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Unterstützung für Kurden: Erster Hilfsflug der Bundeswehr gestartet

DPA

An Bord sind Lebensmittel und Medikamente: In Schleswig-Holstein ist der erste Hilfsflug der Bundeswehr in den Nordirak gestartet. "Das ist nur der Anfang", sagt Verteidigungsministerin von der Leyen.

Berlin/Arbil - Die deutsche Hilfe für Kurdistan ist angelaufen. Am Freitagmorgen um 6.55 Uhr ist die erste Transportmaschine der Bundeswehr mit Hilfsgütern vom Militärflugplatz Hohn in Schleswig-Holstein in Richtung Nordirak gestartet. Die Flugzeit beträgt nach Angaben der Luftwaffe mehr als zehn Stunden.

An Bord der insgesamt vier Maschinen seien 30 Tonnen Lebensmittel und sechs Tonnen medizinisches Material, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen kurz vor dem Start des ersten Flugzeugs vom Typ Transall C-160. Deutschland habe "schnell und mit großer Entschlossenheit" seine Verantwortung wahrgenommen.

Ziel der Hilfsflüge ist das nordirakische Arbil. Dort werden UN-Organisationen die Lieferung in Empfang nehmen und zusammen mit ortskundigen Hilfseinrichtungen verteilen. Die Lage in Arbil sei verhältnismäßig sicher, sagte von der Leyen. "Zurzeit ist alles so, dass wir anfliegen können und auch liefern können."

Die Bundesregierung arbeite mit Hochdruck daran, weitere Hilfslieferungen vorzubereiten. "Natürlich ist dies nur der Anfang", sagte die Ministerin. Auch die Lieferung von Ausrüstungsmaterial wie Schutzhelme, Schutzwesten oder Unimogs könne sich "in den nächsten Tagen konkretisieren".

Deutsche Waffenlieferungen zur Unterstützung des Kampfs gegen die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" (IS) sind nach Einschätzung der Ministerin momentan nicht realistisch. Die kurdischen Kämpfer im Nordirak seien vor allem an Waffen aus der ehemaligen Sowjetunion interessiert, an denen sie ausgebildet seien. "Solche Waffensysteme hat Deutschland gar nicht", sagte von der Leyen.

Generell gelte aber: Wenn sich ein Völkermord "nur mit deutschen Waffen" verhindern lasse, "dann müssen wir helfen".

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syd/AFP/Reuters

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1. Über schnell
hermann_huber 15.08.2014
kann man streiten. Ansonsten wird von den Deutschen also endlich auch etwas getan. Gottseidank bevor man sich schämen muss ein Deutscher zu sein Verantwortung übernehmen kennen deutsche Bürger hier ja kaum noch, von daher ist die Sendung humanitärer Hilfsgüter ja schon eine sehr große Tat für den (Garten)Zwerg Deutschland.
2. .
Kurt2.1 15.08.2014
Zitat von sysopDPAAn Bord sind Lebensmittel und Medikamente: Der erste Hilfsflug der Bundeswehr in den Nordirak ist in Schleswig-Holstein gestartet. "Das ist nur der Anfang", sagt Verteidigungsministerin von der Leyen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-startet-hilfsfluege-fuer-die-kurden-im-irak-im-kampf-gegen-is-a-986215.html
Gut so. Es freut mich, dass D schnell und effizient hilft. Ich denke, die Hilfsgüter im Bauch der Transall sind im Moment wichtiger als Waffen. Die USA können mit ihren Luftschlägen die IS in Schachhalten, aber um dieses Gesindel zu vernichten, werden Waffenlieferungen folgen müssen.
3. Spannend! :-)
the lucky one 15.08.2014
Kann man nur hoffen, dass die uralten C-160 Transalls auch im Irak ankommen... ;-)
4.
t.h.wolff 15.08.2014
Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe erweitert die NATO ihren Einfluß auf den Irak. Wie gehabt, nur diesmal nicht in Form eines Überfalls.
5. Peinlich...
privado 15.08.2014
Zitat von sysopDPAAn Bord sind Lebensmittel und Medikamente: Der erste Hilfsflug der Bundeswehr in den Nordirak ist in Schleswig-Holstein gestartet. "Das ist nur der Anfang", sagt Verteidigungsministerin von der Leyen. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehr-startet-hilfsfluege-fuer-die-kurden-im-irak-im-kampf-gegen-is-a-986215.html
Es ist schon peinlich, dass die Bundeswehr immer noch mit diesen alten Gurken (Transall), die schon 50 Jahre auf dem Buckel haben und ziemlich limitiert sind (Geschwindigkeit, Ladekapazität), militärische Operationen durchführen muss. Wo bleibt eigentlich der neue Supertransporter von Airbus Military? Ansonsten eine gute Sache den Menschen im Irak zu helfen. Bravo. Waffenlieferungen sollten allerdings unterbleiben, denn in 2 Jahren dienen die dann beispielsweise für den Krieg um einen eigenen Kurdenstaat.
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Fotostrecke
Irak: Der Marsch der Jesiden

Fläche: 434.128 km²

Bevölkerung: 34,776 Mio.

Hauptstadt: Bagdad

Staatsoberhaupt: Fuad Masum

Regierungschef: Haidar al-Abadi

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Lexikon

Die Minderheit der Jesiden
Wo leben die Jesiden?
Die Jesiden stammen aus dem Irak, aus Syrien, Iran und der Türkei. Sie leben vor allem in der Gegend um die nordirakische Stadt Mossul und im nahe gelegenen Sindschar-Gebirge. Wegen Verfolgungen, Diskriminierungen oder Anfeindungen in ihren Heimatländern sind viele ins Ausland geflohen.
Wie viele Jesiden gibt es?
Genaue Angaben zur Zahl der Jesiden weltweit gibt es nicht. Schätzungen schwanken zwischen 300.000 und 1,2 Millionen Anhängern.
Wie groß ist die Gemeinde in Deutschland?
Die Zahlen variieren auch in Deutschland - von um die 50.000 bis zu 120.000 Jesiden. Sie leben überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland hat seinen Sitz in Oldenburg, in Hannover gibt es eine Jesidische Akademie.
Woran glauben die Jesiden?
Ihr Glauben enthält Elemente anderer Religione wie der Zoroastrier, Juden, Christen und Muslime. Die Jesiden glauben an einen Gott und verehren sieben Engel. Der wichtigste heißt Malak Taus, der "Pfauenengel". Dieser wird im Christentum und im Islam als "gefallener Engel" oder Teufel angesehen, weil er sich nicht vor Adam verbeugen wollte. Aus Sicht der Jesiden bestand der Engel aber mit seinem Verhalten eine Prüfung seines Glaubens zu Gott. Die Jesiden verneinen die Existenz des Teufels. Ihnen ist es verboten, außerhalb der Gemeinschaft zu heiraten oder einen anderen Glauben anzunehmen.
Wo befindet sich ihr wichtigster heilige Ort?
Er liegt in Lalisch, einem abgelegenen Tal im Norden des Irak. Dort befindet sich das Grab von Scheich Adi, der im 12. Jahrhundert starb und den die Jesiden als Heiligen verehren. Jedes Jahr im Herbst kommen Zehntausende Menschen zu einer Wallfahrt in das Tal.


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