Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Parlamentswahl in Burma: Suu Kyi holt absolute Mehrheit

Fünf Tage nach der Parlamentswahl in Burma steht fest: Die Partei von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat die absolute Mehrheit der Sitze gewonnen. Damit sie Präsidentin werden kann, muss aber die Verfassung geändert werden.

Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi hat bei den Parlamentswahlen in Burma einen historischen Triumph gefeiert. Die Oppositionsführerin hat mit ihrer Nationalliga für Demokratie (NLD) die absolute Mehrheit der Sitze im Parlament gewonnen. Die NLD hatte schon vor Auszählung aller Stimmen am Freitag mehr als die Hälfte der 657 Sitze im Unter- und Oberhaus sicher, wie die Wahlkommission mitteilte.

Damit kann die Partei den nächsten Präsidenten bestimmen. Gemäß der Verfassung darf Suu Kyi nach jetzigem Stand nicht Staatschefin werden, weil sie mit einem Briten verheiratet war und auch ihre Kinder ausländische Pässe besitzen. Eine Regelung, die die Militärs scheinbar genau auf die 70-Jährige zugeschnitten in die Verfassung eingebaut haben.

Die US-Regierung fordert deshalb eine Verfassungsänderung: Washington habe in den vergangenen Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Verfassungsreform eine Voraussetzung für einen "vollständigen Übergang hin zu einer demokratischen, zivilen Herrschaft" in dem südostasiatischen Land sei, sagte der außenpolitische Berater von Präsident Barack Obama, Ben Rhodes. Letztlich sei dies aber eine Frage, über die das Volk und die Politiker Burmas in Zukunft entscheiden müssten.

Die Nachricht vom Wahlsieg erreichte Suu Kyi an einem historischen Datum. Auf den Tag genau vor fünf Jahren hatte die Militärjunta die Politikerin aus dem Hausarrest entlassen. Seit ihrem Sieg bei den letzten freien Wahlen 1989 hatten die Generäle die Oppositionsführerin mehrfach über Jahre festgenommen und unter Arrest gestellt.

syd/dpa/AFP/AP/Reuters

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 35 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
ichsagwas 13.11.2015
Es ist nicht gerade hilfreich, wenn ausgerechnet die US-Regierung eine Verfassungsänderung in Burma/Myanmar fordert. Mit ihrem Zweiparteiensystem, die das Entstehen jeder Art von echter Opposition beinahe unmöglich macht, sind die USA nicht gerade ein großes demokratisches Vorbild. Sind es in Burma die Generäle, die im Hintergrund herrschen, sind es in den USA mächtige Lobbyorganisationen und die Finanzindustrie. Ich hoffe, Suu Kyi ist intelligent genug, um sich nicht allzusehr an die USA zu binden. China ist der große Nachbar und der wichtigere Handelspartner. Warum wird eigentlich von westlichen Journalisten mit solcher Hingabe immer der aus der Kolonialzeit stammende Name Burma verwendet ? Man muss nur mal bei Wikipedia reinschauen, dann kann man sehen, dass "Myanmar" nicht alleine von den Generälen erfunden worden ist: "Seit den 1920er-Jahren gab es Bestrebungen, einen einheitlichen Begriff für alle im jetzigen Myanmar beheimateten Volksgruppen zu finden. So wurde mehrmals Bama durch Myanma ersetzt und umgekehrt. Die offizielle Umbenennung des Landes in „Republik der Union Myanmar“ durch das Militär war daher in erster Linie ein Vorhaben mit Außenwirkung. Das Land sollte sich als selbstbewusster Staat präsentieren, der die Kolonialzeit endgültig überwunden hat."
2.
quark2@mailinator.com 13.11.2015
Hmmm ... fühlt sich so irgendwie auch nicht gut an ... fast schon wieder Personenkult ... aber wohl in jedem Fall besser als vorher ... und die USA mischen sich wieder in Zeug ein, das sie nox angeht. Man lasse die Völker ihren eigenen Weg finden. Spätestens seit Obama den Titel hat, ist "Friedensnobelpreisträger" auch so eine Bezeichnung mit komplexem Bouket.
3. Tolles Ergebnis
Schwabbelbacke 13.11.2015
Demokratie ist etwas schönes! Jedoch, dieses Emens "Wichtige"land, welches eine Wirtschaftskraft und eine große Internationale Bedeutung hat, ist die dortige Entwicklung so Interessant, als wenn in China ein Sack reis umfällt. Hier wurde wiedermal Platz geschaffen, um blos nicht viel dringernde Themen wie z.B. Altersarmut, Reallohnverlust oder den immer mehr aufkommenden Niedriglohnsektor, welcher unser Sozialsystem zu vernichten droht, berichten zu müssen. SPON sollte mal loslegen, und die Politik zu fordern, was diese gedenken dagegen zu tun? ich habe den Journalismus immer als solches gesehen, Signale zu Senden, über die Misstände aufzuklären...das wäre etwas, was den Menschen mehr Interessiert, als z.B. der derzeitige DFB "Skandal". So tragen aber die Medien mit dazu bei, eine große Mitschuld an der kommenden Sozialen Katastrophe zu tragen.
4. Schön, dass Ihre Partei die Wahl gewonnen hat.
Andreas1979 13.11.2015
jetzt muss die Partei es hinbekommen, die Verfassung zu ändern und dann hoffe ich darauf, dass sie dem Friedensnobelpreis politisch gerecht wird.
5. Es ist kaum anzunehmen....
dschungelmann 13.11.2015
das die Armee tatsaechlich die Herrschaft ueber die Ekonomie des Landes aus der Hand geben wird. Mal sehen wie es weitergeht.Bisher beherrschen die Offiziere(ob mit oder ohne Uniform) das Land noch vollstaendig. Ob diese Wahl das aendern kann bleibt zu bezweifeln. Zudem muss nun genaustens beobachtet werden ob sich der Umgang mit den Minderheiten der Rohingya , Karen und Hmon aendert. Das die USA mal wieder ihren Senf dazu geben muss war zu erwarten.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 51,419 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staats- und Regierungschef: Htin Kyaw

Mehr auf der Themenseite | Wikipedia | Burma-Reiseseite


Fotostrecke
Wahlen in Burma: Party im Tropenregen
Anzeige
  • Andreas Lorenz:
    Aung San Suu Kyi

    Ein Leben für die Freiheit.

    C.H.Beck; 336 Seiten; 19,95 Euro.

  • Bei Amazon bestellen.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: