Burma Vertrauter von Suu Kyi zum Präsidenten gewählt

Burma hat erstmals seit 50 Jahren wieder einen zivilen Präsidenten: Das Parlament stimmte für den Professor Htin Kyaw. Das Sagen könnte aber Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi haben.

Aung San Saa Kyi (rechts), Htin Kyaw
AFP

Aung San Saa Kyi (rechts), Htin Kyaw


Der Universitätsprofessor Htin Kyaw ist neuer Präsident von Burma. Der 69-Jährige setzte sich in einer Sitzung der beiden Parlamentskammern gegen zwei weitere Kandidaten durch. Damit wurde in der einstigen Militärdiktatur zum ersten Mal seit 50 Jahren ein ziviler Präsident gewählt.

Htin Kyaw ist ein enger Vertrauter der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi. Die Politikerin hatte mit ihrer Nationalliga für Demokratie (NDL) bei den Wahlen im vergangenen Jahr 80 Prozent der Stimmen geholt. Da ihre beiden Söhne jedoch Briten sind, dufte Suu Kyi nicht als Präsidentin kandidieren. Bemühungen, die Verfassung zu ändern, scheiterten. Die NDL hatte daraufhin Htin Kyaw nominiert.

Dennoch dürfte Suu Kyi künftig das Sagen haben: Sie kündigte bereits an, "über" dem künftigen Präsidenten stehen zu wollen und so die Politik des Landes zu lenken.

Die beiden anderen Kandidaten, Henry Van Thio (57), ein Angehöriger der Minderheit der Chin, und der vom Militär ernannte Hardliner Myint Soe (64), werden Vizepräsidenten. Htin Kyaws Amtszeit beginnt am 1. April.

Burma wurde bis 2011 von einer Militärregierung mit harter Hand geführt, danach übernahm eine vom Militär gelenkte, nur scheinbar zivile Regierung die Geschäfte. Im vergangenen November stimmten die Menschen dann zum ersten Mal seit 25 Jahren frei über das Parlament ab.

brk/dpa



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insgesamt 2 Beiträge
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Angelheart 15.03.2016
1. Das Verbot,...
...einen Menschen zum Präsidenten zu wählen, weil sie/er Kinder mit anderer Staatsangehörigkeit hat, ist ebenso grotesk wie das Verbot für Frauen im Iran zu singen, da "Männer durch ihren Gesang erregt werden könnten"...die menschliche Absurdität ist einfach unerschöpflich!
mephisto&beelzebub 15.03.2016
2. Absurdität unerschöpflich? Vor allem in Deutschland.
Zitat von Angelheart...einen Menschen zum Präsidenten zu wählen, weil sie/er Kinder mit anderer Staatsangehörigkeit hat, ist ebenso grotesk wie das Verbot für Frauen im Iran zu singen, da "Männer durch ihren Gesang erregt werden könnten"...die menschliche Absurdität ist einfach unerschöpflich!
Die größte politische Absurdität der letzten tausend Jahre geschah in Deutschland, wo ein Ausländer, der in Deutschland einen blutigen Putschversuch organisiert hatte, später die deutsche Staatsbürgerschaft erhielt und anschließend zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde.
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