Mehrere Tote Islamisten verschanzen sich in Hotel in Burkina Faso

In Burkina Faso haben Bewaffnete ein Hotel attackiert und mehrere Menschen erschossen. Islamisten bekannten sich zu der Tat. Regierungstruppen haben mit der Stürmung des Gebäudes begonnen.

Feuer am Hotel "Splendid" in  Ouagadougou: Viele Tote befürchtet
REUTERS

Feuer am Hotel "Splendid" in Ouagadougou: Viele Tote befürchtet


Beim Anschlag auf ein Hotel und ein Restaurant in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou sind offenbar viele Menschen getötet worden. Am Freitagabend hatten mehrere Bewaffnete das Feuer eröffnet und sich danach in dem bei Ausländern beliebten Luxushotel "Splendid" verschanzt.

Regierungstruppen und offenbar auch französische Spezialkräfte haben mit der Stürmung des Hotels begonnen, die Lage ist noch unübersichtlich.

Laut einem Regierungsmitglied sind in dem Restaurant mindestens zehn Menschen gestorben. Krankenhausmitarbeitern zufolge gibt es rund 20 Tote. Und die Terrorgruppe al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM), die sich zum dem Anschlag bekannte, schrieb nach Angaben der US-Organisation Site, die Dschihadisten-Propaganda analysiert, von 30 getöteten "Kreuzzüglern".

Laut Burkina Fasos Kommunikationsminister Rémis Dandjinou konnten Dutzende Menschen aus dem Hotel in Sicherheit gebracht werden, darunter auch Arbeitsminister Clément Sawadogo. Wie viele Personen sich noch im Gebäude befinden, ist unbekannt.

Burkina Faso hat sich nach einem Putschversuch stabilisiert, Marc Christian Kaboré wurde in den ersten freien Wahlen seit Jahrzehnten Ende November zum neuen Präsidenten gewählt. Das Land ist der größte Baumwollproduzent Afrikas und hat reiche Goldvorkommen. Dennoch gilt Burkina Faso als eines der ärmsten Länder der Welt.

Im Nachbarland Mali griffen in den vergangenen Jahren wiederholt militante Islamisten Hotels an. Erst im November waren bei einemAngriff auf ein Hotel in der malischen Hauptstadt Bamako 20 Menschen getötet worden, auch zu der damaligen Attacke hatte sich AQIM bekannt, beziehungsweise deren verbündete Gruppierung Al-Mourabitoun.

hut/dpa/AFP/Reuters

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