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CDU-Parteitag: Kanzlerin feiert Embryonentest-Entscheidung

Die CDU hat sich gegen die Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen - wenn auch äußerst knapp. Trotzdem zeigt sich die Kanzlerin zufrieden und lobt die leidenschaftliche Debatte um das Thema als "Sternstunde des Parteitags". Ihr Koalitionspartner sieht das ganz anders.

Kanzlerin Merkel: "Ich bin für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik" Zur Großansicht
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Kanzlerin Merkel: "Ich bin für ein Verbot der Präimplantationsdiagnostik"

Karlsruhe - Dürfen im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf Erbkrankheiten untersucht werden, bevor sie der Mutter eingesetzt werden? Präimplantationsdiagnostik (PID) nennt sich dieses Verfahren, das die CDU spaltet. Auf ihrem Parteitag hat nun eine knappe Mehrheit von 51 Prozent der Delegierten entschieden: Nein, PID sollte nicht erlaubt werden.

Die Partei folgt damit der Linie von Kanzlerin Angela Merkel. Sie hatte zuvor betont: "Ich bin für ein Verbot der PID, weil ich einfach Sorge habe, dass wir die Grenzen nicht richtig definieren." Unterstützt wurde sie von Generalsekretär Hermann Gröhe, der betonte, das Verfahren sei mit der "Heiligkeit des Lebens" unvereinbar. Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder warnte davor, "dass am Leben experimentiert wird".

Viele andere jedoch waren gegen ein Verbot - zum Beispiel Arbeitsministerin Ursula von der Leyen und Familienministerin Kristina Schröder. Vier Stunden rangen die rund 1000 Delegierten um die Entscheidung. Es war eine leidenschaftliche Debatte - und für Merkel "eine Sternstunde des Parteitags". Am Ende hatten die Befürworter des Verbots nur 17 Stimmen Vorsprung.

"Ängste statt Aufklärung"

Diese knappe Mehrheit zeigt auch: Das Thema bleibt umstritten. Die Entscheidung des CDU-Parteitags wurde von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) prompt kritisiert: Dies verstelle den Weg für die notwendige gesellschaftliche Diskussion. "Eine einseitige Verbotsdiskussion läuft Gefahr, statt Aufklärung Ängste zu befördern."

Ein striktes Verbot der PID zwinge Frauen, das Risiko einer Schwangerschaft einzugehen und dann hinterher einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, warnte Leutheusser-Schnarrenberger. Sie warb für eine "Debatte ohne Denkverbote, um in dieser moralisch schwierigen Frage gemeinsam die engen Voraussetzungen zu definieren, unter denen eine PID gesetzlich zugelassen wird".

Auch von der Opposition kam Kritik. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Thomas Oppermann, bezeichnete die Entscheidung der CDU als rückwärtsgewandt.

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen nicht nur auf Erbkrankheiten untersucht, bevor sie in den Mutterleib eingepflanzt werden. Sie können auch aussortiert werden, wenn eine Fehlgeburt oder die Geburt eines behinderten Kindes droht.

Anders als in Belgien, Dänemark oder Frankreich gibt es in Deutschland allerdings bisher kein Gesetz, dass PID ausdrücklich erlaubt oder verbietet. Im Juni 2010 entschied der Bundesgerichtshof in Leipzig, dass Gentests an künstlich befruchteten Embryonen erlaubt sind. Die PID kommt nur für Menschen mit erblichen Vorbelastungen in Frage.

Zur Zukunft der PID muss nun ein Gesetz beschlossen werden, das letzte Wort hat also der Bundestag. Mit einer Entscheidung ist frühestens Anfang nächsten Jahres zu rechnen. Die Unionsfraktion hat bereits beschlossen, ihren Abgeordneten keinen Fraktionszwang aufzuerlegen und sie frei nach Gewissen entscheiden zu lassen. Von SPD und FDP heißt es, man sei zuversichtlich, dass fraktionsübergreifend eine Mehrheit für die begrenzte PID-Zulassung erreicht werden könne.

