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Abzug aus Afghanistan: Bundeswehr lässt Kriegsgerät im Wert von 150 Millionen Euro zurück

Gepanzerte Bundeswehr-Jeeps vom Typ "Wolf" (Archivbild von 2008): "Rückführung unwirtschaftlich" Zur Großansicht
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Gepanzerte Bundeswehr-Jeeps vom Typ "Wolf" (Archivbild von 2008): "Rückführung unwirtschaftlich"

Beim Abzug aus Afghanistan lässt die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen Material im Neuwert von 150 Millionen Euro zurück. Schon bei zwei Jahre alten Geländewagen lohnt sich der Rücktransport angeblich nicht mehr. Das Gerät wird an die Afghanen übergeben, verkauft - oder verschrottet.

Hamburg - Der Abzug aus Afghanistan ist eine Riesenaufgabe für die Bundeswehr. Sie wird dabei nach SPIEGEL-Informationen Kriegsgerät im Neuwert von rund 150 Millionen Euro zurücklassen. Das Material wird entweder an die Afghanen übergeben, verkauft oder verschrottet.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums betrifft das rund 42 Prozent der von der Bundeswehr genutzten Geräte. 47 Prozent werden nach Deutschland zurückgebracht. Bei den restlichen elf Prozent hängt die Entscheidung vom Zustand des Materials ab. Für die Weiternutzung gelten strenge Kriterien.

Ein zwei Jahre alter Geländewagen "Wolf" etwa wird in der Regel nicht mehr nach Deutschland transportiert. Das Ministerium rechtfertigt den Ausschuss damit, dass der Wert des Kriegsgeräts nach der Nutzung "weit unter" dem Anschaffungspreis liege und dadurch die Rückführung unwirtschaftlich sei.

Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan soll bis Ende kommenden Jahres vollzogen sein, der Rücktransport des Kriegsgeräts soll bis Mitte 2015 abgeschlossen sein. Insgesamt muss die Armee rund 1200 Fahrzeuge und Material für etwa 4800 Container zurückbringen.

Ein Großteil des Geräts wird mit Antonow-Chartermaschinen nach Trabzon am Schwarzen Meer geflogen. In der Türkei hat die Bundeswehr für den Abzug einen großen Umschlagplatz am Hafen eingerichtet; rund 120 Soldaten sind stationiert. Von dort geht es per Schiff nach Deutschland weiter. Die Bundeswehr rechnet mit 150 Millionen Euro allein für die Flugkosten bis Trabzon.

Militärisch sensibles Material wie Waffen, Munition, aber auch Verschlüsselungstechnik, wird direkt nach Leipzig geflogen.

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1.
sennahoj 04.08.2013
Zitat von sysopDPABeim Abzug aus Afghanistan lässt die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen Material im Neuwert von 150 Millionen Euro zurück. Schon bei zwei Jahre alten Geländewagen lohnt sich der Rücktransport angeblich nicht mehr. Das Gerät wird an die Afghanen übergeben, verkauft - oder verschrottet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-laesst-in-afghanistan-kriegsgeraet-im-millionenwert-zurueck-a-914747.html
??? Was ist daran bemerkenswert? Zumindest die Überschrift suggeriert Verschwendung. Jedoch, ein Fahrzeug das zwei Jahre unter Bedingungen wie in Afghanistan verwendet wurde, ist sicher in einem arg verlebten Zustand. Würde ich entscheiden müssen, würde ich auch versuchen, mein Equipment an Ort und Stelle zu veräussern. Viele Afrikatouren verfahren nach diesem Prinzip.
2. Auch eine Wirtschaftshilfe
Olaf53 04.08.2013
Zum Beispiel hoffe ich, dass zwei Jahre alte Geländewagen, die ja noch funktionstüchtig sind, von Händlern genutzt werden, die damit ihre Waren auf den Markt bringen. Überhaupt sollte alles zurückgelassen werden, was auch zivil genutzt werden kann. Damit können sich arme Afghanen eine Existenz aufbauen.
3. 150 Mio. ? sind
didoma 04.08.2013
schon viel, jedoch ist dies ja der Neuwert Preis. Sprich für einen Jeep denn die Bundeswehr vor 2 Jahren gekauft hat soll jetzt laut SPON immer noch soviel Wert sein egal in welchem Zustand. Also ich gehe davon aus das diese Autos ebenso an Wert verlieren wie ein Auto von Normalo wenn nicht sogar mehr weil wer will schon einen Wagen mit Einschusslöcher usw Für mich ist es nachvollziehbar wenn man die Materialien die man nicht mehr benötigt bzw der Rücktrandport zuviel Geld kostet was die Ware noch Wert ist.
4. Wie man's rechnet...
dango 04.08.2013
Zitat von sysopDPABeim Abzug aus Afghanistan lässt die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen Material im Neuwert von 150 Millionen Euro zurück. Schon bei zwei Jahre alten Geländewagen lohnt sich der Rücktransport angeblich nicht mehr. Das Gerät wird an die Afghanen übergeben, verkauft - oder verschrottet. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-laesst-in-afghanistan-kriegsgeraet-im-millionenwert-zurueck-a-914747.html
Wie man's rechnet: Die Herren Militärs wollen ja sicher für jedes Fahrzeug, dessen Rückführung sich nach Zeitwert nicht mehr lohnt, ein fabrikneues als Ersatz. Insofern müsste man die Wiederbeschaffungskosten ansetzen und nicht den fiktiven Zeitwert des einzelnen Fahrzeugs. Und der Gebrauchtwagenmarkt für Bundeswehrfahrzeuge ist ja nicht so groß - also muss es neu sein. Den Effekt hat jeder schonmal erlebt, dem ein anderer in seinen älteren, aber gut gepflegten Gebrauchten reingefahren ist und diesen wirtschaftlich totalbeschädigt hat. Darüber hinaus ist es ja ziemlich verlockend: "Na Jungs, wollen wir zu Hause den Gebrauchten weiter fahren oder wollen wir was neues ?" Vielleicht sollte Kassenwart Schäuble da mal "nada" sagen und nochmal neu nach Wiederbeschaffungskosten und technischem Zustand bewerten lassen...
5. traurig, aber wahr
spon-facebook-10000041936 04.08.2013
Obwohl es auf den ersten Blick, gerade vor dem Hintergründ jüngster Berichte um die Bundeswehr, wie eine vorgeschobene Ausrede oder Misswirtschaft klingt, stimmt die Aussage, dass es sich bei vielen Gerätschaften nicht lohnt, den Rücktransport zu organisieren. Denn seitdem Pakistan den Transport der Bundeswehr blockiert, sind Rückzugsrouten nur noch sehr eingeschränkt vorhanden. Habe zufällig einen näheren Verwandten, der mitverantwortlich den Abzug organisiert und obwohl man es nicht glauben mag, zerbrechen diese Menschen sich Tag und Nacht den Kopf darüber, wie man Mann und Material nach Hause schaffen kann. Daher, lieber SPON, vermisse ich ein bisschen den Objektiven Journalismus in dieser Meldung - denn es ist irgendwo polemisch, das vermutliche Ergebnis anzuprangern, ohne die Situation darzustellen.
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