Burundi Streitkräfte töten mehr als 30 mutmaßliche Rebellen

Bei Kämpfen zwischen Rebellen und dem Streitkräften des Militärs sind in Burundi 31 Menschen getötet und mehr als 170 festgenommen worden. Das Land befindet sich seit April in einer schweren Krise.

Mutmaßliche Rebellen: Tödliche Kämpfe mit dem Militär
AFP

Mutmaßliche Rebellen: Tödliche Kämpfe mit dem Militär


Die Streitkräfte im ostafrikanischen Burundi haben nach eigenen Angaben bei Kämpfen an der Grenze zu Ruanda 31 Rebellen getötet und 171 weitere Aufständische festgenommen. Militärsprecher Gaspard Baratuza sagte, bei den Gefechten in der Provinz Kayanza seien seit Freitag auch sechs Soldaten getötet worden.

Der Hintergrund der Kämpfe ist immer noch unklar. Beobachter vermuteten, dass es sich um den Beginn eines bewaffneten Aufstands gegen die Regierung handeln könne. Hinter der Rebellion sollen geflohene Ex-Militärs stecken, die im Mai vergeblich versucht hatten, Präsident Pierre Nkurunziza mit einem Putsch zu entmachten. Einer der Putschisten, General Leonard Ngendakumana, sagte, solche Angriffe würden fortgesetzt, bis Nkurunziza abtrete.

Burundi befindet sich in einer schweren politischen Krise, seit Nkurunziza Ende April ankündigt hatte, sich um eine dritte Amtszeit zu bewerben. Die Opposition sieht darin einen Verfassungsbruch. Bei Demonstrationen von Regierungsgegnern wurden Menschenrechtlern zufolge mindestens 80 Menschen getötet. Mehr als 140 000 Menschen sind aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in Nachbarländer geflohen. Ein von ethnischen Spannungen befeuerter Bürgerkrieg in Burundi mit etwa 300.000 Toten ging erst vor zwölf Jahren zu Ende.

Burundi gilt als eines der zehn ärmsten Länder der Welt. Die Vereinten Nationen warnten vor einem Bürgerkrieg. Exekutionen, Entführungen und Folter der regierungstreuen Imbonerakure-Miliz könnten die Lage in dem ostafrikanischen Land "zum Kippen bringen", sagte Uno-Flüchtlingshochkommissar Zeid Ra'ad Al Hussein.

kbl/dpa

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