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Burma: Nobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wird nicht Präsidentin

Weil ihre Söhne Briten sind, darf Aung San Suu Kyi nicht Präsidentin von Burma werden. Die NDL hat nun einen engen Vertrauten der Friedensnobelpreisträgerin nominiert. Das Sagen könnte sie dennoch haben.

Aung San Saa Kyi (rechts), Htin Kyaw Zur Großansicht
AFP

Aung San Saa Kyi (rechts), Htin Kyaw

Bei den Wahlen in Burma feierte Aung San Suu Kyi im vergangenen November einen überragenden Erfolg: Fast 80 Prozent stimmten für ihre Nationalliga für Demokratie (NDL). Nun hat die Partei zwei Kandidaten für das Amt des Präsidenten vorgeschlagen - Suu Kyi ist nicht darunter. Die Partei nominierte stattdessen den Universitätsprofessor Htin Kyaw und den Abgeordneten Henry Van Thio.

Die Friedensnobelpreisträgerin darf laut Verfassung nicht kandidieren, weil ihre Söhne Briten sind. In den vergangenen Wochen hatte die Politikerin noch mit dem mächtigen Militär über eine Verfassungsänderung verhandelt, doch sie blieb erfolglos. Dennoch dürfte Suu Kyi künftig das Sagen haben: Sie kündigte bereits an, "über" dem künftigen Präsidenten stehen zu wollen und so die Politik des Landes zu lenken.

Mit Htin Kyaw könnte stattdessen ein enger Vertrauter von Suu Kyi Präsident werden. Der 69-Jährige ist Professor, Direktor einer Wohltätigkeitsorganisation und kennt die Friedensnobelpreisträgerin bereits aus der Schulzeit. Später studierten beide im britischen Oxford. Der zweite NDL-Nominierte, Van Thio, gehört der Minderheit der Chin an. Ein weiterer Kandidat wird von den Militärabgeordneten nominiert, die in beiden Häusern des Parlaments je 25 Prozent der Sitze haben.

Die Beratungen über die Wahl des Präsidenten und der beiden Stellvertreter sollen am Freitag beginnen. In der kommenden Woche stimmen die Abgeordneten dann voraussichtlich ab. Das Amt ist Suu Kyis Partei sicher, weil die NDL die absolute Mehrheit in beiden Häusern hat. Die beiden anderen Kandidaten werden Vizepräsidenten.

Burma wurde bis 2011 von einer Militärregierung mit harter Hand geführt, danach übernahm eine vom Militär gelenkte, nur scheinbar zivile Regierung die Geschäfte. Im vergangenen November stimmten die Menschen dann zum ersten Mal seit 25 Jahren frei über das Parlament ab.

brk/dpa/Reuters

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