kgp/dpa/dapd/AFP

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1. Den Rest erledigen gewissenlose Geschäftemacher unter den Medizinern
mundi 16.11.2010
Zitat von sysopDie CDU hat sich gegen die Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen - wenn auch äußerst knapp. Trotzdem zeigt sich die Kanzlerin zufrieden und lobt die leidenschaftliche Debatte um das Thema als "Sternstunde des Parteitags". Ihr Koalitionspartner sieht das ganz anders. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,729479,00.html
"Ein striktes Verbot der PID zwinge Frauen, das Risiko einer Schwangerschaft einzugehen und dann hinterher einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen, warnte Leutheusser-Schnarrenberger." Diese Frau war es ja, die die Abtreibung behinderter Kinder zugestimmt hat. Den Rest erledigen gewissenlose Geschäftemacher unter den Medizinern, die den Frauen mit unnötigen Untersuchungen das Geld aus der Tasche ziehen und sie zum Dank sehr oft unnötig verunsichern.
2. CDU nicht mehr wählbar...
Ainer v. Fielen 16.11.2010
Und wieder einmal zeigt sich, das die C-Parteien völlig am Bürger vorbei regieren wollen bzw. sogar gegen den Bürger regieren. Anstatt sich von überkommenen C-Zöpfen zu verabschieden wird kirchlich eingeknickt. Sollte es tatsächlich einen Gott und eine Hölle geben freue ich mich darauf, alle diese C-Heuchler in der Hölle wieder zu sehen...
3. Die Abl;ehnung des Gentests bringt die CEDU
mark anton, 16.11.2010
Zitat von sysopDie CDU hat sich gegen die Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen - wenn auch äußerst knapp. Trotzdem zeigt sich die Kanzlerin zufrieden und lobt die leidenschaftliche Debatte um das Thema als "Sternstunde des Parteitags". Ihr Koalitionspartner sieht das ganz anders. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,729479,00.html
4. Ablehnung des Gentests heisst CDU ist eine Dinosaurierpartei, Dank Merkel/Schavan etc
mark anton, 16.11.2010
Zitat von sysopDie CDU hat sich gegen die Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen - wenn auch äußerst knapp. Trotzdem zeigt sich die Kanzlerin zufrieden und lobt die leidenschaftliche Debatte um das Thema als "Sternstunde des Parteitags". Ihr Koalitionspartner sieht das ganz anders. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,729479,00.html
da die Unionsparteien/Koalition die fuer Deutschland katastrophale Finanzierung des Pleitestaates Griechenland und den Schutzschirm zu verantworten hat, kommt nun noch ein Whopper dazu, der unverstaendlich, unverzeihlich rueckstaendig ist. Diese Partei muss ihre Quittung mit dem Stimmzettel bekommen, nachdem eine Verjuengung und Befreiung vom Merkel Diktat wiederum ausblieb.
5. fsdgdfgshsgt
Homa04 16.11.2010
Wieso ist ein Gesetz nötig um PID in Deutschland zu erlauben? Dachte diese Phase der Geschichte hätten wir längst hinter uns.
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Präimplantationsdiagnostik (PID)
Worum geht es?
DPA
Bei dem Verfahren werden einem im Reagenzglas entstandenen Embryo ein bis zwei Zellen entnommen. Es geht darum, deren Erbgut zu untersuchen. Ziel ist es, unter anderem Krankheiten aufzudecken, die auf zu viele oder zu wenige Chromosomen zurückgehen. Beim Down-Syndrom ist beispielsweise das Chromosom 21 dreimal vorhanden. Möglich sind auch Untersuchungen auf einzelne veränderte Gene, die beispielsweise für Muskelschwund, Lungen- und Stoffwechselkrankheiten oder die Bluterkrankheit verantwortlich sind.
Verfahren 1: Diagnose im Blastomerenstadium
Bei dieser am häufigsten angewendeten Untersuchung werden dem Embryo am dritten Tag nach der Befruchtung im Reagenzglas ein oder zwei Zellen zur Untersuchung entnommen. Der Embryo befindet sich zu diesem Zeitpunkt im sogenannten Blastomerenstadium. Das heißt, seine vier bis acht Zellen gelten als totipotent - jede einzelne könnte sich in der Gebärmutter noch zu einem vollständigen Organismus entwickeln. Totipotente Zellen sind nach dem deutschen Embryonenschutzgesetz einem Embryo gleichgestellt.
Verfahren 2: Diagnose im Blastozystenstadium
Auch zu einem späteren Zeitpunkt ist im Prinzip noch eine PID möglich, zum Beispiel im sogenannten Blastozystenstadium. Dann besteht der Embryo aus etwa 50-200 Zellen. Die Zellen der sogenannten inneren Zellenmasse gelten als pluripotent, das heißt aus ihnen können sich noch verschiedene Gewebe entwickeln. Die Diagnose im Blastozystenstadium hatte der Berliner Arzt angewendet, dessen Fall vor dem BGH verhandelt wurde.
Alternative: Polkörperdiagnostik
Bei diesem Verfahren wird nur die Eizelle untersucht - und zwar vor Abschluss der Befruchtung. Im Blick stehen die Polkörper, die beim Reifen der Eizelle entstehen. Sie enthalten einen Satz des mütterlichen Erbgutes. Damit lassen sich zumindest die mütterlichen Erbanlagen der Eizelle indirekt auf Chromosomen-Fehlverteilungen überprüfen. Väterliche Vorerkrankungen können so hingegen nicht untersucht werden. Weil bei dieser Methode kein Embryo manipuliert wird, steht sie nicht im Widerspruch zum Embryonenschutzgesetz.

