Litauen-Mission Bundeswehr-Trinkparty endet im Krankenhaus

Der Nato-Einsatz in Litauen gilt als eine der Vorzeigemissionen der Bundeswehr. Bei einem Ausflug in die Stadt kam es nun zu einem peinlichen Vorfall - am Ende rückte die Polizei an.

Bundeswehrsoldaten in Rukla, Litauen
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Bundeswehrsoldaten in Rukla, Litauen

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Beim Bundeswehreinsatz in Litauen ist es vergangene Woche zu einer peinlichen Entgleisung von Soldaten gekommen. Nach SPIEGEL-Informationen endete eine feuchtfröhliche Party von Bundeswehrsoldaten für einen Deutschen im Krankenhaus.

Bei einer ausgelassenen Feier in einer Kneipe im Stationierungsort Rukla kam es nach ersten Ermittlungen Mitte der Woche zwischen zwei stark alkoholisierten Bundeswehrsoldaten gegen 2 Uhr morgens zu einem handfesten Streit. Der Zwist artete in eine wilde Prügelei aus. Die beiden Streithähne mussten gewaltsam voneinander getrennt werden, die Polizei rückte an. Zur Behandlung seiner Verletzungen brachten die Polizisten einen Soldaten in eine örtliche Klinik. Den anderen lieferten sie in der Kaserne ab.

Die Bundeswehr ist mit rund 500 Soldaten als Teil der Nato-Mission zur Rückversicherung der baltischen Staaten in Litauen stationiert. Die Mission der sogenannten "Enhanced Forward Presence" war nach der Annexion der Krim durch Russland angelaufen.

Soldaten sollten sich beim Ausgang zurückhalten

Für die Militärführung ist der Vorfall in Litauen misslich. Vor ihrer Abreise waren die Soldaten explizit angewiesen worden, sich insbesondere beim Ausgang in die Stadt zurückzuhalten, um den Ruf der Nato-Truppen und der Bundeswehr bei dem Auslandseinsatz nicht zu gefährden.

Die Vorsicht hat durchaus einen politischen Hintergrund. So fürchtet die Bundeswehr, dass Russland versuchen könnte, mit Meldungen über angebliches oder tatsächliches Fehlverhalten der Soldaten Stimmung gegen die Nato-Mission zu machen.

Gleich zu Beginn der Mission im Frühjahr hatten Unbekannte versucht, die Bundeswehr durch falsche Meldungen über eine angebliche Vergewaltigung eines litauischen Mädchens durch deutsche Soldaten anzuschwärzen. Danach gab es weitere kleinere Versuche, sogenannte Fake News über die Bundeswehr zu verbreiten.



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