Missionen in Mali und Irak Kabinett beschließt Ausweitung von Bundeswehr-Einsätzen

500 weitere Soldaten nach Mali, 50 zusätzliche Ausbilder in den Irak: Die Regierung hat die Ausweitung zweier Auslandseinsätze der Bundeswehr beschlossen. Nun muss das Parlament noch zustimmen.

Bundeswehrausbilder in Mali: Verlegung in den gefährlichen Norden des Landes
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Bundeswehrausbilder in Mali: Verlegung in den gefährlichen Norden des Landes


Die Bundeswehr soll noch stärker für den Kampf gegen islamistische Terrorgruppen eingesetzt werden: Das Kabinett hat die Ausweitung der Einsätze in Mali und im Nordirak beschlossen.

Berlin will 550 zusätzliche Soldaten nach Mali schicken. Im Norden des westafrikanischen Landes soll sich die Bundeswehr dann mit bis zu 650 Soldaten an der Uno-Friedenstruppe Minusma beteiligen. Die Bundesregierung hatte die Ausweitung nach den Anschlägen in Paris Mitte November angekündigt, um Frankreich zu entlasten.

Der Einsatz ist gefährlich: Seit Beginn der Mission 2013 sind 72 Blauhelmsoldaten getötet worden. Bisher sind nur wenige deutsche Uno-Soldaten in der Hauptstadt Bamako stationiert. Weitere Bundeswehrsoldaten bilden im relativ sicheren Süden im Rahmen einer EU-Mission die malischen Streitkräfte aus.

Künftig sollen die deutschen Truppen in Nordmali mit niederländischen Soldaten zusammenarbeiten, die in der Stadt Gao ein großes Feldlager betreiben. Zu den Hauptaufgaben der deutschen Truppen zählen Aufklärung, die Sicherung des Feldlagers und Logistik. Die Verlegung soll in einigen Wochen beginnen, bis Ende Mai sollen alle Soldaten vor Ort sein.

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Afghanistan

Resolute Support: 13 Jahre währte der Kampfeinsatz der "International Security Assistance Force" (Isaf) in Afghanistan. Er endete am 31. Dezember 2014. Seitdem sieht die Nato ihren Auftrag darin, die afghanischen Sicherheitskräfte zu beraten und auszubilden. Deutschland beteiligt sich an der Mission "Resolute Support" mit bis zu 850 Soldaten.

Die Sicherheitslage ist aber weiter prekär. Nach den jüngsten Rückschlägen beschloss das Kabinett eine moderate Ausweitung des Einsatzes. Die Obergrenze steigt auf 980 Soldaten.

Unama: Die "United Nations Assistance Mission" in Afghanistan begann im März 2002. Die Uno unterstützt die Regierung Afghanistans beim Auf- und Ausbau rechtsstaatlicher Strukturen. Die Bundeswehr unterstützt die Mission personell seit März 2004 mit militärischen Beratern in Kabul.

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Horn von Afrika

Atalanta: Seit 2008 läuft die "Eunavfor Operation Atalanta". Sie soll humanitäre Hilfstransporte für Somalia schützen und vor allem die Piraterie auf See bekämpfen. Deutschland ist seit ihrem Beginn an der Mission beteiligt.

Bisher sind verschiedene Korvetten und ein Seefernaufklärungsflugzeug im Einsatz gewesen. Ab 2016 wird erstmals ein U-Boot am Horn von Afrika dabei sein. Seit drei Jahren ist die Piraterie stark rückläufig.

DPA/ Bundeswehr / Florian Räbel

Irak

94 Bundeswehrsoldaten bilden in der nordirakischen Kurdenmetropole Erbil einheimische Kämpfer aus - kurdische Peschmerga, Jesiden und Kakai. Für den Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) lieferte Deutschland zudem Waffen und Militärmaterial in den Irak.

Die Bundesregierung plant derzeit eine Ausweitung des Mandats auf 150 deutsche Soldaten.

