Bush-Besuch Fischer fordert Verzicht auf Gewalt

Einen Tag vor dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in Berlin werden heute zehntausende Demonstranten zu einer Großkundgebung erwartet. Bundesaußenminister Joschka Fischer rief die Protestierenden auf, es nicht zu Krawallen kommen zu lassen.


Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen vor dem Bush-Besuch
DPA

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen vor dem Bush-Besuch

Berlin - "Im Interesse aller muss es friedlich ablaufen, weil ansonsten eine völlig andere Botschaft als die, die intendiert wird, transportiert wird", sagte Fischer. Friedliche Proteste gehörten "zu unserer demokratischen Verfassung, und das ist auch nicht zu kritisieren", betonte der Grünen-Politiker. Bei Gewaltanwendung würden aber "sehr hässliche anti-amerikanische Bilder über den Atlantik gehen, und ich denke, das kann niemandes Interesse sein".

Fischer äußerte zwar Verständnis etwa für Proteste gegen den Ausstieg der USA aus dem Kyoto-Protokoll. "Wenn dagegen demonstriert wird, wenn das zum Inhalt gemacht wird, kann ich das nicht kritisieren", sagte er. Allerdings sei es falsch, die USA generell als "Kriegstreiber" zu verurteilen oder Anti-Amerikanismus zu verbreiten, betonte Fischer.

Für Dienstagnachmittag haben rund 200 Gruppen der Friedens- und Anti-Globalisierungs-Bewegung zu einer Großdemonstration in der Berliner Innenstadt aufgerufen. Die Veranstalter erwarten mehrere zehntausend Teilnehmer. Für die nächsten Tage sind bundesweit weitere Protestaktionen und Demonstrationen geplant. Die Polizei wird in Berlin mit rund 10.000 Beamten im Einsatz sein.

Bush wird Berlin von Mittwochabend bis Donnerstagnachmittag für etwa 19 Stunden besuchen. Am Donnerstag sind Gespräche mit Bundespräsident Johannes Rau und Bundeskanzler Gerhard Schröder geplant. Anschließend wird Bush eine Rede im Bundestag halten.



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