Burma Militärs legen Sperrzonen um fünf Klöster

Die Militärjunta in Burma hat mehrere Klöster abgeriegelt. Die dort lebenden Mönche werden als Rädelsführer des Aufstandes betrachtet und dürfen die Gebäude nicht mehr verlassen. Die US-Regierung sperrte die Konten hoher Regierungsmitglieder.


Rangun - Die Mönche in fünf Klöstern stehen unter Hausarrest. Sie würden als Rädelsführer bei den seit rund zwei Wochen anhaltenden Protestkundgebungen betrachtet, heißt es heute aus diplomatischen Kreisen in Rangun. Demnach ließ die Regierung verlauten, dass sie die Mönche jetzt unter ihrer Kontrolle habe und sich nunmehr den Zivilpersonen unter den Demonstranten zuwenden werde.

Aufmarsch in Rangun: Das Militär will die Anführer des Aufstandes zum Schweigen bringen
AFP

Aufmarsch in Rangun: Das Militär will die Anführer des Aufstandes zum Schweigen bringen

Die Sicherheitskräfte sind in den vergangenen Tagen wiederholt mit Gewalt gegen die Protestierenden vorgegangen. Am Mittwoch und Donnerstag kamen mindestens zehn Menschen ums Leben, darunter auch ein japanischer Fotojournalist. Hunderte Personen wurden festgenommen.

Beobachter rechnen für die kommenden Tage mit noch schärferen Konfrontationen, falls es die Einsatzkräfte gezielt auf Zivilpersonen absehen sollten. Das hohe Ansehen der buddhistischen Mönche in Burma habe bislang noch für weitgehende Zurückhaltung gesorgt.

Die Uno hat einen Sondergesandten nach Burma geschickt. Ibrahim Gambari soll bei seinem am Samstag beginnenden Besuch die Lage entschärfen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon rief in einer Erklärung in New York die Militärjunta zu einem "konstruktiven Dialog" mit Gambari auf. Die Machthaber sollten den Weg zu einer "friedlichen" und "nationalen Aussöhnung" beschreiten. Gambari reist zunächst nach Bangkok, da ihm noch kein Einreisevisum für Burma vorlag. Nach Uno-Angaben versicherte der burmesische Außenminister Nyan Win jedoch, dass Gambari als Gast in Rangun willkommen sei.

Die US-Regierung in Washington verlangt von der Militärjunta, Gambari müsse alle Konfliktparteien treffen können: Auch die religiösen Führer der Buddhisten, Verhaftete und die seit Jahren unter Hausarrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi.

US-Präsident George W. Bush forderte China auf, seinen Einfluss auf die Militärjunta geltend zu machen. Bush habe dem chinesischen Außenminister Yang Jiechi bei einem Treffen am Donnerstag im Weißen Haus überdies gedankt, die Entsendung Gambaris nach Burma unterstützt zu haben. China unterhält zu seinem Nachbarland Burma enge wirtschaftliche und politische Kontakte.

Die USA haben inzwischen neue Wirtschaftssanktionen gegen das Militärregime in Rangun verhängt. Laut Finanzministerium sollen die Guthaben von 14 burmesischen Regierungsvertretern eingefroren werden. US-Präsident Bush erklärte am Donnerstag, das amerikanische Volk stehe solidarisch an der Seite der "tapferen Menschen" in Burma. Jedes zivilisierte Land habe die Pflicht, für Menschen einzutreten, die unter einem brutalen Regime wie dem in Burma leiden müssten.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier bedauerte die zögerliche Haltung des Uno-Sicherheitsrats. "Ich bin besorgt, dass es bei klar feststellbaren Menschenrechtsverletzungen, die es in Burma gegeben hat, zu keiner Resolution mit klaren Verurteilungen und Sanktionen gekommen ist", sagte er am Donnerstag in New York.

Am Donnerstag war die Lage in Burma eskaliert. Bei dem Versuch der Militärjunta, die anhaltenden Massenproteste mit brutaler Härte zu ersticken, kamen mindestens neun Menschen ums Leben. Nach Medienberichten schossen Soldaten in die Menge und stürmten mehrere Klöster buddhistischer Mönche. Unter den Toten war mindestens ein Ausländer - ein Pressefotograf aus Japan. Die Regierung in Tokio bestätigte, dass bei einer Leiche ein japanischer Pass gefunden wurde.

ler/AP/dpa



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