Ceausescu-Diktatur Rumänien rollt Prozess um Revolution von 1989 wieder auf

Tausende Regimegegner kamen beim Sturz von Diktator Ceausescu 1989 ums Leben. Das höchste Gericht Rumäniens wird jetzt ein neues Strafverfahren starten, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Rumänische Soldaten während des Umsturzes 1989
REUTERS

Rumänische Soldaten während des Umsturzes 1989


Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Sturz von Staatschef Nicolae Ceausescu 1989 wird der Prozess um den Tod von mehr als Tausend Regimegegnern in Rumänien neu aufgerollt. Das höchste Gericht des Landes gab am Montag auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft grünes Licht für ein neues Verfahren. Frühere Ermittlungen waren ergebnislos eingestellt worden.

DiktatorCeausescu war am 22. Dezember 1989 nach Straßenprotesten gestürzt worden. Drei Tage später wurden er und seine Frau Elena am 25. Dezember nach einem umstrittenen geheimen Scheinprozess zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Die meisten Todesopfer unter Regimegegnern gab es, als Unbekannte in der Hauptstadt Bukarest und anderen Städten des Landes an den Tagen zwischen dem Sturz des Diktators und seiner Hinrichtung auf Demonstranten schossen. Wer die Schützen waren, ist bis heute jedoch unklar. Ion Iliescu, der nach dem Sturz des Diktators die Macht übernahm, wird vorgeworfen, bewusst Gewalt gegen die Bevölkerung geschürt zu haben, um seine eigene Position zu stärken.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wurden bei den früheren Verfahren viele wichtige Hinweise nicht berücksichtigt, darunter auch immer noch geheim gehaltene Protokolle von Anhörungen vor Parlamentsausschüssen sowie ein umfangreicher Bericht des Inlandsgeheimdienstes SRI. Nun werde wegen "Völkermordes" ermittelt.

als/dpa



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