Stuxnet-Ermittlungen Obamas Lieblingsgeneral unter Spionageverdacht

James Cartwright galt als Vertrauter von Präsident Obama. Als Stuxnet-Projektleiter soll der damalige General Details über das Computervirus ausgeplaudert haben. Während seiner Militärkarriere hatte er sich mächtige Feinde gemacht.

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Washington - Der nächste Verratsskandal erschüttert die USA. Wieder sollen hochsensible Informationen an Journalisten weitergereicht worden sein. Im Zentrum der Affäre steht der Computervirus Stuxnet, der 2010 das iranische Atomprogramm torpediert hatte.

Der spektakuläre Verdacht, der nun im Raum steht: Projektleiter und Ex-Top-Militär James E. "Hoss" Cartwright selbst könnte Details über das eigene Spähprogramm an die Presse weitergereicht haben. Gegen den Vier-Sterne-General und ehemals zweithöchsten Offizier des Landes laufen laut dem US-Sender NBC Ermittlungen. Cartwright sei "ein Ziel", so Justizkreise.

Bisher schweigen alle Beteiligten eisern zu dem Bericht. Aus Cartwrights Camp, dem Weißen Haus und den US-Strafbehörden heißt es unisono: kein Kommentar.

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Vorwürfe gegen James Cartwright: Ein General als Geheimnisverräter
Was NBC berichtet, ist in weiten Teilen jedoch schon sehr konkret. So wurde Cartwright, seit 2011 im Ruhestand, bereits schriftlich über die Ermittlungen gegen ihn informiert. Als "Ziel" (englisch "target") gilt er zwar bisher juristisch noch nicht als Verdächtiger, dürfte es aber bald werden.

In dem Fall geht es um eine Enthüllungsgeschichte der "New York Times" im Juni 2012. Laut dieser soll Cartwright unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush die Idee für die Cyber-Operation mit dem Codenamen "Olympic Games" gehabt und sie dann auch geleitet haben. Als Teil dieser Operation seien dann zusammen mit Israel bei einem Angriff mit dem Stuxnet-Virus 2010 mindestens Tausend Zentrifugen zur Urananreicherung in Iran vorübergehend lahmgelegt worden. Bei dem Projekt handelte es sich um eines der am besten gehüteten Geheimnisse der US-Sicherheitspolitik - und einer der größten bisher bekannten Versuche der virtuellen Kriegsführung durch die USA.

Die "New York Times" verweist in ihrem Bericht von 2012 als Quelle auf "aktive und ehemalige amerikanische, europäische und israelische Offizielle", die "mit den Programm befasst waren". Einer dieser ehemaligen Offiziellen auf US-Seite könnte Cartwright gewesen sein.

Seit Ende 2012 im Fokus der Fahnder

Kaum war der Artikel in der "New York Times" erschienen, begann bei US-Militär, Regierung und Strafbehörden die hektische Suche nach dem Datenleck. Präsident Barack Obama verkündete eine "Null-Toleranz-Linie" für derartige Indiskretionen.

Laut NBC konzentrierten sich die Ermittlungen, von Justizminister Eric Holder geleitet, zunächst auf das Weiße Haus. Hatte dort jemand mit Reportern geplaudert? Ende 2012 schließlich richteten die Fahnder der Bundespolizei FBI ihren Fokus auf Cartwright. Wie die Ermittler auf die Spur des Militärs kamen ist, wie vieles in diesem Fall, noch offen. Nach Informationen von NBC kam es dabei jedoch offenbar nicht zu Abhöraktionen gegen die "New York Times"-Journalisten.

Fachkenntnisse dürfte er ohne Zweifel reichlich gehabt haben. Immerhin gilt Cartwright als einer Architekten hinter der Hacker-Kampagne. Der "Washington Post" beschrieb ein Informant im vergangenen Jahr die Rolle Cartwrights bei der Entwicklung des Spähprogramms so: "Er lotete die Grenzen des Möglichen aus. Er hatte die Vision, das Gesamtbild im Blick."

