Neuwahlen in Venezuela Capriles tritt gegen Chávez' Partei an

Einen Tag nach dem Tod von Hugo Chávez bereitet sich die Opposition in Venezuela auf die Neuwahlen vor: Sie schickt Henrique Capriles ins Rennen, der erst im Oktober die Wahl gegen Chávez verloren hatte.

Henrique Capriles im Wahlkampf 2012: Er wird wieder antreten
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Henrique Capriles im Wahlkampf 2012: Er wird wieder antreten


Caracas - Nachdem die Kandidatur von Chávez' Parteifreund Maduro so gut wie sicher ist, legt sich nun auch die Opposition auf einen Kandidaten fest. Henrique Capriles soll antreten, wenn die durch den Krebstod des "Commandante" nötig gewordenen Neuwahlen stattfinden.

Capriles hatte im Oktober die Wahl gegen Hugo Chávez verloren, der damit zum vierten Mal Präsident wurde. Wegen seiner voranschreitenden Krebserkrankung konnte er aber kaum noch regieren, lange Zeit befand er sich zur Behandlung in Kuba.

Maduro wurde noch von Chávez selbst als Wunschkandidat für seine Nachfolge ins Spiel gebracht. Da er ihn während der Abwesenheit im Amt vertrat, stieg er bereits in den vergangenen Monaten zum Kronprinzen auf. Er war es auch, der am Dienstag den Tod von Chavez in einer Fernsehansprache bekanntgab. Maduro gilt als treuer Anhänger Chávez' und dessen Politik.

Unterdessen gehen die Trauer um Chávez und die Planungen der Trauerfeiern weiter. Der Leichnam des Präsidenten sollte in der Militärakademie in Caracas aufgebahrt werden, wo die Venezolaner sich von ihrem "Vater der Nation" verabschieden können.

Zur offiziellen Trauerzeremonie für die Symbolfigur der Linken in Lateinamerika werden am Freitag zahlreiche Staatschefs aus der Region erwartet. In Venezuela gilt eine siebentägige Staatstrauer für den "Comandante".

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Hugo Chávez: Lateinamerikas letzter Revolutionär

An zentralen Plätzen in Caracas und vielen anderen Städten des südamerikanischen Landes versammelten sich Zehntausende von Chavistas, Anhänger von Chávez, um ihre Trauer und ihre Unterstützung zu signalisieren.

Der mit der Flagge Venezuelas bedeckte Sarg mit dem Leichnam des "Comandante" wurde am Mittwoch - begleitet von Zehntausenden von Anhängern - vom Krankenhaus zur Militärakademie getragen. Soldaten der Ehrengarde schulterten den Sarg. Die Menschen weinten und sangen die Nationalhymne. An der Spitze des Trauerzuges lief ein Soldat, der eine Replik des Schwertes des Befreiungshelden Simón Bolívar trug. Auch Maduro geleitete den Sarg durch die Straßen der Hauptstadt.

Nach dem Tod des Staatschefs werden Neuwahlen fällig, die binnen 30 Tagen ausgerufen werden müssen.

mia/Reuters

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Stäffelesrutscher 07.03.2013
1.
Zitat von sysopDPAEinen Tag nach dem Tod von Hugo Chávez bereitet sich die Opposition in Venezuela auf die Neuwahlen vor: Sie schickt Henrique Capriles ins Rennen, der erst im Oktober die Wahl gegen Chávez verloren hatte. http://www.spiegel.de/politik/ausland/capriles-tritt-gegen-chavez-partei-an-a-887343.html
Sie müssen in diesen 30 Tagen nicht nur ausgerufen werden, sondern stattfinden!
dmdhl 07.03.2013
2. Ade Cháves
Der Commandante war ein kluger Mann. Er regierte zwar mit diktatorischen Ansätzen, aber so, dass es seinem Volk gut tat. Er verstaatlichte Betriebe und das Kapital, das sonst an Bänker und Spekulanten floss, lies er seinem Volk zukommen. Er trotzte Amerika und Israel und zeigte, dass es auch anders ging. Herr Cháves: Ich verbeuge mich vor Ihnen und danke im Namen Südamerikas.
Promet 07.03.2013
3. Unterstützung für Caprilles!
Jetzt sollte der Westen aber Caprilles massiv unterstützen, damit die Freunde der Armen mit ihren verfluchten Sozial- und Gesundheitsprogrammen im politischen Orkus verschwinden. Dann werden die Ölfirmen endlich auch wieder privatisiert, wobei der "Westen" natürlich selbstlos hilft, und die Schere zwischen Arm und Reich geht endlich wieder schneller auseinander.
mielforte 07.03.2013
4. Nagelprobe für Cerry
Ich würde mir keine brennende Fackel vor die Haustür legen und Cerry wird das auch nicht tun. Oder die USA verlieren die Geduld. Was dann?
johnnybongounddie5goblins 07.03.2013
5. Was ist los?
Der Mann war ein halber Irrer und er hat der Wirtschaft grossen Schaden angerichtet. Zehntausende Venezuelaner sind in's Ausland abgehauen. So einer MUSS doch Fans bei den Linken haben! Wo seid ihr alle?
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