Ausschreitungen mit Muslimen: Burmas Präsident droht Unruhestiftern mit Gewalt

Zerstörte Moschee in Gyobingauk nahe Bago: Ausschreitungen gegen Muslime dauern an Zur Großansicht
AP/dpa

Zerstörte Moschee in Gyobingauk nahe Bago: Ausschreitungen gegen Muslime dauern an

Die Gewalt zwischen Buddhisten und Muslimen dauert in Burma bereits mehr als eine Woche an. Burmas Staatschef Thein Sein macht religiöse Extremisten dafür verantwortlich und sagte, er zögere nicht, als letztes Mittel zur Gewalt gegen die Unruhestifter zu greifen.

Rangun - Angesichts der ethnischen Unruhen in Burma hat Präsident Thein Sein zur Ruhe aufgerufen, zugleich aber mit staatlicher Gewalt gedroht. Die Aufwiegler und Gewaltakteure seien "politische Opportunisten und religiöse Extremisten", die Hass sähen wollten, sagte der burmesische Staatschef am Donnerstag. Deren Versuche, die "ehrenwerten Lehren dieser Religionen für ihre Zwecke auszubeuten" würden "nicht hingenommen". "Ich werde nicht zögern, als letztes Mittel zur Gewalt zu greifen, um Leben und Besitz zu schützen", kündigte der frühere Junta-General in einer Rede an, die im Fernsehen übertragen wurde.

Es war die erste Stellungnahme des Präsidenten seit Beginn der Unruhen. Die Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Muslimen dauerten auch nach einer Woche weiter an. Sie waren in der zentralburmesischen Stadt Meiktila entflammt. Ganze Stadtviertel und mehrere Moscheen gingen dort in Flammen auf. Mehr als 12.000 Menschen flohen nach Uno-Angaben aus der Stadt, über die der Ausnahmezustand verhängt wurde. Am vergangenen Samstag übernahm die burmesische Armee dann die Kontrolle über Meiktila.

Am Donnerstag gab die Polizei bekannt, dass insgesamt 42 Menschen getötet wurden. 37 religiöse Stätten seien zerstört und 1227 Häuser beschädigt oder zerstört worden. Man habe 68 Menschen festgenommen. Von Meiktila breiteten sich die Unruhen auch auf mehrere Orte in der Region Bago nahe der Metropole Rangun aus. Die Behörden verhängten Ausgangssperren über mehrere Städte und verboten Versammlungen. Auch am Donnerstag wurden laut Staatsfernsehen muslimische Einrichtungen in Bago angegriffen.

Die Spannungen zwischen der buddhistischen Mehrheit und der muslimischen Minderheit in Burma waren während der jahrzehntelangen Militärdiktatur unterdrückt worden. Es besteht nun die Befürchtung, dass die Unruhen im Zuge der Demokratisierung des Landes zunehmen könnten. Ausschreitungen gegen die muslimischen Rohingya gibt es immer wieder im Westen des Landes.

fab/AP/AFP

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insgesamt 15 Beiträge
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1. Wäre schön, ...
emeticart 28.03.2013
... wenn man etwas zu den Hintergründen, dieser Gewaltausbrüchen erfahren könnte ...! MfG
2. Ich glaube....
labrador2002 28.03.2013
das war 2008 oder 2009 als das burmesische Militär gegen buddhistische Randalierer vorging. Dann kam eine Naturkatastrophe mit über 100.000 Toten und alles war wieder vorbei. Was muss immer passieren, dass die Menschen miteinander reden und nicht aufeinander schießen?
3. Burma ist Myanmar
shishi88 28.03.2013
Das Auswärtige Amt verwendet den (seit 1989 gültigen) Ländernamen Myanmar, amtlich Republik der Union Myanmar. Wenn die Länderbezeichnung bei Spiegel Online korrekt ist, dann wird man eher von Qualitätsjournalismus sprechen können.
4. Bitte sachlich berichten
georgius1 28.03.2013
die Lage in dem Land ist sehr, sehr komplex. Es gibt dort Friedensbemuehungen zwischen der derzeitigen Regierung und vielen enthnischen Gruppen, die teilweise noch bewaffnet sind aber daran teilhaben. Deswegen bitte Fakten berichten und konjunktivistische Mutmassungen aussen vor lassen. !! Die europaeische Brille ist gaenzlich ungeeignet. Journalistischer Populismus ist die falsche Eisscholle. !! Gruss aus Saigon, George
5. Das Land heißt
mbraun09 28.03.2013
Myanmar. Auch wenn linke, selbstverliebte Redakteure gerne eine andere Welt herbeischreiben wollen.
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