Terrorist aus Venezuela "Carlos der Schakal" bekommt zum dritten Mal lebenslang

Als "Carlos der Schakal" tötete der Terrorist Ilich Ramírez Sánchez mehrere Menschen. Nun hat ihn ein Pariser Gericht wegen eines Anschlags von 1974 verurteilt. Es ist bereits die dritte lebenslange Haftstrafe.

"Carlos der Schakal" in den Siebzigerjahren
AFP

"Carlos der Schakal" in den Siebzigerjahren


Dass "Carlos der Schakal" das Gefängnis bald verlassen würde, war bereits vor diesem Urteil ausgeschlossen: Seit zwanzig Jahren sitzt der Venezolaner Ilich Ramírez Sánchez in Frankreich im Gefängnis, zweimal wurde er bereits wegen Anschlägen zu lebenslanger Haft verurteilt. Nun ist eine dritte lebenslange Gefängnisstrafe hinzugekommen: Ein Schwurgericht in Paris sprach ihn des Mordes schuldig.

In dem Verfahren ging es um einen Anschlag auf eine Einkaufsgalerie in Paris im Jahr 1974. "Carlos" warf damals eine Handgranate in dem Gebäude, zwei Menschen starben und Dutzende wurden verletzt.

Der 67-Jährige bezeichnete das Verfahren in einem - für seine Verhältnisse sehr knappen Schlusswort - als "absurd". "Ich bin kein Unschuldiger", sagte er. Aber dieses Verfahren sei in jeder Hinsicht eine Absurdität. "Da ist nichts", sagte er. Dem Gericht präsentierte er sich in dem Verfahren erneut als "Berufsrevolutionär". In einem anderen Verfahren hatte Sánchez fünf Stunden für sein Schlusswort gebraucht.

Gerichtszeichnung von "Carlos"
AP/ Eliza Parmentier

Gerichtszeichnung von "Carlos"

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag argumentiert, dass die Anhaltspunkte insgesamt auf "Carlos" hindeuteten. Seine Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert, weil es keine Beweise gebe. Die Zeugen hatten über die Jahrzehnte hinweg ihre Aussagen verändert, kritisierten die Anwälte. Sie vermuten eine Beeinflussung durch die intensive Berichterstattung über "Carlos" und Filme über ihn. Anwältin Isabelle Coutant-Peyre beklagte, es habe sich um einen "politischen Prozess" gehandelt.

Sánchez war in den Siebziger- und Achtzigerjahren einer der meistgesuchten Männer der Welt. Er war für die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) aktiv und unter anderem an der Geiselnahme von Opec-Ministern in Wien beteiligt. 1994 wurde er im Sudan gefasst und nach Frankreich gebracht - seine Anwälte sprechen bis heute von einer Entführung. Seitdem sitzt der Venezolaner dort im Gefängnis.

brk/dpa



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