Burkina Faso Ex-Premier Kaboré gewinnt Präsidentschaftswahlen

Burkina Faso hat einen neuen Präsidenten: Schon im ersten Durchgang bekam Oppositionspolitiker Kaboré 53,5 Prozent der Stimmen. Die Wahl gilt als wichtiger Schritt beim Übergang zur Demokratie in dem westafrikanischen Land.

Wahlsieger Kaboré in Ouagadougou : Hoffnung auf langanhaltende Demokratie
AFP

Wahlsieger Kaboré in Ouagadougou: Hoffnung auf langanhaltende Demokratie


Der Oppositionspolitiker und frühere Regierungschef Roch Marc Christian Kaboré ist neuer Präsident in Burkina Faso. Laut dem vorläufigen Endergebnis kommt der 58-Jährige insgesamt auf 53,49 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Konkurrent, der ehemalige Finanzminister Zéphirin Diabré, erhielt demnach 29,65 Prozent. Medienberichten in der Hauptstadt Ouagadougou zufolge gratulierte Diabré dem Sieger noch in der Nacht zum Erfolg.

Die Wahl markiert einen bedeutenden Moment in der Geschichte der ehemaligen französischen Kolonie. Sie gilt als wichtiger Schritt beim Übergang zur Demokratie: Seit Beginn der Unabhängigkeit 1960 wurde das Land die längste Zeit von Präsidenten regiert, die sich mit Hilfe des Militärs an die Macht putschten.

Das gilt auch für den früheren Amtsinhaber Blaise Compaoré. Er wollte nach 27 Jahren im Amt seine Herrschaft mit Hilfe einer Verfassungsänderung verlängern. Durch die darauf folgenden Massenproteste wurde er im Oktober 2014 zum Rücktritt gezwungen.

Seitdem gab es in dem westafrikanischen Staat eine Übergangsregierung unter der Führung von Michel Kafando. Im September überstand er nur mühsam einen Militärputsch.

25.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Wahlsieger Kaboré war von 1994 bis 1996 Ministerpräsident des Landes und von 2002 bis 2012 Parlamentspräsident. Im vergangenen Jahr gründete er aus Protest gegen die geplante Verfassungsänderung von Compaorés Regierung die sozialdemokratische Partei Volksbewegung für Fortschritt (MPP).

In dem bitterarmen Land mit seinen knapp 20 Millionen Einwohnern sind nun die Hoffnungen auf eine lange Phase der Demokratie groß. Der neue Präsident wurde für fünf Jahre gewählt, die Wahlbeteiligung lag bei rund 60 Prozent.

Schon am Sonntag hatte Übergangspräsident Kafando gesagt, der Wahlgang sei ein "Sieg für das Volk von Burkina Faso". Es handele sich um die erste "wirklich demokratische, transparente und klare Abstimmung seit 1978". Die Übergangsregierung hatte 25.000 Sicherheitskräfte aufgeboten, um einen störungsfreien Ablauf der Wahlen zu gewährleisten.

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aar/dpa/AFP

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