Massenandrang in Ceuta 180 Afrikaner stürmen auf spanisches Gebiet

Sie kletterten über den Zaun oder schwammen: Weil die Grenze zu Weihnachten weniger streng bewacht wird, ist es zu einem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta gekommen. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben.

Migranten auf dem Grenzzaun von Ceuta (Archivbild): Massenansturm in den Morgenstunden
DPA

Migranten auf dem Grenzzaun von Ceuta (Archivbild): Massenansturm in den Morgenstunden


Bei einem Massenansturm auf Ceuta sind mehr als 180 Afrikaner auf das Gebiet der spanischen Nordafrika-Exklave gelangt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe berichtete, nutzten die Flüchtlinge aus, dass die Grenze wegen der Weihnachtsfeiertage weniger streng bewacht worden war. Zwei Menschen überlebten den Fluchtversuch nicht: Sie ertranken auf marokkanischer Seite.

Nach Informationen der Zeitung "El Faro" kletterte ein Teil der Flüchtlinge von marokkanischem Gebiet aus über die Grenzzäune. Ein anderer Teil schwamm im Meer um die Grenzbefestigungen herum. Etwa 30 Flüchtlinge hätten sich bei dem Massenansturm verletzt, berichtete das Blatt. Viele seien unterkühlt.

Der Massenansturm in den frühen Morgenstunden vor Sonnenaufgang war einer der größten seit mehreren Monaten. Mehr als 250 Menschen versuchten, die Grenzen zu überqueren. Die marokkanische Polizei nahm nach Angaben der Behörden 104 Migranten fest.

Die spanischen Sicherheitskräfte wiesen darauf hin, dass die Flüchtlinge ungewöhnlich gewaltsam gegen die Grenzbeamten auf beiden Seiten vorgegangen seien.

Die zu Spanien gehörende Stadt in Nordafrika hat 85.000 Einwohner und liegt an der Meerenge von Gibraltar. Anfang Oktober war es zuletzt 87 Flüchtlingen gelungen, die Grenze zu überwinden. Immer wieder versuchen afrikanische Flüchtlinge, über spanische Exklaven in Afrika auf EU-Gebiet zu gelangen - zumeist jedoch erfolglos.

vek/dpa



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