2009 kommt es zum Eklat

Cartwrights Vita vermittelt das Bild eines Top-Militärs mit Zugang zu den höchsten Zirkeln der Macht. Einige Brüche im Lebenslauf lassen aber auch vermuten: Dieser Mann hat seinen eigenen Kopf. 2009 machte er sich mächtige Feinde in der höchsten Kommandoriege der US-Streitkräfte. Damals stemmte er sich gegen Pläne weitere Zehntausende Soldaten nach Afghanistan zu entsenden. Mit diesem Schritt stieß er zwar in Teilen der Obama-Administration auf Zustimmung - erzürnte aber gleichzeitig die Top-Riege des US-Militärs. Das Verhältnis zu General David Petreaus, damals Befehlshaber der Streitkräfte, galt danach als zerrüttet.

Auf einen Unterstützer allerdings konnte Cartwright lange zählen: Präsident Obama. Spätestens seit der Aufregung um die Afghanistan-Truppen holte Obama immer wieder den Rat des technikbegeisterten Militärs ein. Cartwright war dabei, wenn es um prekärste Fragen der US-Sicherheitspolitik ging. Im Weißen Haus galt er rasch als "Obamas Lieblingsgeneral".

2011 war es mit der Sympathie vorbei

Bei aller gegenseitiger Bewunderung: Als es 2011 darum ging, den Chef-Posten der Joint Chiefs of Staff neu zu besetzen, überging Obama seinen Liebling. Eigentlich hätte Cartwright als bisherige Nummer zwei durchaus gute Chancen auf den Top-Posten gehabt. Obama fürchtete jedoch, Cartwright könnte mit seiner Aktion 2009 zu viele Brücken verbrannt haben. Ein Team Player sei er nicht, so eine Quelle aus dem Pentagon in der "Washington Post".

Nach seiner Pensionierung war Cartwright im "Think Tank" Center for Strategic and International Studies aktiv und tat sich als Sprecher zu Themen der nationalen Sicherheit hervor - aber auch als Kritiker der Obama-Administration. Zuletzt hatte er auf einem Vortrag im März die Drohnenpolitik seines Landes scharf kritisiert.


Anmerkung der Redaktion: Zunächst hieß es in dem Text, Eric Holder sei Generalbundesanwalt, tatsächlich leitet er das US-Justizministerium.

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Seite 1
R4mbo 28.06.2013
1. Ich kann den ganzen Mist nicht mehr sehn....
Es wird Zeit, dass sich die Weltbevölkerung durch das Internet zusammen tut und alle über Gemeinsame Gesetze abstimmen, das sich das alles vernetzt, keine Landesgrenzen mehr, die Regierungen sind es die im Weg stehn.... Direkte Demokratie, weltweit, es wird Zeit damit dieser ganze Wahnsinn ein Ende hat.
thorkhan 28.06.2013
2. Hätte Cartwright ...
... die Ponderosa-Ranch doch bloß nie verlassen: "Cartwright sei "ein Ziel", so Justizkreise. " Diese Sprachregelung ist übrigens entlarvend: die halten inzwischen ihre eigenen Soldaten für Anti-Terror-Ziele.
martin_in_paris 28.06.2013
3. Irgendwas läuft..
gewaltig schief in den USA. Offensichtlich haben da "ein paar" noch 'ne Rechnung offen mit der amerikanischen Regierung, bei so vielen Whistleblower in letzter Zeit. Nachtigall ick hör dir trapsen! :)
HeinrichMatten 28.06.2013
4. Aus der Einnerung
Zitat von sysopAPJames Cartwright galt als Vertrauter von Präsident Obama. Nun ist der Ex-General in eine Spionageaffäre verwickelt. Als Stuxnet-Projektleiter soll er Details über das Computervirus ausgeplaudert haben. Während seiner Militärkarriere hatte er sich mächtige Feinde gemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/cartwright-obamas-lieblingsgeneral-unter-spionageverdacht-a-908371.html
Die Cartwrights...., hatten die nicht einen Koch, der kein -r- aussprechen konnte?
Ernst August 28.06.2013
5.
Zitat von sysopAPJames Cartwright galt als Vertrauter von Präsident Obama. Nun ist der Ex-General in eine Spionageaffäre verwickelt. Als Stuxnet-Projektleiter soll er Details über das Computervirus ausgeplaudert haben. Während seiner Militärkarriere hatte er sich mächtige Feinde gemacht. http://www.spiegel.de/politik/ausland/cartwright-obamas-lieblingsgeneral-unter-spionageverdacht-a-908371.html
Jeden Tag ein neuer Beweis.
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