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06. Januar 2016, 11:57 Uhr

Missionen in Mali und Irak

Kabinett beschließt Ausweitung von Bundeswehr-Einsätzen

500 weitere Soldaten nach Mali, 50 zusätzliche Ausbilder in den Irak: Die Regierung hat die Ausweitung zweier Auslandseinsätze der Bundeswehr beschlossen. Nun muss das Parlament noch zustimmen.

Die Bundeswehr soll noch stärker für den Kampf gegen islamistische Terrorgruppen eingesetzt werden: Das Kabinett hat die Ausweitung der Einsätze in Mali und im Nordirak beschlossen.

Berlin will 550 zusätzliche Soldaten nach Mali schicken. Im Norden des westafrikanischen Landes soll sich die Bundeswehr dann mit bis zu 650 Soldaten an der Uno-Friedenstruppe Minusma beteiligen. Die Bundesregierung hatte die Ausweitung nach den Anschlägen in Paris Mitte November angekündigt, um Frankreich zu entlasten.

Der Einsatz ist gefährlich: Seit Beginn der Mission 2013 sind 72 Blauhelmsoldaten getötet worden. Bisher sind nur wenige deutsche Uno-Soldaten in der Hauptstadt Bamako stationiert. Weitere Bundeswehrsoldaten bilden im relativ sicheren Süden im Rahmen einer EU-Mission die malischen Streitkräfte aus.

Künftig sollen die deutschen Truppen in Nordmali mit niederländischen Soldaten zusammenarbeiten, die in der Stadt Gao ein großes Feldlager betreiben. Zu den Hauptaufgaben der deutschen Truppen zählen Aufklärung, die Sicherung des Feldlagers und Logistik. Die Verlegung soll in einigen Wochen beginnen, bis Ende Mai sollen alle Soldaten vor Ort sein.

Beim Irak-Einsatz soll die Mandatsobergrenze nach dem Willen der Regierung von 100 auf 150 Soldaten steigen. Die Bundeswehr bildet in der Stadt Arbil kurdische Soldaten aus, die gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfen. Die Peschmerga-Einheiten sollen dafür auch weiterhin Waffen aus Deutschland erhalten.

Der Bundestag wird voraussichtlich noch im Januar über die Einsätze entscheiden. Die Zustimmung gilt wegen der großen Mehrheit von Union und SPD als sicher.

syd/dpa/AFP/Reuters

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