Bericht von Human Rights Watch Burmas Militär zerstört noch immer Rohingya-Dörfer

Seit Jahresbeginn hat die burmesische Armee mindestens 55 Dörfer der Rohingya-Minderheit zerstört - zu diesem Schluss kommt Human Rights Watch. Die Regierung in Naypyidaw weist das nicht einmal zurück.

Rohingya-Flüchtlinge
AFP

Rohingya-Flüchtlinge


Burmas Militär hat im Dezember 2017 nach Angaben von Ärzte ohne Grenzen 6700 Angehörige der muslimischen Rohingya ermordet. Auch 2018 geht die Armee brutal gegen die Minderheit vor.

Einem Bericht der Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch (HRW) zufolge haben Soldaten mehrere Dutzend muslimische Dörfer dem Erdboden gleich gemacht.

HRW stützte sich dabei auf Satellitenbilder. Seit Ende vergangenen Jahres wurden im Bundesstaat Rakhine durch das Militär mindestens 55 Rohingya-Dörfer zerstört, heißt es in dem Bericht.

Auf diese Weise wäre eine Rückkehr der Flüchtlinge praktisch unmöglich. Aus Angst vor Verfolgung sind bereits annähernd 700.000 Muslime aus dem mehrheitlich buddhistischen Burma ins Nachbarland Bangladesch geflohen.

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Zudem vermutet HRW, dass Beweise für Misshandlungen vernichtet werden sollten. Der Asien-Direktor von HRW sagte: "Wer diese Gebiete dem Erdboden gleichmacht, löscht die Erinnerung aus."

Regierung weist Bericht zurück

Ein Sprecher der Regierung wies diese Darstellung zurück. Man wolle nur Raum für den Wiederaufbau schaffen, sagte er. "Es werden nur die niedergebrannten oder zerstörten Dörfer eingeebnet".

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Rohingya-Kinder: Traumatisiert, unterernährt, hoffnungslos

Die Vereinten Nationen bezeichnen das Vorgehen des Militärs, das in Burma zusammen mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi an der Regierung ist, als "ethnische Säuberung".

Nach einer Vereinbarung zwischen Burma und Bangladesch hätte eigentlich schon vor mehr als einem Monat mit der Rückkehr von Flüchtlingen begonnen werden sollen. Tatsächlich harren in Bangladesch aber immer noch Hunderttausende unter katastrophalen Bedingungen in Flüchtlingslagern aus.

REUTERS

dop/dpa



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