Caracas - Nachdem die Kandidatur von Chávez' Parteifreund Maduro so gut wie sicher ist, legt sich nun auch die Opposition auf einen Kandidaten fest. Henrique Capriles soll antreten, wenn die durch den Krebstod des "Commandante" nötig gewordenen Neuwahlen stattfinden.
Capriles hatte im Oktober die Wahl gegen Hugo Chávez verloren, der damit zum vierten Mal Präsident wurde. Wegen seiner voranschreitenden Krebserkrankung konnte er aber kaum noch regieren, lange Zeit befand er sich zur Behandlung in Kuba.
Maduro wurde noch von Chávez selbst als Wunschkandidat für seine Nachfolge ins Spiel gebracht. Da er ihn während der Abwesenheit im Amt vertrat, stieg er bereits in den vergangenen Monaten zum Kronprinzen auf. Er war es auch, der am Dienstag den Tod von Chavez in einer Fernsehansprache bekanntgab. Maduro gilt als treuer Anhänger Chávez' und dessen Politik.
Unterdessen gehen die Trauer um Chávez und die Planungen der Trauerfeiern weiter. Der Leichnam des Präsidenten sollte in der Militärakademie in Caracas aufgebahrt werden, wo die Venezolaner sich von ihrem "Vater der Nation" verabschieden können.
Zur offiziellen Trauerzeremonie für die Symbolfigur der Linken in Lateinamerika werden am Freitag zahlreiche Staatschefs aus der Region erwartet. In Venezuela gilt eine siebentägige Staatstrauer für den "Comandante".
An zentralen Plätzen in Caracas und vielen anderen Städten des südamerikanischen Landes versammelten sich Zehntausende von Chavistas, Anhänger von Chávez, um ihre Trauer und ihre Unterstützung zu signalisieren.
Der mit der Flagge Venezuelas bedeckte Sarg mit dem Leichnam des "Comandante" wurde am Mittwoch - begleitet von Zehntausenden von Anhängern - vom Krankenhaus zur Militärakademie getragen. Soldaten der Ehrengarde schulterten den Sarg. Die Menschen weinten und sangen die Nationalhymne. An der Spitze des Trauerzuges lief ein Soldat, der eine Replik des Schwertes des Befreiungshelden Simón Bolívar trug. Auch Maduro geleitete den Sarg durch die Straßen der Hauptstadt.
Nach dem Tod des Staatschefs werden Neuwahlen fällig, die binnen 30 Tagen ausgerufen werden müssen.
mia/Reuters
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