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Burma: Nobelpreisträgerin Suu Kyi soll Ministerin werden

Politikerin Aung San Suu Kyi Zur Großansicht
DPA

Politikerin Aung San Suu Kyi

Nach ihrem Wahlsieg will Aung San Suu Kyi die Politik in Burma bestimmen. Der Weg zum Präsidentenamt ist jedoch versperrt - jetzt ist die Nobelpreisträgerin als Ministerin nominiert worden.

Präsidentin durfte sie aus verfassungsrechtlichen Gründen nicht werden - Burmas Politik will Aung San Suu Kyi trotzdem bestimmen. Jetzt ist klar: In der neuen Regierung des Landes wird die Friedensnobelpreisträgerin auch formal eine wichtige Rolle spielen. Suu Kyi soll Ministerin werden, das teilte der Parlamentspräsident am Dienstag mit.

Welchen Posten die 70-Jährige im Kabinett erhält, war zunächst unklar. Beobachter rechnen jedoch damit, dass sie Außenministerin wird. Das Amt sichert ihr einen Sitz im nach wie vor vom Militär dominierten mächtigen Sicherheitsrat.

Nach den komplexen politischen Regeln des südostasiatischen Landes muss sie im Gegenzug aller Wahrscheinlichkeit nach den Vorsitz ihrer Nationalen Liga für die Demokratie (NLD) abgeben, die sie vor rund 28 Jahren gegründet hatte. Offiziell soll Suu Kyi noch diese Woche ernannt werden.

Suu Kyi durfte nicht als Präsidentin kandidieren, da ihre beiden Söhne Briten sind. Dabei hatte die NLD unter ihrer Führung die historischen Wahlen im November haushoch gewonnen. An ihrer Stelle wählte das Parlament vor einer Woche ihren Vertrauten Htin Kyaw an die Staatsspitze. Suu Kyi hatte allerdings schon vorher deutlich gemacht, dass sie "über" dem Präsidenten stehen wolle.

Burma wurde bis 2011 von einer Militärregierung mit harter Hand geführt, danach übernahm eine vom Militär gelenkte, nur scheinbar zivile Regierung die Geschäfte. Im Herbst stimmten die Menschen dann zum ersten Mal seit 25 Jahren frei über das Parlament ab.

kev/AFP/AP/dpa

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Fläche: 676.552 km²

Bevölkerung: 51,419 Mio.

Hauptstadt: Naypyidaw

Staats- und Regierungschef: Htin Kyaw

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