Ukraine: Charité-Chef warnt vor Prozessteilnahme Timoschenkos

Am Montag soll die frühere ukrainische Regierungschefin vor Gericht erscheinen. Doch der Berliner Charité-Chef Karl Max Einhäupl, rät davon ab, Julija Timoschenko vor die Richter zu holen - die Therapieerfolge der vergangenen Wochen könnten zunichte gemacht werden.

Ein Foto von Julija Timoschenko hängt in Charkiw vor dem Krankenhaus Zur Großansicht
dapd

Ein Foto von Julija Timoschenko hängt in Charkiw vor dem Krankenhaus

Berlin - Der Chef der Berliner Charité, Karl Max Einhäupl, hält die ukrainische Oppositionsführerin Julija Timoschenko nicht für prozesstauglich. Einhäupl war am Freitag in die Ukraine geflogen, um Timoschenko zu untersuchen. Am Montag soll die frühere Regierungschefin vor Gericht erscheinen. Die 51-Jährige ist einem Prozess nach Einschätzung des Mediziners nicht gewachsen, wie die "Berliner Morgenpost" in ihrer Sonntagsausgabe berichtet.

Der zuständige Richter in der Ukraine besteht bislang allerdings darauf, dass Timoschenko am Prozess teilnimmt. Die Ex-Regierungschefin wird derzeit wegen mehrerer Bandscheibenvorfälle behandelt. "Wir können als Ärzte nur dringend davon abraten, Julija Timoschenko am Montag vor Gericht zu holen, weil dadurch die Therapieerfolge der vergangenen Wochen zunichte gemacht werden", sagte Einhäupl der "Berliner Morgenpost".

Der Professor war bereits mehrmals zu Timoschenko gereist, um sie zu untersuchen. "Aus ärztlicher Sicht ist es nicht nachvollziehbar, dass dieser Prozess jetzt stattfinden muss. In einigen Wochen könnte es eine Stabilisierung des Gesundheitszustands von Frau Timoschenko geben."

Mitte Juni hatten auch die Grünen-Politiker Rebecca Harms und Werner Schulz die frühere Regierungschefin im Krankenhaus besucht und auf ihren Zustand aufmerksam gemacht. Die Bedingungen für Timoschenko in der Klinik seien hart, sagten die Abgeordneten.

Timoschenko verbüßt seit Oktober eine siebenjährige Haftstrafe. Sie soll als Regierungschefin ihr Amt missbraucht und ein für die Ukraine unvorteilhaftes Gasgeschäft mit Russland abgeschlossen haben.

kha/dpa/dapd

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1.
bayrischcreme 23.06.2012
ich verstehe nicht warum so ein Zirkus um diese Dame veranstaltet wird. Das ist keine unschuldige sondern eine Oligarchin die selbst einiges an Dreck am Stecken hat. Natürlich ist der Prozess gegen Sie politisch motiviert, aber ich denke dennoch nicht unberechtigt.
2. Die Arme
ritotschka 23.06.2012
Mubarak wurde auf der Trage ins Gefängnis gebracht. Da kann die Timoschenko wohl auch teilnehmen. Soll man sie doch in einen Rollstuhl setzen. Übrigens Herr Prof. Einhäupl, haben sie keine Patienten in Deutschland?
3. eine Frau die sich auf Volkskosten reich gemacht hat
refacalpe 23.06.2012
ja was sind das eine Type der Einhäuptl, der wird auf Steuerzahlers Kosten bezahlt, der soll sich um deutsche Jranke kümmern und nicht Partei für eine Dame die aus Betrügereien zur Millionärin wurde Parte ergreifen, vorasllem ist ein Bandscheibenvorfall keine lebensbedrohende Erkrankung, ERr sollte seinen Platz räumen.
4. Ukraine
pacificwanderer 23.06.2012
Die Ukraine ist heute noch ein Wild-Ost Staat mit vielfacher Mafia, Korruption und Machtmissbrauch. Der Prozess, in dem allerdings die derzeitige Opposition angeprangert werden soll ist an sich richtig. Andererseits wuerde, bei den Zustaenden in der Ukraine, eine Verschiebung, auch um Monate, keinen Schaden verursachen.
5. Beschämend
benutzer10 23.06.2012
Zitat von sysopDoch der Berliner Charité-Chef Karl Max Einhäupl, rät davon ab, Julija Timoschenko vor die Richter zu holen - die Therapieerfolge der vergangenen Wochen könnten zunichte gemacht werden.
Ich finde das beschämend, wie Einhäupl sich und seine ärztliche Autorität zum Instrument politischer Interessen macht. Und ich bin recht sicher, dass sich auch unter seinen Kollegen etliche finden, die das genau so sehen.
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