Bundeswehr in Afghanistan Niederländische Bomben beenden brenzlige KSK-Operation

Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte sind bei einer gemeinsamen Operation mit afghanischen Kräften wieder in ein schweres Gefecht geraten. Erst Luftunterstützung durch niederländische Kampfjets beendete den Beschuss. Der Zwischenfall gelangte nur über Umwege an die Öffentlichkeit.

KSK-Soldaten in Afghanistan: Unterstützung durch niederländische Jets
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KSK-Soldaten in Afghanistan: Unterstützung durch niederländische Jets

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Berlin - Bei einer gemeinsamen Operation von deutschen Elitesoldaten des Kommando Spezialkräfte (KSK) und afghanischen Kräften in Nordafghanistan ist es erneut zu schweren Gefechten gekommen. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE gerieten deutsche und afghanische Soldaten bereits am vergangenen Samstag unter Beschuss durch die Taliban. Die Deutschen begleiteten mehrere hundert afghanische Sicherheitskräfte bei einer Operation gegen Aufständische in der als Taliban-Hochburg bekannten Region Baghlan-e-Jadid.

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Heft 30/2013
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Die Soldaten seien in ein schweres Gefecht mit Kämpfern der Taliban verwickelt worden. Laut einem hochrangigen Polizeioffizier wurde es so brenzlig, dass bei der Nato Luftunterstützung angefordert wurde. Wenig später kreisten niederländische F-16-Kampfjets über dem Areal und warfen nach Angaben der Niederländer zwei Bomben ab. Bei der Operation sind nach Angaben von örtlichen Offiziellen zwei afghanische Polizisten und mehrere Aufständische getötet worden.

Der Zwischenfall wurde nur über Umwege bekannt. Die Bundeswehr unterrichtete weder die Öffentlichkeit noch den Bundestag. Der Beschuss der deutsch-afghanischen Operation und auch der Bombenabwurf wurden lediglich durch eine Mitteilung der niederländischen Armee am Dienstagnachmittag öffentlich, die das Militär-Blog "Augen Geradeaus" zuerst meldete. Dort heißt es in der Wochenzusammenfassung der Operationen, F-16-Kampfjets hätten zwei Bomben abgeworfen, nachdem eine deutsch-afghanische Einheit "unter Feuer" geraten war. Nach dem Abwurf sei der Beschuss abgeebbt.

Verletzung der Informationspflicht

Die Bundeswehrsoldaten waren nach afghanischen Angaben nicht direkt in die Kämpfe involviert. "Die Deutschen unterstützten uns als Trainer, bei den Kämpfen kamen sie aber nicht zum Einsatz", sagte ein afghanischer Polizeioffizier. Das KSK trainiert in Baghlan eine Sondereinheit der afghanischen Polizei, dazu sind mehrere Dutzend KSK-Soldaten dort in einem Armeecamp stationiert.

Erst Mitte Juni hatte die Bundeswehr einen Außenposten, den sogenannten OP North, in der Region geräumt. In Baghlan war Anfang Mai ein deutscher Elitesoldat des KSK bei einer ähnlichen Operation mit afghanischen Kräften gefallen. Auch in diesem Fall hatte die Bundeswehr erst informiert, als das Nato-Hauptquartier über den Vorfall berichtet hatte. Am Mittwoch verschickte die Bundeswehr erst nach mehreren Medienanfragen eine abstrakte Mitteilung an die Abgeordneten aus dem Fachausschuss für Verteidigung. Die Beteiligung der Eliteeinheit KSK an dem Vorgang ist darin nicht erwähnt.

Grundsätzlich klassifiziert die Bundeswehr alle Operationen des KSK als geheim, nur ab und an berichtet der Verteidigungsminister den Obleuten des Verteidigungsausschusses in einem abhörsicheren Raum abstrakt über die Missionen der Kommandokräfte. Dieses Vorgehen wurde in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Auch jetzt gab es Beschwerden. "Auch wenn Thomas de Maizière gerade mit Selbstverteidigung beschäftigt ist, darf er die Informationspflicht gegenüber dem Parlament nicht verletzen", sagte der Verteidigungsexperte Omid Nouripour.

