EU-Grenze zu Marokko Hunderte Flüchtlinge stürmen spanische Exklave Ceuta

Die spanische Exklave Ceuta an der Grenze zu Marokko ist mit meterhohen Zäunen mit doppeltem Stacheldraht gesichert: Trotzdem stürmten nun mehr als 600 afrikanische Flüchtlinge das Areal - und griffen Sicherheitskräfte an.

REDUAN/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Immer wieder erklimmen Flüchtlinge den Grenzzaun zur spanischen Exklave Ceuta in Marokko - doch so viele wie am Donnerstag hatten das Gebiet auf der anderen Seite seit Langem nicht mehr erreicht. Mehr als 600 afrikanische Flüchtlinge hätten das Areal gestürmt, sagte ein spanischer Polizeisprecher. Zuvor waren von etwa 400 Afrikanern gesprochen worden.

Sie seien "plötzlich und mit viel Gewalt" über den doppelten Stacheldrahtzaun geklettert. Demnach griffen die Flüchtlinge dabei Sicherheitskräfte mit ätzendem Branntkalk an, mehr als ein Dutzend von ihnen sei verletzt worden. Überdies hätten die Angreifer laut Polizei Sprühdosen angezündet und als "Flammenwerfer" eingesetzt. Auch etwa 30 Flüchtlinge seien wegen Verletzungen behandelt worden, sagte eine Sprecherin des Roten Kreuzes.

Die Stacheldrahtzäune sind mehr als sechs Meter hoch. Eindringlinge ziehen sich beim Versuch des Grenzübertritts immer wieder schwere Verletzungen zu. Mehrere Flüchtlinge wurden am Donnerstag von Beamten der Guardia Civil kurz vor dem Grenzübertritt gefasst und nach Marokko zurückgebracht.

Ceuta und Melilla, ebenfalls eine spanische Exklave, haben die einzigen EU-Außengrenzen auf dem afrikanischen Kontinent. Daher versuchen Flüchtlinge immer wieder, über die gefährliche Grenzanlage EU-Boden zu erreichen.

Jüngst überholte Spanien Italien bei der Zahl der neu ankommenden Bootsflüchtlinge. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) kamen in diesem Jahr bereits fast 19.600 Menschen in Spanien an.

vks/AFP



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