicht aber lindern wird. Und doppelt bitter ist diese Vorgehensweise, die dann gegenüber der Alternative der Barbarei absurder Weise wie wahre Humanität erscheint, wenn man weiß, dass diese bizarre Situation über Jahrzehnte falscher Politik, über mangelnde Bereitschaft gefördert worden ist, wirklichen Frieden durch eine andere Verteilung von Reichtum, durch den gleichen Zugang zur Teilhabe an den Errungenschaften einer modernen Welt zu ermöglichen. Niemand soll sich da als Wohltäter oder Humanist fühlen, wenn er solchen Aktionen seine mentale - wenn auch notwendige - Zustimmung erteilt. Waffen sind in Wirklichkeit ein Dokument der Kapitulation der Humanität vor der Barbarei und des Scheiterns der "westlichen" Lebensweise - auch und gerade dann, wenn ihre Anwendung unausweichlich wird.
spon-facebook-1629421895 27.09.2014
4.
Wenn die Ausbilder der BW mal nicht ausgelacht werden. Im Gegensatz zur BW haben die bereits Kampferfahrung, auch mit MILAN und G3. Beim G36 muss man halt lernen, nicht im Dauerfeuer zu schießen, es nicht, wie ne AK in den Sand zu legen - oder es mit einem Wurf in den nächsten Brunnen zu reinigen :) Wie kann es blos sein, dass die IS - ohne Ausbildung - mit erbeuteten M4A3, POW-Raketen, APCs, Panzern etc zurrecht kommt. Sorry - aber Ausbildungsquatsch ist typisch deutscher Schwachsinn. Die Peshmerga wissen schon, wie man ne Waffe bedient (im Gegensatz zu manchen Rekruten in AGA-Dokus - "Wieso schließen sie beim Schießen die Augen?" "Panzergrenadier NAAAGEL!"). Statt sowas zu machen, wäre es deutlich sinnvoller, wie die SAS oder SAD/SOGler "Militärberater" als "Force-Multiplier" tätig zu werden. Vorbild Afgahnisch-Russischer Krieg - bei dem man es immerhin geschaft hat, die Sowiettruppen zu besiegen.
pumuc 27.09.2014
5. stundenplan
Ausbildung findet von Montag bis Freirag im Zeitrahmen von 07:00 - 16:30 Uhr statt. Samstag u. Sonntag zur freien Verfügung //Typisch Deutsch
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