De Maizière steht aktuell in der Affäre um die Pleite beim Projekt der Aufklärungsdrohne "Euro Hawk" massiv unter Druck. Ende Juli muss er sich selbst den Fragen der Abgeordneten vor einem Untersuchungsausschuss stellen. Die ihm unterstellten Soldaten bereiten derzeit in Nordafghanistan den Abzug der Deutschen vor, bis Ende 2014 soll der Einsatz der internationalen Schutztruppe Isaf enden. Danach will die Nato und auch Deutschland die afghanische Armee mit Trainern unterstützen. Deutschland hat dazu ein Kontingent von 600 bis 800 Mann angeboten, die jedoch keinen Kampfauftrag mehr haben sollen.

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insgesamt 28 Beiträge
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leonato 24.07.2013
1. Öffentlichkeitsarbeit
Natürlich müssen der deutschen Öffentlichkeit die Einsätze des KSK bekanntgemacht werden, möglichst detailliert mit Name, Diensgrad, Adresse der Soldaten, Munitionsverbrauch, etc., möglichst in der Bildzeitung, damit ein möglichst breites Publikum erreicht wird. Wie weltfremd muss man sein, um sich über die Geheimhaltung solcher Einsätz zu echauffieren, denn diese dient zum Schutz der Soldaten und ihrer Angehörigen. Oder etwa, sch..egal, wenn von denen ein paar draufgehen, Hauptsache wir haben ein paar Schlagzeilen oder die Opposition im Bundestag kann sich mal wieder "empören".
Wilder Eber 24.07.2013
2. Nachrichtensperre
Zitat von sysopREUTERSElitesoldaten des Kommando Spezialkräfte sind bei einer gemeinsamen Operation mit afghanischen Kräften wieder in ein schweres Gefecht geraten. Erst Luftunterstützung durch niederländische Kampfjets beendete den Beschuss. Der Zwischenfall gelangte nur über Umwege an die Öffentlichkeit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bundeswehreinsatz-in-afghanistan-schwere-gefechte-bei-ksk-operation-a-912929.html
Absolute Nachrichtensperre in Deutschland über die Heldentaten der Parlamentsarmee. Der Staat will offenbar jede Information unterdrücken, die zu einem Umkippen der öffentlichen Meinung in Bezug auf Bundeswehreinsätze im Ausland führen würde.
and_one 24.07.2013
3. Nun tut mal nicht so, liebe Medienvertreter
Ihr wisst doch genau, dass die Bundeswehr viel oft er angegriffen wurde und die Soldaten viel gefährdeter waren, als Ihr dies berichtet habt. Ihr habt auch nur am Rande berichtet, dass die Feldlager bis heute faktisch ohne Schutz gegen Beschuss sind. Fragt sich nur, warum berichtet Ihr nicht darüber?
mps58 24.07.2013
4. Hinter jedem Soldaten ein Abgeordneter?
Warum muss eigentlich die Politik über jede einzelne Kampfhandlung im Detail informiert werden? Haben die selbsternannten Verteidigungsexperten im Bundestag vielleicht Mangel an Beschäftigung? Darüber hinaus kann ich mir kaum vorstellen, dass der Herr Nouripour mit seiner (nicht vorhandenen) Ausbildung militärische Operationen beurteilen kann...
L_P 24.07.2013
5. Pflichtverletzungen auch auf höherer Ebene
Es ist doch nicht im Ernst ein kleiner Verteidigungsminister und die Bundeswehr, die sich im Falle des Afghanistan-Einsatzes der Pflichtverletzung schuldig gemacht haben. Es sind alle Elemente des Schröder-Regimes, das die deutsche Beteiligung in diesem Krieg ermöglicht hat und alle Elemente des Merkel-Regimes, das diesen Konflikt ohne Sinn und Verstand weiterführt sowie alle Elemente der SPD und der GRÜNEN, die als "Opposition" für die Verlängerung des Einsatzes gestimmt haben. Man kann leider nur darüber spekulieren, was frühere Pazifisten und Vernunftbegabte dazu gebracht hat, ihre Position in Richtung Krieg zu ändern. Eine positive Interpretation Im Hinblick auf das Verhältnis der Bundesrepublik mit seinem übermächtigen "Freund" im Westen ist dabei sehr schwer zu ersinnen.
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