Mohammed-Karikaturen "Charlie Hebdo"-Chefredakteur kritisiert westliche Medien

Der Chefredakteur von "Charlie Hebdo", Gérard Biard, hat westliche Medien kritisiert, die den aktuellen Titel der Zeitschrift nicht zeigen. Die Karikatur sei ein Symbol für die Meinungsfreiheit.

Chefredakteur von "Charlie Hebdo" Gérard Biard: "Wir sind keine Krieger"
AFP

Chefredakteur von "Charlie Hebdo" Gérard Biard: "Wir sind keine Krieger"


Washington/Islamabad - NBC News gehört zu den US-Medien, die das aktuelle Titelblatt von "Charlie Hebdo" nicht gezeigt haben. Dafür wurde der Fernsehsender nun vom Chefredakteur des französischen Satiremagazins kritisiert. Gérard Biard sagte dem Sender, wenn Zeitungen in totalitären Staaten das Titelblatt nicht druckten, sei es ihnen nicht zu verübeln, da ihren Mitarbeitern andernfalls Gefängnis oder gar der Tod drohe. Mit Medien in Demokratien verhalte sich das anders.

"Diese Karikatur ist nicht einfach eine kleine Figur, ein kleiner Mohammed, der von Künstlern gezeichnet wurde", betonte Biard. "Es ist ein Symbol, ein Symbol für die Meinungsfreiheit, die Religionsfreiheit, für Demokratie und Säkularismus. (...) Es ist dieses Symbol, dessen Veröffentlichung sie verweigern."

Biard wandte sich entschieden dagegen, das Blatt als Provokateur anzuprangern. "Wir sind keine Krieger", sagte er. "Wir haben niemanden getötet. Wir dürfen Denker und Künstler nicht in dieselbe Kategorie einordnen wie Mörder (...). Wir müssen damit aufhören zu erklären, dass jene, die schreiben und zeichnen, Provokateure sind, die Benzin ins Feuer gießen."

In Deutschland hatten einige Zeitungen das neue "Charlie Hebdo"-Cover nachgedruckt, andere hatten aber ebenfalls darauf verzichtet. Die Veröffentlichung der Karikatur wenige Tage nach dem Terroranschlag auf das französische Magazin hatte in Teilen der islamischen Welt, etwa im zentralafrikanischen Niger, gewalttätige Proteste ausgelöst.

Auch in Pakistan gingen am Sonntag Tausende Demonstranten aus Protest gegen die neue Mohammed-Karikatur von "Charlie Hebdo" auf die Straße. Kundgebungen gab es unter anderem in Karatschi, Lahore, Multan und Peschawar. Nach Polizeiangaben verliefen die Märsche friedlich.

In Lahore rief der fundamentalistische Kleriker Hafiz Mohammed Saeed dazu auf, französische Produkte zu boykottieren und die diplomatischen Beziehungen zu Frankreich zu kappen. Einzelne Demonstranten verbrannten die französische Fahne und verlangten, das Satiremagazin zu verbieten.

Mit der Mohammed-Karikatur auf dem Titel wollen die Macher von "Charlie Hebdo" dem Terrorangriff auf die Redaktion des Magazins trotzen. Dabei waren am 7. Januar zwölf Menschen von Islamisten getötet worden. Nach dem islamischen Glauben ist die bildliche Darstellung des Propheten verboten.

kha/dpa



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 188 Beiträge
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deglaboy 18.01.2015
1. Je feiger und devoter...
sich der freie Westen gegenüber diesen Steinzeit-Islamisten verhält, umso mehr werden sie angestachelt und ermutigt. Nachgeben bedeutet in ihren Augen Schwäche und erhöht ihren Eifer. Wir bräuchten in Redaktionen und Regierungen wieder mutige Männer und Frauen und keine Weicheier. Die werden unser so hart erkämpftes System an die Wand fahren.
eigene_meinung 18.01.2015
2. hier irrt Charlie !
Es gehört auch zur Meinungsfreiheit, etwas nicht zu zeigen oder zu schreiben.
vitali478 18.01.2015
3. Meinungsfreiheit!!
Was für Meinungsfreiheit? Das ist ein Akt der Respektlosigkeit!!
fatherted98 18.01.2015
4. Der gute Mann...
...haelt sich wohl fuer den Nabel der Welt. Was Zeitungen abdrucken wird doch wohl noch in der Entscheidungen der einzelnen Redakteure liegen...als naechstes muss wohl jeder von uns eine Ausgabe seines Blaettchens kaufen...oder was?
Growling Mad Scientist 18.01.2015
5. Gleichzeitig entschuldigt sich WELT.de für Karikaturen
Gleichzeitig entschuldigt sich WELT.de für Antisemitische Karikaturen vorn Charlie Hebdo, die Ausversehen anstelle von antiislamischen Karaitkaturen von Charlie Hebdo gezeigt wurden. Anscheinend gibt es bei Charlie Hebdo gute und schlechte Meinungsfreiheit... welcher Charlie bin ich jetzt... welcher Charlie seid ihr... und bin ich überhaupt Charlie?
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