Burkina Faso Mindestens 23 Tote nach Geiselnahme in Hotel

Die Sicherheitskräfte in Burkina Faso haben die Geiselnahme im Hotel Splendid beendet. Mehr als 120 Menschen wurden befreit, vier Angreifer getötet, darunter angeblich auch zwei Frauen.


Stundenlang verschanzten sich bewaffnete Angreifer im Hotel Splendid, nun haben Sicherheitskräfte in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou die Geiselnahme beendet. Mehr als 120 Menschen seien in Sicherheit gebracht, insgesamt vier Dschihadisten getötet worden, teilte die Regierung mit.

Am Freitagabend hatten mehrere Bewaffnete zuerst in einem Restaurant das Feuer eröffnet und dann das Hotel gestürmt, das bei Touristen beliebt ist. Islamisten hatten sich zu dem Angriff bekannt.

Vorläufigen Angaben zufolge sind 23 Menschen bei dem Angriff gestorben. Wie Innenminister Simon Compaoré einem staatlichen Radiosender sagte, stammen die Todesopfer aus 18 unterschiedlichen Nationen. Der französische Botschafter in Burkina Faso, Gilles Thibault, sprach auf seinem Twitter-Account von 27 Toten.

Laut Berichten der Nachrichtenagenturen Reuters und AP waren unter den Tätern auch zwei Frauen. Soldaten durchkämmten am Samstagmorgen systematisch andere Gebäude, die ebenfalls an der Avenue Kwamé Nkrumah liegen, darunter auch das nahe gelegene Hotel Ybi. Ein Täter oder eine Täterin soll dort getötet worden sein.

Frankreichs Präsident François Hollande sprach von einem feigen Terrorakt und sagte seinem burkinischen Kollegen Marc Christian Kaboré nach Elysée-Angaben "volle Unterstützung" und die Hilfe französischer Einsatzkräfte zu. Kaboré nannte den Angriff feige und abscheulich.

Burkina Faso ist der größte Baumwollproduzent Afrikas und hat reiche Goldvorkommen. Dennoch gilt der afrikanische Staat als eines der ärmsten Länder der Welt.

Im Nachbarland Mali griffen in den vergangenen Jahren wiederholt militante Islamisten Hotels an. Erst im November waren bei einem Angriff auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako 20 Menschen getötet worden, auch zu der damaligen Attacke hatte sich AQIM bekannt beziehungsweise deren verbündete Gruppierung Al-Mourabitoun.

Im Norden Burkina Fasos, nahe der Grenze zu Mali, wurden nach Angaben der Regierung in der Nacht ein österreichischer Arzt und seine Frau entführt. Zur Nationalität der Entführten gab es jedoch unterschiedliche Informationen: Örtliche Medien berichteten, das Paar betreibe seit Langem eine Klinik in der Region, was auf ein örtlich bekanntes australisches Paar hindeute.

hut/AP/Reuters/dpa/AFP



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