Von Anna Reimann und Carsten Volkery, London
Dem italienischen Parlament liegen derzeit vier verschiedene Entwürfe von Regierung und Opposition für ein Verbot der Vollverschleierung vor. Zuwiderhandlungen sollen mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. In Italien ist die Gruppe der Befürworter eines Burka-Verbots breit - von der Lega Nord bis zu den Radikalen. Die Oppositionspartei der Demokraten indes geißelt die aktuellen Diskussionen als "Propagandakreuzzug".
Tatsächlich gibt es in Italien bereits ein Verbot der Vollverschleierung - seit 1975 ist die Verhüllung des Kopfes an öffentlichen Plätzen untersagt. Zudem gibt es unter den knapp 60 Millionen Italienern nur eine Million Muslime. Frauenministerin Maria Carfagna will ein Burka-Verbot jetzt dennoch ausdrücklich in das alte Gesetz schreiben. Schließlich gebe es neuere Gerichtsurteile, die sie mit Rücksicht auf die Religion legitimierten, so Carfagna. Die Burka aber sein kein religiöses Symbol, sondern ein "Akt der Unterdrückung". Wer die Burka trage, dürfe nicht die italienische Staatsbürgerschaft erhalten.
Widerspruch gegen eine Gesetzesänderung kommt von Außenminister Franco Frattini. Einzig wichtig sei, dass eine Person aus Sicherheitsgründen erkennbar ist.
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