Bundeswehrtraining Warum Peschmerga durch den deutschen Wald robben

Im Kampf gegen den "Islamischen Staat" trainiert die Bundeswehr Peschmerga - auch in Deutschland. In Munster üben die Kurden, sich besser zu tarnen und Verstecke zu bauen.


Zwei Wochen trainieren die Peschmerga-Kämpfer in Munster in der Lüneburger Heide. 28 kurdische Offiziere sind nach Deutschland gekommen, um im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" geschult zu werden. Hier lernen die Peschmerga, wie sie sich besser tarnen, unauffällig im Gelände bewegen und Verstecke bauen können. Und zwar ohne Drohnen, Radar oder Wärmebildgeräte.

"Aufklärung spart Blut", sagt der Ausbildungschef bei den Heeresaufklärern, Oberst Norbert Hähnlein. "Wenn ich viel über den Gegner weiß, kann ich mein eigenes Verhalten darauf einstellen, und dann habe ich weniger Verluste." So sollen die Peschmerga herausfinden können, wo die Kämpfer des IS sind und über welche Waffen sie verfügen.

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Peschmerga-Training der Bundeswehr: Getarnt durch die Lüneburger Heide

Die Peschmerga waren vor allem bekannt als Widerstandskämpfer in den Bergen, wandelten sich aber seit dem IS-Vormarsch mehr und mehr zu regulären Streitkräften der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak. In der nordirakischen Hauptstadt Erbil bilden zurzeit rund 110 deutsche Soldaten Kurden in Taktik und an deutschen Waffen aus. Seit Mitte 2014 erhalten die kurdischen Peschmerga-Kämpfer zudem Waffen aus Deutschland, Frankreich oder Großbritannien.

kgp/dpa/Reuters



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acitapple 02.03.2016
1.
Ich frage mich hierbei jedoch, warum sie bei einer Armee lernen, die äußerst geringe Kampferfahrung hat. Ich denke mal die Engländer, Franzosen und Amis könnten mit sehr viel praxisnäherer Ausbildung dienen. Dazu tarnen lernen sie die Tarnung in einem Gelände, das sie im Kampfgebiet kaum bis gar nicht vorfinden.
Bueckstueck 02.03.2016
2.
Zitat von acitappleIch frage mich hierbei jedoch, warum sie bei einer Armee lernen, die äußerst geringe Kampferfahrung hat. Ich denke mal die Engländer, Franzosen und Amis könnten mit sehr viel praxisnäherer Ausbildung dienen. Dazu tarnen lernen sie die Tarnung in einem Gelände, das sie im Kampfgebiet kaum bis gar nicht vorfinden.
Die Bundeswehr ist, was Ausbildungsstand angeht, kein Dilletantenverein. Derlei Wissen kommt auch in den USA aus dem Lehrbuch genau wie die Übungen. Der Kampfeinsatz bringt dem Soldaten die persönliche Erfahrung, davon dürften die Peschmerga mehr als genug haben. Ausserdem ist die Lüneburger Heide durchaus geeignet, besonders im Winter. Syrien ist auch nicht bloss ein grosser Sandkasten. Und Tarnung besteht nur zur Hälfte aus Kleidung und Zubehör. Da diese Männer auch selbst denken können, wissen sie sicherlich wie sie das erlernte im Bedarfsfall ans heimische Gelände adaptieren müssen.
manicmecanic 02.03.2016
3. @2 hörensagen
Oder woher stammt Ihr Wissen über den angeblich vergleichbaren Stand der BW.Meine persönlichen Erfahrungen sind da eher in Richtung Kommentar 1.Alle anderen die mal in dem Verein waren sowohl vor mir wie auch später haben ziemlich exakt dasselbe vom Dienst erzählt.Wenn ich von einem ausgebildet werden sollte würde ich bestimmt nicht einen BW Ausbilder wollen genau weil die quasi keine praktischen Erfahrungen haben.Im Gegensatz zu Ihrer Meinung kommt das Wissen bei der US Army sehr wohl aus Jahrzehnten verschiedenster Kriegseinsätze in jeder Art Gelände.Unsinn wenn ich lerne mich im deutschen Wald zu tarnen wo der Kampf in völlig anderem Gelände stattfindet.Taktisch sinnlos und damit Zeit und Geldverschwendung.
metin.1987 02.03.2016
4. Keine effektive Strategie...
um den Terror zu bekämpfen. Natürlich begrüße ich, dass der deutsche Staat endlich nicht mehr nur zuschaut, sondern auch zur Bekämpfung des Terrorismus hilft. Schließlich resultiert insbesondere daraus unsere Flüchtlingsproblematik. Allerdings wird durch die Unterstützung der Kurden im Irak, ohne auch in Syrien die nötige Unterstützung zu leisten, der Terrorismus dorthin verschoben. Am effektivsten kann man den IS bekämpfen, wenn man beispielsweise gemäßigte Rebellen und die Kurden auch unterstützt. Dabei darf Deutschland nicht mehr auf NATO-Partner wie die Türkei Rücksicht nehmen. Es ist mittlerweile offenkundig, dass diese Islamisten zusammen mit Saudi Arabien unterstützt. Das würde bewirken, dass der Krieg auch in Syrien schneller beendet werden kann, und unsere Flüchtlingsproblematik gemindert wird. Dann wären wir sowieso nicht mehr auf die Unterstützung der Türkei (sofern es eine gibt) angewiesen.
auweia 02.03.2016
5. Zustimmung
Zitat von BueckstueckDie Bundeswehr ist, was Ausbildungsstand angeht, kein Dilletantenverein. Derlei Wissen kommt auch in den USA aus dem Lehrbuch genau wie die Übungen. Der Kampfeinsatz bringt dem Soldaten die persönliche Erfahrung, davon dürften die Peschmerga mehr als genug haben. Ausserdem ist die Lüneburger Heide durchaus geeignet, besonders im Winter. Syrien ist auch nicht bloss ein grosser Sandkasten. Und Tarnung besteht nur zur Hälfte aus Kleidung und Zubehör. Da diese Männer auch selbst denken können, wissen sie sicherlich wie sie das erlernte im Bedarfsfall ans heimische Gelände adaptieren müssen.
Es geht um militärische Grundfertigkeiten. Und die kann man durchaus bei der Bundeswehr erlernen. In diesem Zusammenhang frage ich mich allerdings, warum nicht auch heimatvertriebenen Syreren eine derartige Ausbildung zuteil wird, ja, warum nicht gleich eine entsprechende Einheit, sagen wir in Divisionsstärke, aufgestellt wird.
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