Rangun - Burma hat angesichts des demokratischen Wandels in dem südostasiatischen Land eine vollständige Aufhebung westlicher Sanktionen gefordert. Die Strafmaßnahmen behinderten die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, sagte der oberste Berater von Präsident Thein Sein, U Ko Ko Hlaing, am Freitag in Singapur. Viele Länder hätten ihre Sanktionen gehen Burma bislang nur ausgesetzt, aber nicht vollständig aufgehoben, fügte er hinzu. Das schrecke vor allem Investoren ab, die langfristig in dem Land einsteigen wollten.
Nachdem Burma jahrzehntelang von einer Militärjunta regiert wurde, war im vergangenen Jahr eine zivile Regierung eingesetzt worden, die erste Schritte zur Öffnung des Landes einleitete. Politische Gefangene wurden entlassen, Anfang Mai zog die zuvor jahrelang unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ins Parlament des Landes ein. Vor anderthalb Wochen durfte Kyi erstmals das Land für eine Auslandreise wieder verlassen.
Die EU legte ihre Sanktionen gegen Burma im April für ein Jahr auf Eis, um die Reformbestrebungen zu unterstützen. Auch die USA lockerten bestimmte Finanzsanktionen, eine vollständige Aufhebung der Strafmaßnahmen hält die Regierung in Washington aber noch für verfrüht.
Am Donnerstag hatte die australische Regierung angekündigt, bis auf ein Waffenembargo alle Sanktionen gegen Burma aufzuheben. Außerdem werden man die Hilfszahlungen verdoppeln, um weitere demokratische Reformen zu begünstigen, sagte Außenminister Bob Carr.
fab/AFP/AP
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
| alles zum Thema Burma | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH