Gesetz in Burma Arme dürfen nur noch alle drei Jahre Kinder kriegen

Per Gesetz will die Regierung in Burma die Kinderzahl in armen Familien drücken. Menschenrechtler sehen darin ein Instrument, Minderheiten wie die muslimischen Rohingya zu diskriminieren.

Rohingya-Kinder in indonesischem Flüchtlingslager: Viele fliehen übers Meer
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Rohingya-Kinder in indonesischem Flüchtlingslager: Viele fliehen übers Meer


Das Flüchtlingsdrama in Südostasien hat weltweit auf das Schicksal der Rohingya aufmerksam gemacht. Angehörige dieser muslimischen Minderheit werden in Burma verfolgt und flüchten deshalb zu Tausenden in Booten über das Meer. Ein neues Gesetz der Regierung in Burma ruft Menschenrechtler auf den Plan: Es zwingt armen Frauen Babypausen auf.

Das Gesetz besagt, dass Frauen in armen Regionen frühestens drei Jahre nach einer Entbindung ein weiteres Kind zur Welt bringen dürfen. Das Oberhaus hat das Gesetz bereits im Februar verabschiedet. Es gebe zwar keine Sanktionen, sagte Vizejustizminister Tun Tun Oo damals, doch die Frauen in den fraglichen Regionen müssten sich daran halten.

Menschenrechtler kritisieren die Regelung scharf. Die Organisation Human Rights Watch sieht darin ein Instrument, die Rohingya zu drangsalieren. Hinter dem Gesetz steht die ultranationalistische buddhistische Mönchsorganisation Ma Ba Tha. "Aktivisten mit rassistischen, antimuslimischen Absichten haben das Gesetz vorangebracht, deshalb muss man davon ausgehen, dass es als Diskriminierungsinstrument umgesetzt wird", sagte der Asien-Direktor von Human Rights Watch, Brad Adams. Es öffne Tür und Tor für Zwangsabtreibungen.

"Ohne klare Vorgaben, dass kein Zwang und keine Diskriminierung erlaubt sind, hätte das Gesetz nie eingebracht werden dürfen", kritisierte auch Widney Brown von der Organisation Ärzte für Menschenrechte.

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Burma steht wegen der Flüchtlingskrise in Südostasien in der Kritik. Tausende Angehörige der muslimischen Rohingya- Minderheit sind aus dem Land geflüchtet. Sie treiben teils seit Monaten unter elenden Bedingungen auf Booten in der Andamanensee zwischen Burma, Thailand, Malaysia und Indonesien, weil kein Nachbarland sie aufnehmen will.

Burma wurde fast 50 Jahre lang von einer Militärjunta beherrscht. Im November 2011 gab es eine umstrittene Wahl. Im März 2011 löste Präsident Thein Sein, selbst ein Ex-General, die Militärjunta ab und löste einen vorsichtigen Reformprozess ein. Parlament und Regierung werden aber nach wie vor vom Militär kontrolliert. Burma ist die Heimat von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Während der Militärdiktatur wurde sie fast 15 Jahre lang weggesperrt. Inzwischen führt sie die Opposition an.

mmq/dpa

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Sackaboner 17.05.2015
1.
Klingt sehr diktatorisch und ist wohl in der Realität nur schwer durchsetzbar. Aber es ist zutiefst vernünftig. Besser, ein Mensch wird erst gar nicht gezeugt, als dass er als Hungerleider ein elendes Dasein fristet. Das hat auch eine sehr humane Seite.
chirin21 17.05.2015
2. Ja,ja,die Menschenrechtler - Spinner -
Es ist gut für die Frauen und gut für die Kinder, wenn - nicht nur in Burma - die Zahl der Geburten reduziert wird. China macht das schon und etliche Staaten des afrikanischen Kontinents auch. Nur die Katholiken und der Papst verbieten die Pille. Zu Bedenken ist allerdings, dass die Sippen darauf angewiesen sind , wenn sie alt sind , von den Kindern ernährt zu werden. Da muß der jeweilige Staat eine Mindestrente aussetzen, damit die alten Bürger auch überleben und essen können.Verschiedene Staaten - Ägypten auch - verteilen Antibabypillen und das sit auch gut so, denn das sind Frauen und keine Gebährmaschinen. In Ägypten gibt es Schulpflicht und kostenlosen Schulbesuch im Rahmen einer Informationsreise konnten wir uns davon überzeugen ,dass auf jedem Dorf Fernseher sind, die definitiv keine schwachinnigen amerikanischen Filme zeigen ,vielmehr Schulunterricht erteilen und Prüfungen werden auch dort -durch reisende Prüfer - abgenommen. Die Ägypter sind erheblich gebildeter als die Deutschen. Und ihren Kindersegen haben sie -zum Wohle der Frauen- eingeschränkt. Übrigens, auf den Nilschiffen glänzt es vor Sauberkeit uns das machen ausschließlich männliche Reinigungskräfte - die Frau wird also nicht als Putzlappen - wie in Europa - benutzt und so ist es zu begrüßen, wenn neben einer kleinen Rente und ärztlicher Versorgung für die ältere Generation und Verhütungsmitteln - diese Geburtenmenge eingeschränkt wird.
helmut.alt 17.05.2015
3.
Auch wenn es vielen nicht schmeckt, aber das ist der einzige Weg die Verarmung der Gesellschaft und das Ruinieren unseres Planeten etwas zu verlangsamen.
masterkouki 17.05.2015
4. Das ist auch meine Empfehlung überhaupt,
verteilt doch einfach mal die Pille. Nicht nur in Burma. Der sexuelle Missbrauch der Frauen in den Ländern der 3. Welt ist doch das Kernproblem der Überbevölkerung.
Ishibashi 17.05.2015
5. Menschenrechtle sind Verbrecher
Wenn sie mehr Kinder für Arme fordern heißt das ja nichts anderes als dass sie die Armut noch vergrößern wollen. China ist nur deshalb so erfolgreich weil sie eine noch viel rigorose Geburtenkontrolle haben. Außerdem warum zitiert SPON immer irgendwelche nebulösen "Menschenrechtler" wer hat den das Mandat als solcher sprechen zu dürfen ? Gibt es da eine neue UN Organisation ???
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