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Kosovo

Kfor: Mit 907 Soldaten ist der Kfor-Einsatz der Bundeswehr momentan der zweitgrößte Einsatz der deutschen Truppe. Die Mission läuft unter dem Schirm der Nato. Aufgabe der ausländischen Streitkräfte im Kosovo ist die Stabilisierung des Landes.

Es ist mittlerweile der längste Einsatz, an dem die Bundeswehr beteiligt ist: Der Bundestag billigte ihn bereits vor mehr als 16 Jahren. Es war der erste Kampfeinsatz in der Geschichte der Bundeswehr und die erste Entscheidung dieser Art, die der Deutsche Bundestag treffen musste.

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Liberia

Unmil: Drei deutsche Soldaten sind in der Uno-Mission zur Stabilisierung Liberias eingesetzt. Das Mandat erteilte der Bundestag im Mai 2015. Damit ist Deutschland auch nach der Eindämmung der Ebola-Epidemie in der Region aktiv. Auftrag der Mission, die bereits seit 2003 existiert, sind der Schutz der Bevölkerung und die Unterstützung von humanitären Hilfsleistungen.

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Libanon

Unifil: Die Blauhelm-Mission läuft bereits seit 1978. Die Soldaten setzen sich für Frieden zwischen dem Libanon und Israel ein. Am Beginn der "United Nations Interim Force in Lebanon" stand die Überwachung eines angestrebten Waffenstillstands. Heute sind 10.500 Mann aus 39 Nationen beteiligt.

Nach dem Zweiten Libanonkrieg 2006 wurde das Mandat ergänzt. Seitdem geht es auch darum, die Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel über das Meer zu verhindern. An der Operation auf See sind auch deutsche Schiffe und Boote beteiligt. Die Libanesische Marine hat Ausrüstung von Deutschland erhalten, darunter Wachboote und Küstenradarstationen. Deutsche Marinesoldaten bilden Libanesen aus – inzwischen ein Schwerpunkt des deutschen Engagements.

DPA/ Bundeswehr/ Falk Bärwald

Mali

EUTM: Bei der EU-Ausbildungsmission in Mali sind 207 deutsche Soldaten im Einsatz. Das Mandat zur Unterstützung der "European Training Mission Mali" erteilte der Bundestag 2013.

Minusma: An der Uno-Mission zur Stabilisierung des westafrikanischen Landes, die in Mali und im Senegal operiert, beteiligen sich zehn Bundeswehrangehörige - es sollen aber bald deutlich mehr werden: Die Bundesregierung will das Mandat auf 650 Soldaten ausweiten.

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Mittelmeer

Eunavfor Med, Operation Sophia: Seit Juni 2015 beteiligt sich Deutschland an dieser Mission. Die Schiffe des Verbands gehen gegen Schleusernetzwerke und Schlepper vor, bergen aber auch Menschen aus Seenot. Bis Ende Oktober rettete allein die deutsche Marine mehr als 8000 Flüchtlinge.

OAE: An der Nato-geführten "Operation Active Endeavour" zur Sicherung der Seewege nimmt die Bundeswehr in Abständen teil. Die seit 2001 andauernde Mission hat das Ziel, terroristische Aktivitäten im Mittelmeer zu entdecken. Im Wesentlichen wird der Seeraum überwacht.

DPA

Somalia

EUTM SOM: Die EU-Ausbildungsmission unterstützt das Land beim Aufbau funktionsfähiger Sicherheitsstrukturen. Die Bundeswehr beteiligt sich seit März 2010 in der Mission, derzeit sind zwölf deutsche Soldaten eingesetzt.

DPA

Sudan

Unamid: An der Uno-Mission in der sudanesischen Krisenregion Darfur sind sieben deutsche Soldaten beteiligt. Kern der "United Nations-African Union Hybrid Mission“ ist die Unterstützung des Darfur-Friedensabkommens von 2006 und der Friedensverhandlungen.

