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Cameron nach Syrien-Niederlage: "Ich muss mich bei Obama nicht entschuldigen"

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DPA

Britischer Premier Cameron: "Obama wird das verstehen"

Erst drängte David Cameron auf eine schnelle Intervention gegen Assad. Doch nach seiner Abstimmungsniederlage über einen Syrien-Einsatz gibt der britische Premier jetzt den Friedensfürsten: US-Präsident Obama müsse den Willen des britischen Volkes respektieren.

London - Der britische Premierminister David Cameron will nach seiner Niederlage in der Abstimmung über einen Syrien-Einsatz in den kommenden Tagen mit US-Präsident Obama telefonieren. Obama müsse einsehen, dass er in der Syrien-Frage auf sein Volk hören müsse. "Das ist Demokratie. Ich glaube, die amerikanische Öffentlichkeit, das amerikanische Volk und Präsident Obama werden das verstehen", sagte Cameron im britischen Fernsehen.

Er bedauere jedoch die Ablehnung des Militäreinsatzes, die bis in die Reihen seiner eigenen Koalition reicht. "Es ist aber nicht die Frage, ob ich mich bei ihm entschuldigen muss", sagte Cameron.

Der britische Premier werde international weiter versuchen, Druck auf das Regime in Damaskus auszuüben und sich für eine "robuste Antwort" auf die - für ihn erwiesene - Anwendung von Chemiewaffen durch das Assad-Regime starkmachen.

30 eigene Abgeordnete stimmten gegen Cameron

Mit 285 zu 272 Stimmen hatte das Parlament am Donnerstagabend eine Intervention in Syrien grundsätzlich abgelehnt - unter anderem weil Abgeordnete aus Camerons konservativer Partei und des liberalen Koalitionspartners dem Regierungschef die Gefolgschaft verweigerten. Etwa 30 Tories sollen gegen den Beschluss des Kabinetts gestimmt haben. Die Niederlage hat die Regierung in eine tiefe Krise gestürzt. Konservative Beobachter bezeichneten die Abstimmungsschlappe als Demütigung für den Premier. Denn in den Tagen zuvor hatte sich Camerons Regierung an die Spitze der Staaten gestellt, die militärisch gegen das syrische Regime vorgehen wollten.

Frankreichs Präsident François Hollande will sich dagegen weiterhin alle Optionen gegen Assad offen halten. Dazu gehöre auch eine Militärintervention ohne Uno-Resolution, sagte Hollande der französischen Tageszeitung "Le Monde".

