Journalist im Exil Türkei will Can Dündar auf Interpol-Fahndungsliste setzen

Can Dündar lebt im deutschen Exil. Ein Istanbuler Gericht fordert das türkische Justizministerium nun auf, den Journalisten international suchen zu lassen.

Can Dündar
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Can Dündar


Die türkische Justiz will Can Dündar auf die Interpol-Fahndungsliste setzen. Ein Gericht in Istanbul forderte das türkische Justizministerium zu diesem Schritt gegen den im deutschen Exil lebenden ehemaligen Chefredakteur der türkischen Zeitung "Cumhuriyet" auf. Auch nach dem im Ausland lebenden "Cumhuriyet"-Journalisten Ilhan Tanir soll mittels einer "Red Notice" gesucht werden.

Wenn ein Mitgliedsland einen Verdächtigen zur Fahndung ausschreiben will, informiert Interpol mit einer "Red Notice" und steuert die länderübergreifende Kooperation. Jedes Land entscheidet selbst, ob es dem Fahndungsaufruf nachkommt.

Bereits im April hatte das Gericht einen solchen Fahndungsbefehl für Dündar angeordnet. Dessen Anwalt Bülent Utku sagte, die endgültige Entscheidung liege jedoch beim Justizministerium in Ankara.

Die Anordnung des Gerichts erfolgte bei der Fortsetzung eines Prozesses wegen Terrorvorwürfen gegen Dündar und Tanir. Dabei geht es um Veröffentlichungen aus dem Jahr 2015, die Waffenlieferungen der türkischen Regierung an islamistische Rebellen in Syrien belegen sollen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte bei seinem Deutschlandbesuch Ende September die Auslieferung Dündars gefordert.

dop/dpa



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