Künstliche Befruchtung
In-vitro-Fertilisation
SPIEGEL TV
Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF), lateinisch für "Befruchtung im Glas", vereinigen sich weibliche Eizellen mit männlichen Spermien im Reagenzglas. Je nachdem, welche Methode angewandt wird, kommt es in 50 bis 70 Prozent der Versuche zur Befruchtung. Zwei bis fünf Tage später werden üblicherweise zwei Embryonen in die Gebärmutter eingepflanzt. Etwa 14 Tage danach verrät ein Schwangerschaftstest, ob die Prozedur erfolgreich war. Unter dem Strich führt die künstliche Befruchtung in 20 bis 40 Prozent der Fälle zu einer Geburt. Mehr auf der Themenseite...
Die Methoden
Die künstliche Befruchtung kann auf unterschiedliche Arten vorgenommen werden:

Klassische In-vitro-Fertilisation (IVF): Zunächst werden durch eine Hormonbehandlung Eizellen im Körper der Frau zum Reifen gebracht und später entnommen. Sie kommen zusammen mit den männlichen Spermien in ein Reagenzglas, wo im Idealfall eine spontane Befruchtung stattfindet.

Intrazytoplasmatische Spermien-Injektion (ICSI): Sind die Spermien in ihrer Beweglichkeit gestört oder nur in geringer Zahl in der Samenflüssigkeit enthalten, kommt die ICSI-Methode zum Einsatz: Ein einzelnes Spermium wird unter dem Mikroskop direkt in die Eizelle injiziert.

Sonderformen der Injektion werden angewandt, wenn es weitere Probleme mit der Spermiengewinnung gibt. Bei einer wird das zu injizierende Spermium zusätzlich anhand seiner äußeren Merkmale ausgesucht. Sind die Samenwege des Mannes verstopft, können Mediziner die Spermien auch direkt aus Hoden oder Nebenhoden gewinnen.
Rechtliche Lage
In Deutschland ist die künstliche Befruchtung rechtlich gestattet, wenn es bei einem Paar ein Jahr lang trotz regelmäßigen Geschlechtsverkehrs nicht zu einer Zeugung gekommen ist. Die In-vitro-Fertilisation macht es auch möglich, befruchtete Eizellen zu spenden oder ein Kind durch eine Leihmutter austragen zu lassen. Beides ist in Deutschland jedoch durch das Embryonenschutzgesetz verboten, während die Samenspende erlaubt ist.
Geschichte
1968 gelang es dem englischen Forscher Robert Geoffrey Edwards zum ersten Mal, im Labor eine menschliche Eizelle zu befruchten. Zehn Jahre später, am 25. Juli 1978, wurde Louise Brown im Oldham General Hospital in Manchester geboren. Sie war das erste Kind, das aus einer künstlichen Befruchtung hervorging. Inzwischen ist das Verfahren medizinischer Standard: 2004 kamen weltweit geschätzte 1,5 Millionen Kinder dank künstlicher Befruchtung zur Welt. Eine "monumentale" Veränderung, fand das schwedische Karolinska-Institut, das Edwards 2010 mit dem Medizin-Nobelpreis auszeichnete.


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