syd/ade/Reuters

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1. Gott sei dank...
yovanka 30.08.2013
Zitat von sysopAFPErst drängte David Cameron auf eine schnelle Intervention gegen Assad. Doch nach seiner Abstimmungsniederlage über einen Syrien-Einsatz gibt der britische Premier jetzt den Friedensfürsten: US-Präsident Obama müsse den Willen des britischen Volkes respektieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/cameron-will-sich-nach-syrien-niederlage-nicht-bei-obama-entschuldigen-a-919499.html
sind solche (grund-) demokratische Prozesse bei uns in D. nicht möglich.
2. ...Spaltung in zwei Lager...
dirk van appeldorn 30.08.2013
...Sowohl in der Politik als auch bei SPON. So sollte Demokratie sein. Zum einen die mehr oder weniger bedingungslosen Befürworter eines Militärschlages...zum anderen die Widerständler, die in den letzten Stunden/Tagen doch einige Erfolge aufzeigen konnten. Cameron wird etwas kleinlauter, Obama scheint völlig verunsichert, Hollande versteht sowieso nichts und Merkel? Von der hört und sieht man nichts. Die sucht wohl noch auf der Landkarte wo genau Damaskus ist. Im Britischen Unterhaus jedenfalls sollten die Abgeordneten auf der Landkarte zeigen, wo Damaskus liegt. Einige lagen falsch und einer platzierte die syrische Hauptstadt sogar in die Mongolei ))). Ein Widerspruch jedoch, Mr. Cameron: Dass niemand auf der Welt daran zweifelt, dass Assad Chemiewaffen eingesetzt hat...oh,oh,oh... wenn ich hier die Foristen lese, gibt es doch einige (was mir Mut macht, danke), aber wir zählen ja nicht. Was ausserdem Mut macht: Nur 22% der Briten befürworten einen Militärschlag gegen Syrien. Und Cameron tut gut daran, die anderen 78% nicht zu ignorieren. Die Unterhaus-Debatte hat mir wieder Mut gemacht, denn sie hat gezeigt, dass auch der Pudel Blair noch nicht raus ist aus seinem Schlamassel. Vielleicht wird er ja doch noch zu meiner (Lebens)Zeit vor Gericht gestellt. Hach, wär das schön )))
3. ...Spaltung in zwei Lager
dirk van appeldorn 30.08.2013
...Sowohl in der Politik als auch bei SPON. So sollte Demokratie sein. Zum einen die mehr oder weniger bedingungslosen Befürworter eines Militärschlages...zum anderen die Widerständler, die in den letzten Stunden/Tagen doch einige Erfolge aufzeigen konnten. Cameron wird etwas kleinlauter, Obama scheint völlig verunsichert, Hollande versteht sowieso nichts und Merkel? Von der hört und sieht man nichts. Die sucht wohl noch auf der Landkarte wo genau Damaskus ist. Im Britischen Unterhaus jedenfalls sollten die Abgeordneten auf der Landkarte zeigen, wo Damaskus liegt. Einige lagen falsch und einer platzierte die syrische Hauptstadt sogar in die Mongolei ))). Ein Widerspruch jedoch, Mr. Cameron: Dass niemand auf der Welt daran zweifelt, dass Assad Chemiewaffen eingesetzt hat...oh,oh,oh... wenn ich hier die Foristen lese, gibt es doch einige (was mir Mut macht, danke), aber wir zählen ja nicht. Was ausserdem Mut macht: Nur 22% der Briten befürworten einen Militärschlag gegen Syrien. Und Cameron tut gut daran, die anderen 78% nicht zu ignorieren. Die Unterhaus-Debatte hat mir wieder Mut gemacht, denn sie hat gezeigt, dass auch der Pudel Blair noch nicht raus ist aus seinem Schlamassel. Vielleicht wird er ja doch noch zu meiner (Lebens)Zeit vor Gericht gestellt. Hach, wär das schön )))
4. .
frubi 30.08.2013
Zitat von sysopAFPErst drängte David Cameron auf eine schnelle Intervention gegen Assad. Doch nach seiner Abstimmungsniederlage über einen Syrien-Einsatz gibt der britische Premier jetzt den Friedensfürsten: US-Präsident Obama müsse den Willen des britischen Volkes respektieren. http://www.spiegel.de/politik/ausland/cameron-will-sich-nach-syrien-niederlage-nicht-bei-obama-entschuldigen-a-919499.html
Was wird da wieder für ein Mist von den Redaktionen ins Internet gestellt? Da wird in GB ganz vorbildlich demokratisch gehandelt und die Presse macht aus Cameron einen Verlierer? Er wäre ein Verlierer wenn er sich über die Wünsche der Bevölkerung hinweg gesetzt hätte. Was für eine grottenschlechte Einschätzung.
5. Die britische Regierung runiniert ihr internationales Ansehen
donald_rumsfeld 30.08.2013
irgenwie ist es schon peinlich was die Cameron-Administration sich da leistet. Die Schiffe stehen schon für den Angriff in der Kriesenregion bereit aber Herr Cameron darf sie nicht mehr benutzen. Und dann droppt der britische Verteidigunsminister den hier: Mehrmals hat der britische Verteidigungsminister öffentlich Assad mit Saddam verwechselt! http://www.independent.co.uk/news/uk/syria-philip-hammond-confuses-saddam-hussein-w ith-bashar-alassad-on-newsnight-8790892.html
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Fläche: 185.180 km²

Bevölkerung: 22,265 Mio.

Hauptstadt: Damaskus

Staatsoberhaupt:
Baschar al-Assad

Regierungschef: Imad Khamis

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