Chefin des rechten Front National Le Pen fordert Referendum über Todesstrafe

Marine Le Pen will aus dem Anschlag auf "Charlie Hebdo" politisch Kapital schlagen. Die Chefin des rechten Front National ruft dazu auf, in den "Krieg gegen den Fundamentalismus" zu ziehen und verlangt eine Volksabstimmung über die Todesstrafe.

Marine Le Pen: "Die Islamisten haben Frankreich den Krieg erklärt"
AFP

Marine Le Pen: "Die Islamisten haben Frankreich den Krieg erklärt"


Paris - Die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen meldet sich nach dem Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" zu Wort: Die Vorsitzende des Front National forderte am Donnerstag, die Todesstrafe wieder einzuführen: "Ich persönlich denke, dass die Möglichkeit bestehen sollte", twitterte sie. Le Pen verlangt, ein Referendum über diese Frage abzuhalten.

Nicht die einzige populistische Forderung: Sie sprach in einem Interview mit dem Fernsehsender France 2 zudem von einem "Krieg gegen den Fundamentalismus", in den Frankreich ziehen solle. Die Islamisten hätten dem Land den Krieg erklärt.

Marine Le Pen will bei der Präsidentschaftswahl 2017 antreten, sie hatte bereits 2012 bei den Präsidentschaftswahlen kandidiert. Damals kam sie auf 17,9 Prozent der Stimmen. Bei den Europawahlen im Mai wurde ihr Front National mit rund 25 Prozent der Stimmen erstmals in Frankreich stärkste Kraft - ein Triumph für die Politikerin, deren Strategie es ist, ihrer Partei ein etwas gemäßigteres Image zu verpassen. Ihr Vater und Parteigründer Jean-Marie Le Pen hatte einen streng rechtsextremistischen Kurs verfolgt.

So hatte er erst Ende November die Todesstrafe für den französischen Islamisten Maxime Hauchard gefordert. Dieser war von den französischen Behörden auf einem Video der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) identifiziert worden. Er war mutmaßlich an der Enthauptung von syrischen Soldaten beteiligt. In einem Video sagte Le Pen Senior, die Todesstrafe sei eine "gute Lösung", er schlug auch eine Methode vor, eine die sich in der französische Geschichte bereits "bewährt" habe: die Guillotine.

Bei dem Attentat waren am Mittwoch in Paris zwölf Menschen getötet worden. Elf weitere Opfer wurden verletzt, vier davon schweben in Lebensgefahr. Staatspräsident François Hollande spricht von einem "Terroranschlag" und hat für Donnerstag einen nationalen Trauertag ausgerufen.

heb



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