Gedenkveranstaltungen in Paris Blumen für "Charlie Hebdo"

Drei Jahre ist es her, dass Islamisten in Paris eine Anschlagserie verübten, bei der 17 Menschen ums Leben kamen. Bis heute ist bei "Charlie Hebdo" keine Normalität eingekehrt.

Emmanuel Macron und Anne Hidalgo
DPA

Emmanuel Macron und Anne Hidalgo


Drei Jahre nach dem Attentat auf die Pariser Satirezeitung "Charlie Hebdo" haben Staatspräsident Emmanuel Macron und die Bürgermeisterin Anne Hidalgo der Opfer gedacht. Die beiden Politiker legten vor dem früheren Redaktionsgebäude der Zeitung im 11. Stadtbezirk und zwei weiteren Anschlagsorten in Paris Blumen nieder.

An den kurzen und nüchtern gehaltenen Zeremonien nahmen Macrons Ehefrau Brigitte, Innenminister Gérard Collomb und mehrere Kabinettsmitglieder, Ex-Premier Manuel Valls sowie Angehörige der Opfer teil.

Die beiden Islamisten Chérif und Said Kouachi waren am 7. Januar 2015 in die Redaktion von "Charlie Hebdo" eingedrungen. Zwölf Menschen wurden getötet, unter ihnen mehrere bekannte Zeichner des Blattes.

Während die "Charlie Hebdo"-Täter flüchteten, ermordete ein weiterer Terrorist eine Polizistin und vier Menschen in einem Supermarkt für koschere Produkte. Die Attacken zogen sich damals über drei Tage hin.

Blumenkranz
AFP

Blumenkranz

Der Anschlag auf die Redaktion leitete in Frankreich eine beispiellose islamistische Terrorserie ein, bei der rund 240 Menschen ums Leben kamen.

"Charlie Hebdo" kämpft laut Publikationschef Riss weiter mit hohen Kosten für den Schutz der Redaktion. Das Blatt müsse dafür im Jahr zwischen einer und 1,5 Millionen Euro aufbringen, schrieb er in der neuesten Ausgabe des Blattes. Dazu kämen Kosten für polizeilichen Personenschutz, die vom Staat übernommen würden.

Die Meinungsfreiheit sei dabei, ein "Luxusgut" zu werden, "das in Zukunft nur vermögende Medien werden genießen können", erklärte der Karikaturist, der mit bürgerlichem Namen Laurent Sourisseau heißt. Er nahm auch an der Gedenkzeremonie teil. Die neue Adresse der Redaktion wird geheimgehalten.

Nach den Anschlägen hatten Millionen Franzosen am 11. Januar 2015 landesweit protestiert. Die Losung "Je suis Charlie" wurde weit über die Grenzen Frankreichs bekannt.

kry/dpa



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