Terror in Frankreich Qaida-Ableger droht mit weiteren Anschlägen

Das Attentat auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" sei ein Racheakt im Namen der Ehre des Propheten gewesen, behauptet ein Mitglied von al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel. In einem Video wird mit weiteren Anschlägen gedroht.


Kairo - Die Terrorgruppe al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) hat Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht. Es werde neue Angriffe geben, sollte das Land nicht damit aufhören, den Islam, seine Symbole und die Muslime zu "bekämpfen", schrieb die Dschihad-Beobachtungsplattform Site am Freitagabend.

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Heft 3/2015
Anschlag auf die Freiheit

Sie berief sich auf eine per Video verbreitete Rede von Harith bin Ghasi al-Nadhari, einem der wichtigsten Glaubenshüter der Gruppe. "Einige der Söhne Frankreichs waren respektlos gegenüber Allahs Propheten", daher sei eine Gruppe von "gläubigen Soldaten Allahs" gegen sie vorgegangen und habe ihnen Respekt beigebracht.

Es sei ein Racheakt im Namen der Ehre des Propheten des Islams gewesen, teilte ein Mitglied in einer schriftlichen Stellungnahme mit, die der Nachrichtenagentur AP vorliegt. Das Dokument wurde auch auf der Rechercheplattform "The Intercept" veröffentlicht. Darin heißt es: "Die Führung der AQAP führte die Operation und sie hat ihr Ziel mit Vorsicht gewählt, als Rache für die Ehre des Propheten." Frankreich habe man wegen seiner Rolle im "Krieg gegen den Islam" ausgewählt.

Nach mehr als zwei Tagen war die Jagd auf die für den Anschlag verantwortlichen Brüder in Frankreich zu Ende gegangen. Zuvor wurde bekannt, dass einer der Brüder 2011 in den Jemen reiste und mit der Terrorgruppe kämpfte. Nach Angaben der Agentur AP unter Berufung auf Geheimdienstdokumente war Saïd Kouachi ausgebildet worden, um wieder zurück nach Frankreich zu reisen und einen Anschlag auszuführen.

In der Stellungnahme heißt es weiter über den Scheich Usama, womit wohl Osama bin Laden gemeint ist: "Er warnte den Westen über die Konsequenzen der andauernden Blasphemie gegen die Heiligtümer der Muslime." Wenn es keine Kontrolle der "Freiheit eurer Wörter gibt, dann öffnet eure Herzen der Freiheit unserer Taten".

Die Organisation habe das Bekenntnis zum Anschlag aus "Sicherheitsgründen" hinausgezögert. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel, die vorwiegend im Jemen operiert, tatsächlich den Anschlag in Paris organisierte und ausführen ließ, wäre es das erste Mal, dass der Gruppe ein Angriff im Westen gelungen wäre.

loe/AP/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
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FreakShow789 10.01.2015
1. Respekt? Fehlanzeige!
Zitat--- "Einige der Söhne Frankreichs waren respektlos gegenüber Allahs Propheten", daher sei eine Gruppe von "gläubigen Soldaten Allahs" gegen sie vorgegangen und habe ihnen Respekt beigebracht. ---Zitat Vor solchen Terroristen hatte ich noch nie Respekt, und ich werde sie auch niemals respektieren!
kobmicha 10.01.2015
2. Und die Angst der Menschen ist völlig unberündet..?
Glaubt man den Politikern und der Presse ist die derzeitige Angst vieler Menschen in Deutschland und Europa vor Muslimen völlig unbegründet! Nur einige wenige verüben solche Massaker. Wenn man nicht unmittelbar selbst betroffen ist kann man leicht so sprechen. Aber was ist mit den Menschen deren Frauen,Kinder Männer und Freunde umgebracht wurden.Was sagt man denen????
advocatus diaboĺi 10.01.2015
3. Die Politik muss endlich handeln
Wann werden die Rechtspopulisten endlich begreifen, dass sie mit dem Feuer spielen. Deutschland muss ein klrares Singal setzen, dass wir ein Islam freundliches land sind und Muslime bei uns willkommen sind. Pegida gehört auch zum eigenen Schutz der verblendeten Demonstranten verboten. Die Presse darf kein Forum für rechspopulistische Meinungen bieten. Wir brauchen endlich wirksame Gesetze gegen Ausländerfeindlichkeit und Islamphobie, sonst haben wir solche Anschläge bald auch bei uns.
Martin Wörsbach 10.01.2015
4. Streetart
Wir sollten die Karrikaturen auf Aufklebern ausdrucken und sämtliche Städte damit zupflastern!
Friedfisch Otter 10.01.2015
5.
@kobmicha: Sie meinen also dass wir in Europa Angst vor allen Muslimen haben sollen, da sie alle Terroristen sind? .dann halten Sie sich fest: Anders Breivik (der Attentäter in Norwegen, 2011) war Christ. Ich rate Ihnen also schnellstens das christliche Abendland zu verlassen, sind doch die Christen alles Attentäter.... @advocatus diaboĺi: Prima, verbieten wir die Angst vor dem Andern per Gesetz, dann ist wieder alles in Ordnung! Wenn wir schon dabei sind, verbieten wir auch gleich die Höhenangst, Arachnophobie (Angst vor Spinnen), ...... :)
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