Bushs Memoiren: Eine Präsidentschaft wie im Märchenbuch

Von , New York

6. Teil: Gerhard Schröder - der Bösewicht aus Deutschland

Bush: Mr. President auf PR-Tour Fotos
AP/ Harpo Productions

Eine längere Passage widmet Bush dem deutschen Ex-Kanzler Gerhard Schröder - und der kommt dabei nicht gerade vorteilhaft weg. Schröder sei einer der Staatsoberhäupter gewesen, "die am schwersten zu durchschauen waren". Anfangs sei er "gelassen, umgänglich und interessiert" daran gewesen, "unsere bilaterales Verhältnis zu stärken". So habe er, Bush, Schröders "Führungskraft in Sachen Afghanistan zu schätzen" gewusst.

Anders beim Irak. "Ich besprach den Irak mit Gerhard während seines Besuchs im Weißen Haus am 31. Januar 2002", erinnert sich Bush an ein Treffen mit Schröder, bei dem er auch eine mögliche Invasion angesprochen habe. "Die militärische Option war meine letzte Wahl, aber ich würde sie nutzen, sofern nötig." Schröder habe dem zugestimmt: "Was für Afghanistan richtig ist, ist auch für den Irak richtig. Nationen, die den Terrorismus unterstützen, müssen mit Konsequenzen rechnen. Wenn Sie es schnell und entschieden erledigen, dann bin ich mit Ihnen."

Im Bundestagswahlkampf habe Schröder dann plötzlich "einen anderen Dreh" gehabt, klagt Bush. Dabei sei er, Bush, von anderen Mitgliedern der Bundesregierung sogar beleidigt worden. So habe ihn die damalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) - die Bush freilich nicht namentlich erwähnt - mit Hitler verglichen. "Ich war schockiert und empört", erinnert er sich. "Man kann sich kaum etwas Beleidigenderes vorstellen, als von einem deutschen Regierungsvertreter mit Hitler verglichen zu werden." Danach sei das "konstruktive Verhältnis" zu Schröder zerrüttet gewesen.

Schröder selbst hat Bushs Behauptungen zur Vorgeschichte des Irak-Kriegs sofort als eine Lüge zurückgewiesen. "Der frühere amerikanische Präsident Bush sagt nicht die Wahrheit", erklärte der Altkanzler. In dem Gespräch sei es um die Frage gegangen, ob die Terroristen, die für die Anschläge des 11. September 2001 in den USA verantwortlich waren, von Saddam Hussein unterstützt würden. "Wie auch bei meinen späteren Treffen mit dem US-Präsidenten habe ich damals deutlich gemacht, dass Deutschland, sollte sich der Irak wie zuvor Afghanistan tatsächlich als Schutzraum und Zufluchtsort für Al-Qaida-Kämpfer erweisen, zuverlässig an der Seite der USA stehen würde", so Schröder. "Dieser Begründungszusammenhang war jedoch, wie sich im Laufe des Jahres 2002 herausstellte, falsch und konstruiert."

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insgesamt 127 Beiträge
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1. ooo
MarkH 10.11.2010
Zitat von sysopEr geht zu Oprah und gibt Autogramme, er verteidigt Foltermethoden und legt sich mit Gerhard Schröder an. George W. Bush hat wieder eine Mission: die Reinwaschung*seiner Präsidentschaft. Tatsächlich halten seine Memoiren einer Faktenprüfung kaum stand. Ein Realitätscheck. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728233,00.html
Ich finde, Herr Busch verhält sich vorbildlich .. er opfert seinen guten Ruf für die globalen Märkte.
2. Shame on you Mr. Bush!
Blaumilchvor 10.11.2010
Zitat von sysopEr geht zu Oprah und gibt Autogramme, er verteidigt Foltermethoden und legt sich mit Gerhard Schröder an. George W. Bush hat wieder eine Mission: die Reinwaschung*seiner Präsidentschaft. Tatsächlich halten seine Memoiren einer Faktenprüfung kaum stand. Ein Realitätscheck. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728233,00.html
...wer mehr wissen will über diese Kriegsverbrechen der Bush-Regierung sollte sich die preisgekrönte Dokumentation "Taxi zur Hölle" ansehen...wenn ich Amerikaner wäre könnte ich mich nur noch schämen für dieses Land mit diesem damaligen Präsidenten...
3. Vorsicht mit vorschnellen Urteilen
leser75 10.11.2010
Zitat von sysopEr geht zu Oprah und gibt Autogramme, er verteidigt Foltermethoden und legt sich mit Gerhard Schröder an. George W. Bush hat wieder eine Mission: die Reinwaschung*seiner Präsidentschaft. Tatsächlich halten seine Memoiren einer Faktenprüfung kaum stand. Ein Realitätscheck. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728233,00.html
Bevor ich ein solches Buch gelesen habe, erlaube ich mir kein abschließendes Urteil über den Autor - aber das scheint heutzutage nicht mehr üblich, man urteilt, weil der betreffende Mensch ja längst in einer bestimmten Schublade gelandet ist.
4. ..
Morgenstern064 10.11.2010
Zitat von MarkHIch finde, Herr Busch verhält sich vorbildlich .. er opfert seinen guten Ruf für die globalen Märkte.
Genau, ein wahrer Martyrer der Neocons.
5. ...
Klo 10.11.2010
Zitat von sysopEr geht zu Oprah und gibt Autogramme, er verteidigt Foltermethoden und legt sich mit Gerhard Schröder an. George W. Bush hat wieder eine Mission: die Reinwaschung*seiner Präsidentschaft. Tatsächlich halten seine Memoiren einer Faktenprüfung kaum stand. Ein Realitätscheck. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,728233,00.html
Märchenbuch ist genau das richtige Wort. Darin ist er ja bekanntlich geübt.
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