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Kämpfe nach Putschversuch: Burundis Präsident ruft Bevölkerung zur Ruhe auf

Proteste in Bujumbura: Kämpfe in Burundis Hauptstadt Zur Großansicht
REUTERS

Proteste in Bujumbura: Kämpfe in Burundis Hauptstadt

Wer hat die Macht in Burundi? Nach dem Putschversuch des Militärs liefern sich die verfeindeten Lager schwere Kämpfe in der Hauptstadt Bujumbura. Präsident Nkurunziza ruft die Bevölkerung zur Ruhe auf.

"Die Proteste, die jetzt gerade stattfinden, haben besonders in der Hauptstadt riesigen Schaden angerichtet": Nach dem Putschversuch in Burundi hat Präsident Pierre Nkurunziza die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Vorausgegangen waren schwere Kämpfe in der Hauptstadt Bujumbura zwischen Anhängern des Putschisten Godefroid Niyombare und Getreuen des Staatschefs. Über Twitter forderte Nkurunziza die Menschen auf, sich besonnen zu verhalten.

Der Staatschef hielt sich seit Mittwochmorgen zu einem Burundi-Krisengipfel der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) im Nachbarland Tansania auf. Da die Putschisten den Flughafen gesperrt hatten, konnte er bisher nicht in seine Heimat zurückkehren.

General Godefroid Niyombare hatte die Abwesenheit des Präsidenten genutzt und in einer Radioansprache gesagt, Nkurunziza sei abgesetzt. Das Militär werde mit Vertretern der Zivilgesellschaft eine Übergangsregierung bilden. Das Präsidialamt wies die Erklärung des Armeegenerals zurück.

Die Machtverhältnisse in Burundi sind seither unklar. Auch am Donnerstag waren laut der Nachrichtenagentur Reuters Schüsse in der Hauptstadt zu hören. General Prime Niyongabo sagte demnach, der Putsch sei fehlgeschlagen; die Kräfte, die loyal zum Präsidenten stünden, kontrollierten nach wie vor die strategischen Punkte in Bujumbura.

Die Putschisten hingegen teilten der Nachrichtenagentur AFP mit, man habe die Kontrolle über weite Teile der Hauptstadt übernommen. "Wir kontrollieren praktisch die ganze Stadt", sagte Putschistensprecher Venon Ndabaneze. Die in der Stadt eingesetzten Soldaten seien "auf unserer Seite".

In Burundi gibt es seit Ende April zum Teil gewalttätige Proteste gegen Nkurunzizas Pläne für eine dritte Amtszeit, Zehntausende flohen aus dem Land. Laut Verfassung sind nicht mehr als zwei Amtszeiten zulässig. Nkurunziza hatte Niyombare im Februar als Geheimdienstchef entlassen, weil dieser ihn zum Verzicht einer weiteren Amtszeit aufgefordert hatte.

hut/dpa

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