AFP

Südsudan

Unmiss: 19 Bundeswehrsoldaten sind in der Uno-Mission im Südsudan im Einsatz. Ziele sind der Staatsaufbau und der Schutz von Zivilisten in dem mit vier Jahren jüngsten Staat der Erde. Der Kernauftrag der "United Nations Mission in the Republic of South Sudan" ist der Schutz der Zivilbevölkerung.

DPA/ Bundeswehr

Türkei

Active Fence Turkey: Seit Dezember 2012 schützten deutsche Soldaten im Rahmen der Nato den Luftraum über dem türkischen Kahramanmaras vor einem möglichen Beschuss aus Syrien. Im Einsatz sind bis zu 400 Soldaten und "Patriot"-Flugabwehrraketen.

Das Mandat läuft allerdings bald aus: am 31. Januar 2016.

DPA/ Pressezentrum Luftwaffe

Syrien

Der Einsatz in Syrien umfasst bis zu 1200 Soldaten mit sechs Aufklärungsflugzeugen des Typs Recce-"Tornado", einem Tankflugzeug, Satellitentechnik sowie einer Fregatte. Ziel ist die Bekämpfung des IS.

DPA/ MAP

Westsahara

Minurso: Bei der Uno-Mission in der Westsahara ist die Bundeswehr mit vier Soldaten engagiert.

Ziel des bereits seit 1991 andauernden Einsatzes ist ein Referendum über den Status der von Marokko besetzten früheren spanischen Kolonie. Die Hauptaufgabe ist es, den Waffenstillstand zwischen dem Königreich und der "Befreiungsbewegung" Frente Polisario zu überwachen.

Beim Irak-Einsatz soll die Mandatsobergrenze nach dem Willen der Regierung von 100 auf 150 Soldaten steigen. Die Bundeswehr bildet in der Stadt Arbil kurdische Soldaten aus, die gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) kämpfen. Die Peschmerga-Einheiten sollen dafür auch weiterhin Waffen aus Deutschland erhalten.

Der Bundestag wird voraussichtlich noch im Januar über die Einsätze entscheiden. Die Zustimmung gilt wegen der großen Mehrheit von Union und SPD als sicher.

syd/dpa/AFP/Reuters



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insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
frummler 06.01.2016
1. mit welchen truppen?
wir haben weder die truppen noch die ausrüstung dafür!
Malto Cortese 06.01.2016
2.
Deutschland wird nunmehr global verteidigt. Vielleicht sollten wir unsere Armee passend dazu in "Weltwehr" umtaufen.
hakmak 06.01.2016
3. an vielen Brennpunkten
an denen die Bundeswehr eingesetzt wird, sind die Gegner von Saudi Arabien finanziert. Wann erkennt unsere Regierung endlich, dass Saudi Arabien unser Feind ist!
babbelnet 06.01.2016
4. ?
"Seit Beginn der Mission 2013 sind 72 Blauhelmsoldaten getötet worden" Was geht da eigentlich vorsich in Mali? In den Nachrichten sieht man nur selten etwas. Genau richtig um die Bundeswehr hinzuschicken. Keine beschwert sich, weil keiner genau weiß was da eigentlich passiert. SPON - ich bitte um Aufklärung.
ulisoz 06.01.2016
5. Unverantwortlicher Bundeswehr-Missbrauch
Seit dem Ende des kalten Krieges wollen deutsche Politiker sich auf internationaler Bühne wichtigmachen. Deutsche Generale bemühen sich um Besitzstandswahrung und Wachstum. Marine und Luftwaffe demonstrieren gerade im Nahen Osten, wie wichtig sie sind. Da braucht das Heer natürlich auch Einsatz-Sichtbarkeit. Bezahlen werden dafür die Soldaten. Wir brauchen dringend Veränderung, in den Köpfen der Politiker und in denen der Generale. Ungefähr so: http://www.kamus-quantum.com/19.html
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