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Cains neuester Aussetzer: "Taliban regieren in Libyen mit"

US-Präsidentschaftskandidat Herman Cain hat sich einen erneuten Patzer erlaubt. Nachdem er Anfang der Woche bei einem Interview zum Thema Libyen bereits schwer ins Stocken geraten war, erklärte er nun: Die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida regierten in dem Land mit.

US-Präsidentschaftskandidat Herman Cain: Nachholbedarf bei der Außenpolitik Zur Großansicht
AP

US-Präsidentschaftskandidat Herman Cain: Nachholbedarf bei der Außenpolitik

Washington - Das Thema Außenpolitik stellt Herman Cain immer wieder vor große Herausforderungen. Der führende republikanische Präsidentschaftsbewerber war am Dienstag bereits ins Schwitzen gekommen,als er in einem Interview des "Milwaukee Journal Sentinel" nach seiner Meinung zur Libyen-Politik von Präsident Barack Obama gefragt wurde. Cain hatte zunächst geschwiegen und dann ratlos geantwortet: "Okay, Libyen."

Beim Versuch, den Patzer zu rechtfertigen, leistete er sich nun erneute Aussetzer: Er sei während des Interviews "ein bisschen müde" gewesen, sagte Cain am Freitag vor Journalisten im US-Bundesstaat Florida. Darüber hinaus sei die Frage des Reporters, ob er mit der Libyen-Politik von US-Präsident Barack Obama einverstanden sei, zu unpräzise gewesen.

Anschließend deutete er an, die radikalislamischen Taliban könnten künftig eine Rolle in der neuen libyschen Regierung spielen. "Stimme ich damit überein, dass Gaddafi gehen sollte? Stimme ich damit überein, dass wir jetzt ein Land haben, in dem Taliban and al-Qaida Teil der Regierung sind?", fragte der ehemalige Chef einer Pizzakette vor Reportern. Tatsächlich sind die Taliban aber nicht in Libyen, sondern in Afghanistan und Pakistan aktiv.

Außenpolitik: mangelhaft

Experten zweifeln bereits seit längerem an Cains außenpolitischen Kenntnissen. So schien er beispielsweise kürzlich in einem Interview des Senders PBS ahnungslos, als er sich zu Chinas Nuklearprogramm äußern sollte.

Cain liegt knapp zwei Monate vor Beginn der US-Vorwahlen in vielen Umfragen noch gleichauf mit Mitt Romney, dem Ex-Gouverneur von Massachusetts. Vier Frauen haben Cain vorgeworfen, sie in den neunziger Jahren sexuell belästigt zu haben. Im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur hat ihm das anscheinend noch nicht geschadet. Nach Drohungen von Unbekannten bekommt er allerdings seit gestern Schutz vom Secret Service.

irb/AFP/dpa

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1. --
zukunft007 19.11.2011
Zitat von sysopUS-Präsidentschaftskandidat Herman Cain hat sich einen erneuten Patzer erlaubt.*Nachdem er Anfang der Woche bei einem Interview zum Thema Libyen bereits schwer ins Stocken geraten war, erklärte er nun: Die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida regierten in dem Land mit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798821,00.html
vielleicht liegt es daran,daß es nicht so einfach ist,regierungskonform zu sprechen. Mit al-qaida hat er ja nicht so unrecht,wenn man die Flaggen gesehen hat. Taliban wohl eher nicht.
2. !
unterländer 19.11.2011
Zitat von sysopUS-Präsidentschaftskandidat Herman Cain hat sich einen erneuten Patzer erlaubt.*Nachdem er Anfang der Woche bei einem Interview zum Thema Libyen bereits schwer ins Stocken geraten war, erklärte er nun: Die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida regierten in dem Land mit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798821,00.html
Ob Herr Cain mit seiner Einschätzung bezgl. Libyen Recht hatte, wird sich noch weisen. Dass die Taliban dort nicht aktiv seien, wie der Autor des Artikels behauptet, ist noch lange keine ausgemachte Sache. Und den Vorwurf, über Chinas Nuklearprogramm nicht ausreichend informiert zu sein, dürfte sich vermutlich jeder, der nicht der chin. Regierung angehört, ans Revers heften. Alles, was darüber berichtet wird, ist wahrscheinlich nichts als Spekulation.
3. erschreckend
angnaria 19.11.2011
Zitat von sysopUS-Präsidentschaftskandidat Herman Cain hat sich einen erneuten Patzer erlaubt.*Nachdem er Anfang der Woche bei einem Interview zum Thema Libyen bereits schwer ins Stocken geraten war, erklärte er nun: Die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida regierten in dem Land mit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798821,00.html
Es ist wirklich erschreckend, dass der durchschnittliche SPON Leser mehr über die Welt außerhalb der USA weiß als der durchschnittliche repuplikanische Präsidentschaftswerber.
4. Irgendein Wahlkampfstratege
Gandhi, 19.11.2011
Zitat von sysopUS-Präsidentschaftskandidat Herman Cain hat sich einen erneuten Patzer erlaubt.*Nachdem er Anfang der Woche bei einem Interview zum Thema Libyen bereits schwer ins Stocken geraten war, erklärte er nun: Die Taliban und das Terrornetzwerk al-Qaida regierten in dem Land mit. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,798821,00.html
ist wohl der Ansicht, dass - je spinniger die Behauptungen, umso mehr Aufmerksamkeit - und damit um so mehr Ansehen. Herr Cain hat ja gerade erst um Schutz durch die Staatsorgane nachgesucht. Zuerst wegen der aufdringlichen Presse, doch als man merkte wie spinnig die Argumentation war, wenn den gegen den Moechtegern-Praesideten ausgesprochenen Drohungen. Allerdings war vorher von Drohungen nichts bekannt geworden. Doch, wer bedroht wird, der muss wichtig sein: ergo Personenschutz Nun wird er wohl fordern, dass Obama die Grenze zwischen Pakistan und Libyen besser kontrollieren laesst. Es ist ja auch lustig, dass der Typ Obama fuer die Infiltration durch die Taliban verantwortlich macht. Mit der Befreiung von Gaddafi hatte Obama laut Cain aber nichts zu tun. Und heute diskutieren sie wieder, dieses Mal in Iowa. Da gibt es dann wieder ganz tolle Argumente.
5. ...
asdf01 19.11.2011
Zitat von angnariaEs ist wirklich erschreckend, dass der durchschnittliche SPON Leser mehr über die Welt außerhalb der USA weiß als der durchschnittliche repuplikanische Präsidentschaftswerber.
Noch "erschreckender" ist, dass das nicht im Geringsten überrascht, sondern sich im Grunde nur nahtlos in die lange Reihe großer US-amerikanischer Vordenker vom Schlage eines George W. Bushs einfügt. In diesem Sinne ist diese Figur der perfekte Präsidentschaftskandidat, da das sowieso nur Marionetten für die wahren Strippenzieher sind.
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Bevölkerung: 318,857 Mio.

Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

Vizepräsident: Joseph R. Biden

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